Statistik-Check der 4. Bundesliga-Runde

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Zahlen lügen nicht - oder doch?

Die Wahrheit liegt im Fußball bekanntlich am Platz - ein klarer Fall fürs Phrasenschwein.

Doch auch die Welt der Statistik wird im Fußball immer bedeutender.

Oft hilft das Zahlen-Material, das Gesehene am Feld zu bestätigen, bisweilen werden die Stats durch die Ergebnisse widerlegt - interessant ist ein Blick auf die Daten jedoch fraglos allemal.

Die LAOLA1-Datenbank powered by Impire bietet zu jedem Bundesliga-Spiel ausführliche und detaillierte Statistiken an.

Auch in dieser Saison gibt es wieder nach jeder Runde die wichtigsten Stats zu jedem (!) Spieler einer Mannschaft im Stat-Check von LAOLA1 - hier Runde 4:

Admira - Mattersburg 2:1

Tore: Ouedraogo (19., Schwab), Drescher (83., Toth); Pöllhuber (62., Domoraud)

Statistik-Schmankerl: Die Admira schlägt den SV Mattersburg durch einen Tausendguldenschuss von Daniel Drescher mit 2:1. Wie die Statistik zeigt, ist dieser Sieg nicht ganz unverdient. So können die Niederösterreicher beispielsweise die Torschussstatistik mit 18 zu 11 für sich entscheiden. Auch in punkto Ballbesitz haben die Südstädter mit 61,5 % die Nase vorne. Zudem konnten die Admiraner 85,1% (342/405) ihrer Pässe an den Mann bringen, die Burgenländer dagegen nur 67,8 % (118/174). Die Partie wurde insgesamt sehr ruppig geführt. 46 Fouls, 23 auf jeder Seite, musste der Schiedsrichter pfeifen. Zwei Spielern zeigte er sogar die Rote Karte. Hitzkopf Naumoski machte seinem Ruf wieder einmal alle Ehre, als er bereits nach neun Minuten wegen einer Tätlichkeit vom Feld musste. Daniel Drescher zeigte nicht nur wegen seines sehenswerten Siegtores eine tolle Leistungen, mit 83 Ballkontakten hatte er die meisten aller Akteure auf dem Platz.

Statistik-Schmankerl: Auch wenn das entscheidende Tor erst in der Nachspielzeit fällt, ist der Sieg der Grazer alles andere als unverdient. Das beweist ein Blick auf die Statistik: 18:8 Torschüsse und 58 Prozent Ballbesitz. Generell ließen die Wiener im Verlauf der Partie immer mehr nach. Schoss Rapid in den ersten fünfzehn Minuten genau so oft auf das Tor, wie in den restlichen 75. Rückkehrer Jürgen Säumel fügte sich hervorragend in das Spiel der Grazer ein. Der Ex-Kapitän gab fünf Assists und einen Torschuss ab, hatte mit 80 Ballkontakten die zweitmeisten nach Standfest (94), brachte 88,9 Prozent seiner Pässe zu einem Mitspieler und entschied zudem jedes seiner vier Kopfballduelle für sich. Die Grazer (86,2% angekommene Pässe) zeigten sich überhaupt ausgesprochen ballsicher. Haas (100% von 5), Dudic (94% von 50), Burgstaller (93,9% von 33), Standfest (93,2% von 59) und Hölzl (91,3% von 46) können alle eine Pass-Erfolgsquote von über 90 Prozent vorweisen. Aber auch die Wiener können in dieser Statistik mit Nuhiu (96% von 25) Katzer (93,1% von 29) und Prager (90,9% von 22) einige Spezialisten vorweisen. Thomas Schrammel (14) und Atdhe Nuhiu (8) brachten in der ersten Halbzeit gar alle Pässe an den Mann. Keinen leichten Stand hatte Patrick Wolf gegen Schrammel. Der Rapidler entschied 10 von 13 seiner Duelle gegen den Steirer für sich. In der zweiten Halbzeit gewann er überhaupt jeden seiner insgesamt sechs Zweikämpfe.

Austria - Kapfenberg 5:0

Tore: Jun (36., Junuzovic), Linz (42., Klein), Linz (68., Elfmeter, Klein), Linz (74., A. Grünwald), Linz (92., A. Grünwald)

