Müde Veilchen? "Dürfen nicht lamentieren!"

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„Es hat heute nicht gereicht.“

Enttäuscht nahm Manuel Ortlechner die 2:4-Niederlage der Austria gegen Admira zur Kenntnis. Dabei hatte es zunächst gut ausgesehen. Alexander Gorgon brachte die Veilchen bei seinem Startelf-Debüt in der 28.Minute in Führung.

Doch der Admira gelang durch Philipp Hosiner (LAOLA1-Interview) noch vor der Pause der Ausgleich. Unmittelbar davor hätte es aber 2:0 für die Hausherren stehen können.

Ein regulärer Treffer von Tomas Jun wurde wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben – eine Fehlentscheidung, wie die TV-Bilder belegen.

„Sind selber schuld“

„Wir können nicht dem Schiedsrichter die Schuld geben. Wir sind selber an der Niederlage schuld. Wir dürfen nach der Führung nicht den Ausgleich bekommen“, kommentierte Zlatko Junuzovic die strittige Szene.

Auch Trainer Karl Daxbacher wollte dem falschen Pfiff keine zu große Bedeutung schenken. „Wir brauchen jetzt nicht diskutieren, denn wer weiß, ob Jun tatsächlich getroffen hätte. Man sieht, dass die Admiraner nicht mehr so energisch attackiert haben. Die Situation ändert nichts daran, dass wir verloren haben“, meinte der Niederösterreicher.

Gorgon trotz Tor verärgert

Nach Seitenwechsel drückten die Violetten zwar auf den zweiten Treffer, es waren allerdings die Südstädter, die trafen. Zweimal stand Hosiner goldrichtig.

„Wir haben zwar versucht nach vorne zu spielen, es war aber nicht zwingend genug“, gestand Gorgon, bei dem trotz Premieren-Tor die Enttäuschung überwiegte: „Natürlich habe ich mich über mein Debüt gefreut. Mit meinem Tor hat es super begonnen, allerdings habe ich beim 1:2 zwei dumme Fehler gemacht.“

Der Anschlusstreffer von Junuzovic (80.) ließ die Veilchen noch einmal hoffen, Daniel Toth fixierte in der Nachspielzeit (95.) den Endstand.

„Enttäuschung ist natürlich groß“

„Solche Partien passieren. Wir haben es ihnen bei den Gegentoren zu leicht gemacht. Bitter, denn wir wären fast noch einmal zurückgekommen“, resümierte der Austria-Spielmacher.

„Die Enttäuschung ist natürlich groß, vor allem weil der Spielverlauf durch das 1:0 für uns gesprochen hat. Ich kann meiner Mannschaft aber keine Vorwürfe machen. Sie hat bis zum Schluss gekämpft. Der Glaube an das Remis war vorhanden“, ergänzte Daxbacher.

Die Ausrede mit der Doppelbelastung wollte der FAK-Coach nicht hören: "Bei einigen hat die Frische gefehlt. Es hilft aber nicht, zu lamentieren. Wir wollten in die Europa League und damit müssen wir zurecht kommen.“

Müde Beine

Georg Margreitter stimmte seinem Trainer bei. „Ich will gar nicht damit anfangen, dass wir müde waren. Das kann ich schon nicht mehr hören, das darf für uns kein Alibi sein, auch wenn wir es von allen Seiten hören. Wir waren viel zu passiv.“

Und auch Linz sah es ähnlich: „Es wäre zu einfach, wenn ich jetzt sagen würde, dass wir die hohe Belastung der letzten Wochen gespürt haben. Das will ich auch nicht. Admira hat sehr gut gespielt, da muss man auch Respekt vor der Leistung haben.“

Lob für Admira

Auch Daxbacher lobte die Performance des Aufsteigers: „Die Admira ist sehr selbstbewusst aufgetreten. In der Euphorie gelingt vieles. Letztes Jahr war das bei Innsbruck dasselbe.“

Während die Veilchen den Sprung an die Tabellenspitze verpassten, freuten sich die Admiraner über den ersten Sieg gegen die Austria seit April 2003.

„Wir haben bei der spielstärksten Mannschaft Österreichs gewonnen. Ich bin stolz auf meine Truppe. Die Mannschaft ist sehr willig und arbeitet toll. Aber wir dürfen jetzt nicht die Bäume in den Himmel wachsen lassen", strahlte Didi Kühbauer.

Kühbauer bremst

Der Burgenländer wollte trotz des Erfolgs erst gar keine große Euphorie aufkommen lassen. "Ich habe von Anfang an gewusst, dass wir auch in dieser Liga bestehen können. Unser Ziel ist weiterhin der Klassenerhalt, was dann noch kommt, nehmen wir natürlich gerne mit. Wir werden hart weiterarbeiten", versicherte der Ex-Internationale.

Denn Kühbauer ist bewusst: „Platz zwei ist schön. Wir werden jetzt aber nicht sagen: Hurra, die Gams! Wir werden auch wieder in ein Loch fallen…“

Martin Wechtl und Stephan Schwabl

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