Rapid gegen die eigene Torsperre

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Der SK Rapid und der SV Mattersburg haben die vergangenen vier Runden im Gleichschritt absolviert, je zweimal Remis gespielt und zweimal verloren.

Und dennoch sind die Rollen vor dem Duell am Samstag in der 7. Runde der Fußball-Bundesliga klar verteilt.

Der auf dem fünften Tabellenplatz liegende Rekordmeister läuft am Samstag (18.30 Uhr) gegen das Schlusslicht als Favorit ins Hanappi-Stadion, wo die Burgenländer in 16 Liga-Partien bisher nur zweimal, zuletzt am 21. Mai 2009 (3:2), gewonnen (2-2-12) haben.

Rapid kämpft gegen Torsperre

Die Rapidler haben auch einen imaginären Gegner, die eigene Torsperre, zu bekämpfen. Sie sind seit vier Liga-Partien ohne erzieltes Tor - zuletzt gab es so eine Flaute im Frühjahr 2003 (0:7 Tore).

"Wir haben zuletzt gegen die ersten Vier der vorigen Saison gespielt und in fast jedem Spiel fast mehr Chancen gehabt als der Gegner, dessen Torhüter danach jeweils in der Elf der Runde stand", stellte Trainer Peter Schöttel fest.

Man müsse Geduld haben, er glaubt jedenfalls an die Qualität seiner Offensiv-Abteilung.

"Es muss einen Sieg geben"

Er geht davon aus, dass die schwarze Serie seiner Truppe, die als einzige Elf der Liga in den ersten sechs Runden keinen Treffer vor der Pause erzielt hat, zu Ende gehen wird.

Er sei guter Dinge, alle seien auf einem guten Weg und er habe viele gute Spieler.

Aber der Ex-Teamspieler fügte unmissverständlich hinzu: "Jetzt wird nicht mehr so viel probiert, schön langsam sind die Spieler aufgefordert, ins Tor zu treffen. Es muss einen Sieg geben, man kann sich nicht verlassen, dass der Gegner sich selbst ein Tor schießt."

Spezialtraining mit Jancker

Der 44-Jährige verriet, dass Ex-Stürmer Carsten Jancker seit Saisonbeginn jeden Mittwoch ein Individual-Training mit den Angreifern absolviert.

Das soll in den zwei kommenden Spielen daheim gegen die Burgenländer und in einer Woche gegen den KSV endlich Früchte tragen. Schöttel rechnete mit sechs Punkten, und dass seine Schützlinge den Druck aushalten werden. "Wir sind gefordert, die Initiative zu ergreifen und kreativ nach vorne zu spielen".

Die Hütteldorfer wollen nichts von einer "gmahten Wiesn" gegen das Schlusslicht wissen.

"Unangenehmer Gegner"

"Die Mattersburger sind ein schwieriger, unangenehmer Gegner, gegen den sich niemand leichttut, der immer knappe Ergebnisse erreicht und in Graz und Salzburg seine beste Leistung geboten hat", warnte Schöttel, der die Burgenländer tief stehend und mit hohen Bällen agierend erwartet.

"Wir müssen auf ihre Standard-Situationen aufpassen, das sind sie gefährlich und mutig, schonen weder sich noch den Gegner".

Auch Michael Schimpelsberger spricht von einem "schwierigen Spiel gegen eine sehr groß gewachsene, körperbetont spielende Mannschaft", gegen die man jedoch das eigene Spiel durchziehen müsse.

Der U20-WM-Teilnehmer ist zuversichtlich, dass die Torsperre gebrochen wird. "Wir haben zuletzt viele Chancen gehabt, sie aber nicht genützt und auch kein Glück gehabt. Jeder Einzelne der ersten Elf muss Verantwortung übernehmen".

Mattersburg seit zehn Spielen sieglos

Die seit zehn Runden (0-5-5/seit 7. Mai 2011 2:1 daheim gegen Wacker) sieglosen Mattersburger, die in der Fremde ihren jüngsten Erfolg am 16. April (1:0 Austria Wien) verbuchten, legten Gelassenheit an den Tag.

"In Hütteldorf sind wir immer Außenseiter. Der Druck liegt auf den Hausherren, alles andere als ein Sieg wäre für sie eine Enttäuschung", sagte SVM-Trainer Franz Lederer, nach dessen Meinung die eigene Elf aufgrund der Papierform nichts zu verlieren hat.

"Wenn wir einen Punkt mitnehmen, wäre das eine Riesenüberraschung", meinte der Burgenländer, der an seine Truppe appellierte, die Einflüsse im Hanappi-Stadion abprallen zu lassen und sich voll und ganz auf sich selbst zu konzentrieren.

Naumoski wieder dabei

"Wir dürfen nicht in Ehrfurcht erstarren. Jeder will zeigen, dass wir momentan weit unter unserem Wert dastehen", sagte der 47-Jährige, der darauf hinwies, dass die Burgenländer in den jüngsten vier Liga-Spielen mehr Tore geschossen (4:6) haben als der kommende Gegner (0:4).

Die Gäste, die in der vorigen Saison gegen die Grünweißen zwei Remis und einen Sieg holten, haben den gesperrt gewesenen Stürmer Ilco Naumoski wieder zur Verfügung, bangen aber noch Alois Höller (Kopfwunde nach Zusammenprall mit Wacker-Keeper Safar).

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