Statistik-Schmankerl: Die Violetten machten von Beginn an Druck und ließen keinen Zweifel aufkommen, wer diese Partie gewinnen würde. 73,2 Prozent Ballbesitz in der ersten Viertelstunde ist der eindeutige Beweis dafür. Die Kapfenberger wirkten unterdessen verunsichert und spielten in den ersten 15 Minuten der Partie 40,5 Prozent Fehlpässe. Eine Torschussbilanz von 32:12 verdeutlicht letztlich, dass der Erfolg der Austria auch in dieser Höhe in Ordnung geht. Bei den Hausherren sind gleich einige Spieler positiv hervorzuheben: Zlatko Junuzovic war an unglaublichen 19 Torschüssen beteiligt und hatte starke 113 Ballkontakte. Roland Linz gelangen mit sechs Torschüssen vier Treffer. Alexander Grünwald, der in der 69. Minute eingewechselt wurde, spielte keinen einzigen Fehlpass und lieferte zwei Assists. Ganz anders die Kapfenberger, die sich alleine in der Schlussviertelstunde mit zehn Torschüssen des FAK konfrontiert sahen. Naim Sharifi spielte etwa von seinen 25 Pässen 14 zum Gegner. Der zur Pause eingewechselte Marc Sand gewann nur 16,7 Prozent seiner zwölf Zweikämpfe - also deren zwei.

Wr. Neustadt - Wacker Innsbruck 0:0

Keine Tore

Statistik-Schmankerl: Die Zuseher in Wiener Neustadt bekamen alles andere als ein Offensivspektakel zu sehen. Das zeigt auch die Statistik der Ballkontakte, die die Wacker Verteidiger Hauser (95), Kofler (92) und Bea (85) anführen. Von der Innsbrucker-Abwehrkette fällt einzig Harding (57) aus der Reihe. Doch selbst der hatte öfter den Ball als der Wiener Neustädter mit den meisten Ballkontakten: Klapf (56). Von 20 "Torschüssen" gingen gerade einmal vier tatsächlich auf das Gehäuse. In der ersten Halbzeit war es von fünf Versuchen gerade einmal ein einziger. Wiener Neustadt schoss zwischen der 16. und 60. Minute überhaupt nie auf das. Die Gäste dominierten das Spiel klar. 15:5 Torschüsse, 61,5% Ballbesitz und 53,9% gewonnene Zweikämpfe sprechen klar für die Tiroler. Besonders ballsicher zeigte sich wie gewohnt Tomas Abraham, der 96,6% seiner 59 Versuche zu einem Mitspieler brachte. In der ersten Halbzeit agierte der Tscheche sogar bei allen 25 Pässen fehlerlos. Andreas Schicker brachte hingegen von seinen 27 Versuchen gerade einmal 14 an. Einen schwachen Tag erwischte auch Mario Reiter, der alle seine Duelle gegen Merino (5), Abraham (3) und Hauser (2) verlor.

SV Ried - RB Salzburg 1:3

Tore: Mader (14., Lexa); Leonardo (7., Svento), Karner (9., Eigentor), Alan (31., Ulmer)

Statistik-Schmankerl: Salzburg gewinnt in Ried mit 3:1. Alle Tore der Salzburger entstanden nach gravierenden Eigenfehlern der Rieder Abwehr, der die fehlende Erfahrung nach dem Ausfall von Routinier Glasner anzumerken war. Ried zeigt sich vor allem in der zweiten Hälfte sehr aktiv. 61,3% Ballbesitz gehörte im zweiten Abschnitt den Oberösterreichern. In der Torschussbilanz hat der Cupsieger mit 16:13 auch die Nase vorne. Allerdings fehlte über das gesamte Spiel gesehen die nötige Aggressivität. Lediglich 43,8% der Zweikämpfe konnten gewonnen werden. Youngster Daniel Royer hatte zudem einen rabenschwarzen Tag. Der Flügelspieler kam nur zu 17 Ballkontakten, gewann lediglich 16,7% (2/10) seiner Duelle und fabrizierte drei Fehlpässe bei sieben Versuchen. Kein Wunder, dass er zur Halbzeit durch Nacho ersetzt wurde. Auf der anderen Seite zeigten Salzburgs brasilianische Angreifer Leonardo und Alan ihr großes Können. Mit ihren zahlreichen Antritten brachten sie die Rieder Hintermannschaft regelmäßig zur Verzweiflung und erzielten auch zwei der drei Salzburger Tore. Beide schossen jeweils vier Mal auf das gegnerische Gehäuse. Alan sorgte jedoch mit seinem Ausschluss nicht nur für positive Glanzlichter.

Legende:

TS: Torschüsse
AS: Aufgelegte Torschüsse
BK: Ballkontakte
ZK (+/-): Gewonnene Zweikämpfe in Prozent (gewonnen/verloren in absoluten Zahlen)
F: Fouls
GF: Gefoult
Pässe (+/-): Angekommene Pässe in Prozent (Angekommene Pässe/Fehlpässe in absoluten Zahlen)

Note: Die Noten der Spieler sind jene, die auch im Bundesliga-Manager vergeben werden. Sie werden auf rein statistischer Basis mittels eines Schlüssels, der auf die einzelnen Positionen (Tor/Abwehr/Mittelfeld/Angriff) angepasst ist, berechnet. Ein Spieler erhält nur dann eine Note, wenn er mehr als 15 Minuten lang auf dem Feld stand. Andernfalls wird er mit 0 bewertet.

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