"Wir spielen wie in einem Flow"

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Mit breiter Brust zum nächsten Matchball

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In Salzburg ist die Anspannung momentan überschaubar groß.

Mit dem 2:0-Sieg gegen Kapfenberg sind die „Bullen“ ihrem vierten Titel in den letzten sechs Jahren wieder ein Stückchen näher gekommen - ein mickriger Punkt fehlt noch, um auch rechnerisch alles klar zu machen.

Theoretisch hätten die Korken auch schon Donnerstagabends knallen können, allerdings hatte Rapid etwas dagegen.

Am Spielfeld statt vor dem TV

„Eine Feier auf dem Spielfeld ist aber ohnehin schöner als im VIP-Klub“, sah Fränky Schiemer den 1:0-Sieg des letzten verbliebenen Konkurrenten in Mattersburg von der positiven Seite.

Ein Mal wurden die Mozartstädter schon vor dem Fernseher Meister, als Rapid 2009 mit einem 0:3 in Ried alle Chancen verspielte.

Jetzt gibt es definitiv eine Entscheidung auf dem Spielfeld, da die letzten beiden Spieltage zeitgleich über die Bühne gehen.

„Wir hatten natürlich gehofft, dass wir schon am Donnerstag Meister sind, aber jetzt müssen wir eben in Wr. Neustadt den Sack zu machen. Wir brauchen noch einen Punkt und den werden wir holen“, erklärte RBS-Coach Ricardo Moniz.

Wr. Neustadt kein guter Boden

Ein Selbstläufer wird die Aufgabe in Niederösterreich aber keineswegs.

In den vergangenen drei Auswärts-Begegnungen taten sich die Salzburger immer schwer, erzielten dabei kein einziges Tor und holten nur einen Punkt.

Schiemer: „Sie haben einige gute Spieler wie Madl oder Reiter, die Potenzial für größere Vereine haben. Für Wr. Neustadt geht es nicht mehr um viel, für die Spieler schon, sie wollen sich präsentieren. Deswegen wird die Aufgabe sicher nicht einfach werden.“

Breite Brust

Trotzdem geht keiner ernsthaft davon aus, dass der Tabellenführer mit einem Umfaller noch einmal für Spannung sorgt.

Zu souverän agierte die Moniz-Truppe in den letzten Wochen, zu groß ist das Selbstvertrauen nach zwölf Spielen ohne Niederlage.

„Wir spielen derzeit in einem Flow“, findet auch Schiemer, „es klappt einfach sehr viel. Ich fühle mich ein bisschen an 2009/10 erinnert, als wir in der Europa League 18 Punkte geholt haben. Der Teamspirit ist heuer ähnlich. Wir haben viele gute Typen, die auch einmal dazwischen hauen.“

Davids als Zusatz-Motivation

Vor dem möglichen Meisterstück in Neustadt griff Moniz zusätzlich in die Trick-Kiste und ließ am Freitag Weltstar Edgar Davids mittrainieren.

Der 39-jährige Niederländer sollte mit seiner vorbildhaften Einstellung positiv auf die Mannschaft einwirken.

„Ich nehme jede Möglichkeit in Anspruch, um die Spieler davon zu überzeugen, dass jedes Spiel ein Finale ist. Edgar verkörpert das perfekt. Auch mit fast 40 Jahren ist er noch eine Inspiration“, schwärmt Moniz von seinem Landsmann.

Am Sonntag in Wr. Neustadt wird der Red-Bull-Athlet allerdings nicht als Motivator dabei sein. Salzburg sollte es aber auch ohne ihn schaffen, den noch fehlenden Punkt zu holen.

Kurt Vierthaler

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