"Vielleicht haben sich einige blenden lassen"

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„Ein schwarzer Abend.“

Raphael Wolf war geknickt.

Kein Wunder, hatte er doch beim Gastspiel der Kapfenberger bei der Wiener Austria fünf Gegentreffer hinnehmen müssen.

Doch der Goalie der Steirer war beim 5:0-Kantersieg der Violetten der Beste seines Teams. Das sahen auch seine Kollegen so.

„Wir müssen und bei Raphael Wolf bedanken, dass wir nicht noch höher verloren haben“, gab etwa Michael Gregoritsch zu Protokoll.

"Es war kaum Gegenwehr vorhanden"

„Es hätten noch viele weitere Tore fallen können“, war auch FAK-Coach Karl Daxbacher bewusst. Doch zwei Mal Aluminium und zahlreiche Paraden des KSV-Keepers verhinderten, dass der Abend für die Gäste noch schwärzer wurde.

Die „Falken“ lieferten eine ganz schwache Vorstellung ab. Das überraschte auch den Austria-Trainer: „Kapfenberg war nicht die Mannschaft, die ich kenne. Sie hat keine Aggressivität, keinen Kampfgeist gezeigt. Es hat uns überrascht, dass sie uns das Spiel so leicht gemacht haben. Es war kaum Gegenwehr vorhanden.“

Geblendet vom Sieg gegen Sturm?

In der Runde davor hatten die Obersteirer gegen den SK Sturm noch ein ganz anderes Gesicht gezeigt und 3:0 gewonnen.

„Vielleicht haben sich einige Spieler vom Erfolg gegen Sturm blenden lassen und geglaubt, dass es in dieser Tonart weitergeht. Wir müssen kapieren, dass wir nur über den Kampf ins Spiel kommen. Das haben einige heute nicht verstanden“, analysierte Kapitän Dominique Taboga.

Michael Gregoritsch versuchte, zu erklären: „Ich will keine Ausreden suchen. Aber wir sind eine junge Mannschaft. Wir liegen zwischen Genie und Wahnsinn. Gegen Sturm waren wir sehr gut, gegen die Austria ganz, ganz schlecht.“

Ein Lehrspiel

Alles andere als zufrieden war freilich auch Werner Gregoritsch: „Unsere größte Stärke ist das Zweikampfverhalten. Das hat heute überhaupt nicht funktioniert. Wir waren viel zu weit vom Mann entfernt. Unser Spiel war einfach schlecht und viel zu langsam. Wir waren zu ängstlich.“

Vor allem das Umschalten von Defensive auf Offensive habe vor der Pause überhaupt nicht funktioniert, meinte der KSV-Coach. Der Elfmeterpfiff zum 3:0 sei der Knackpunkt gewesen. „Eine Fehlentscheidung“, fand der Trainer.

„Danach haben wir den Fehler gemacht, zu versuchen, nach vorne zu spielen. Die Jungen wollten mit dem Kopf durch die Wand. Sie haben ein Lehrspiel erlebt“, so der Trainer.

Daxbacher vorsichtig

Unisono sprachen beide Betreuer nach dem Schlusspfiff von einem auch in dieser Höhe verdienten Sieg der Hausherren.

Doch aufgrund der schwachen Vorstellung der Kapfenberger  will sich Daxbacher darauf gar nicht zu viel einbilden: „Wir sollten das Ergebnis nicht überbewerten, müssen vorsichtig damit umgehen.“

Die Aufarbeitung

Die „Falken“ haben unterdessen bis Samstag Zeit, ihre Wunden zu lecken. Dann geht es daheim gegen Wiener Neustadt.

„Wir werden das Spiel analysieren und die Fehler mit der Mannschaft aufarbeiten“, kündigte Werner Gregoritsch an. Es soll Licht in das dunkle Kapitel Kapfenberg am Verteilerkreis gebracht werden.


Harald Prantl/Martin Wechtl

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