Mit vielen Neuen bleibt alles beim Alten

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Die „Falken“ haben sich in der Bundesliga eingenistet.

Wieder einmal gehen die Steirer als Abstiegskandidat in eine Saison, doch auch dieses Mal wollen sie die Klasse halten.

Das ist in den vergangenen drei Saisonen gelungen und sollte auch dieses Mal möglich sein. Obwohl sich der Kader auf einigen Positionen verändert hat.

LAOLA1 nimmt für die Bundesliga-Vorschau den Kapfenberger SV unter die Lupe:

AUSGANGSLAGE

Die Kapfenberger haben sich in der Bundesliga etabliert, gehen bereits in ihre vierte Saison in der höchsten Spielklasse. An der Ausgangslage ändert sich dadurch allerdings nichts. Die „Falken“ werden auch weiterhin gegen den Abstieg spielen. In den vergangenen drei Jahren erreichten sie zwei Mal den achten Platz (2009 und 2011) und wurden ein Mal Neunter (2010). Trainer Werner Gregoritsch sieht seine Mannschaft auch weiterhin in der unteren Hälfte der Tabelle angesiedelt. Neben dem Klassenerhalt wollen sich die Steirer weiterhin als Ausbildungsverein etablieren. Das hat zuletzt gut funktioniert, Talente wie etwa Deni Alar und Michael Gregoritsch bekamen viel Spielzeit und entwickelten sich gut, was sie auf die Wunschlisten diverser Vereine brachte.


PERSONAL

Im Kader der „Falken“ hat sich einiges getan. Mit Milan Fukal (Karriereende), Deni Alar (Rapid) und Umut Kocin (RB Leipzig) haben drei Leistungsträger den Verein verlassen. Ihre Abgänge wiegen schwer, zumal Fukal ein absoluter Führungsspieler und Alar der beste Torschütze war. Darüber hinaus wurden Manuel Schmid, Michael Rabko und Steven Lewerenz abgegeben. Entsprechend haben die Kapfenberger auch Zugänge zu verzeichnen. Von Sigma Olmütz kam der Tscheche Michal Ordos, vom VfL Bochum wurde der Deutsche Roman Prokoph verpflichtet. Aus Deutschland (Leverkusen II) kehrte Marc Sand zurück nach Österreich. Zudem sind Marco Sahanek (St. Andrä), Danijel Micic (Austria Lustenau) und Franck Matondo (Straßwalchen) neu. David Harrer wurde von den Austria Amateuren ausgeliehen. Aufgrund des Abgangs von Fukal wurde David Sencar zum neuen Kapitän bestimmt. Er fällt zunächst jedoch verletzungsbedingt aus, weshalb Dominique Taboga vorerst die Schleife tragen wird.


AUSBLICK

Die Steirer werden auch in dieser Saison gegen den Abstieg spielen. Es ist nicht zu erwarten, dass die „Falken“ für eine Sensation sorgen und ein Wörtchen um die internationalen Startplätze mitreden. Die Mannschaft ist jedoch stark genug, um problemlos die Klasse zu halten. Allerdings könnte die Größe des Kaders zum Problem werden. Coach Gregoritsch lässt traditionell viel rotieren, was einige seiner Spieler nicht gerade glücklich macht. Stammplätze gibt es praktisch keine, auch die Eingespieltheit leidet unter den ständigen Rochaden. Gespannt darf man darauf sein, wer künftig für Tore sorgen soll. Trainer-Sohn Michael Gregoritsch fehlte es zuletzt noch an Konstanz. Ein heißer Tipp ist Neuzugang Michal Ordos, der in der tschechischen Liga seinen Torriecher bereits unter Beweis gestellt hat und 2009/10 sogar Schützenkönig wurde.

FÜNF FRAGEN AN DEN TRAINER

LAOLA1: Sie haben sieben neue Spieler verpflichtet. Warum so viele?

Werner Gregoritsch: Wir haben ja auch sechs Spieler verloren. Darunter mit Deni Alar und Milan Fukal zwei absolute Schlüsselspieler. Dazu kommt noch Umut Kocin, der bei uns sehr positiv gespielt hat. Wir wollten junge Spieler, die jetzt am Markt waren und auch von anderen Vereinen umworben wurden, bekommen. Das ist uns zum Glück auch gelungen. Das sind Zukunftsspieler.

LAOLA1: Fukal war auch abseits des Feldes ein Leithammel. Wer soll diese Rolle übernehmen?

Gregoritsch: David Sencar ist dafür vorgesehen. Wobei diese Last auf mehrere Schultern verteilt werden soll. Vor allem auf Spieler, die schon länger beim Verein und Identifikationsfiguren sind – Stefan Erkinger, Dominique Taboga, der als zweiter Kapitän fungiert, Mate Mavric, mit seiner internationalen Erfahrung. Es soll nicht nur einer der Führungsspieler sein, mehrere sollen diese Aufgabe erfüllen.

LAOLA1: Wer trägt künftig die Last des Toreschießens?

Gregoritsch: Michi Gregoritsch ist gefordert, sich leistungsmäßig zu steigern. Er hat die Möglichkeit, Karriere in Deutschland zu machen. Er muss sich hier noch beweisen und zeigen, dass es ein stufenförmiger Aufbau bis zur deutschen Bundesliga ist. Außerdem haben wir Marc Sand geholt. Er hat großes Potenzial, braucht jetzt Spielpraxis und Selbstvertrauen. Mit Michal Ordos haben wir zudem einen Spieler verpflichtet, der in den letzten Jahren viele Tore gemacht hat. Ich bin davon überzeugt, dass ihm das in Österreich auch gelingen kann. Srdjan Pavlov hat auch schon gezeigt, dass er Tore machen kann. Er brennt.

LAOLA1: Sie haben einen sehr großen, ausgeglichenen Kader. Wie wollen Sie verhindern, dass im Laufe der Saison einige ihrer Spieler unzufrieden sind, weil sie nicht regelmäßig spielen?

Gregoritsch: Die Meisterschaft ist sehr lange. Außerdem hatten wir immer schon einen sehr ausgeglichenen Kader. Wir hatten voriges Jahr bis zu zehn Spieler, die langzeitverletzt waren. Bei uns besteht eine große Gemeinschaft. Es wissen nicht elf bis 16, sondern 20 bis 25 Spieler, dass sie eine Chance haben, zu spielen. Ich glaube, das hat auch viele Spieler bewogen, zu uns zu kommen. Sie wissen, dass sie hier Spielpraxis sammeln können.

LAOLA1: Ist der Klassenerhalt das Ziel?

Gregoritsch: Das ist das Primär-Ziel. Man kann von Kapfenberg nicht viel mehr erwarten. Aber natürlich wollen auch wir unser Ziel erhöhen – wir wollen 40 Punkte machen und in der Tabelle um ein, zwei Plätze nach vorne rücken. Wir wissen aber, dass wir eine Mannschaft sind, die von den anderen Vereinen in der unteren Hälfte der Tabelle angesiedelt wird. Hoffentlich weiß die Mannschaft, dass sie im Stande ist, mehr zu leisten.


Harald Prantl

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