Parits: "Die Mannschaft steht in der Schuld"

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Nach der desolaten Vorstellung in Kapfenberg ist bei der Wiener Austria Wiedergutmachung angesagt. Im Heimspiel gegen Wacker Innsbruck am Samstag wollen die Favoritner ihren Fans wieder ihre bessere Seite präsentieren.

Dabei steht für die Elf des beim violetten Anhang umstrittenen Ivica Vastic einiges auf dem Spiel. Im Fall einer Niederlage droht schlimmstenfalls der Rückfall vom dritten auf den siebenten Tabellenrang.

Diesen nimmt aktuell Wacker ein. Bei zwei Zählern Rückstand auf die Austria dürfen die Innsbrucker bei einem Erfolg in der Generali Arena weiter von der Europa League träumen.

"Die Austria hat den Druck"

Trainer Walter Kogler wähnt seine Mannschaft jedenfalls in einer "super Situation". "Die Austria hat den Druck, wir sehen uns selbst nicht unter Siegzwang", meinte der Kärntner. Kogler dürfte damit nicht unrecht haben.

Vastic ist zuversichtlich

Im Training habe seine Mannschaft Aggressivität und Ernsthaftigkeit gezeigt. Dies stimme ihn für die Partie zuversichtlich. Auch soll die zuletzt stockende Angriffsmaschinerie - in den jüngsten sieben Runden gelangen nur drei Tore - wieder ins Laufen kommen.

"Egal, ob wir mit einem, zwei oder drei Stürmern spielen. Wir müssen zeigen, dass wir gewinnen wollen", meinte Vastic. Dass die Diskussionen um seine Person nicht gänzlich an ihm vorübergegangen sind, gestand sich der 42-Jährige ebenso ein.

"Natürlich ist das nicht angenehm. Aber damit muss man umgehen können und sich nicht ablenken lassen. Ich bin hier, um meine Chance zu nutzen. So lange ich da bin, werde ich alles versuchen."

Wacker bleibt beim 4-3-3

Wacker reiste mit der Gewissheit nach Osten, dass der Druck auf dem Gegner ruht. Auch deshalb war Kogler trotz sechs siegloser Spiele gegen die Austria in Serie (Bilanz 2-4-0) optimistisch.

"Ein oder drei Punkte wären sicherlich erwünscht. Das ist nicht unrealistisch, wir haben im Frühjahr immerhin mehr Punkte geholt als die Austria", sagte der Coach der Tiroler. Er kündigte an, auch in Wien seiner neuen 4-3-3-Formation zu vertrauen.

Personell stehen Wacker bis auf Hackmair, Bergmann und Löffler alle Mann zur Verfügung. Bei der Austria fehlen neben dem gesperrten Kapitän Ortlechner auch die angeschlagenen Leovac, Rogulj (beide Adduktoren) und Alexander Grünwald (Bauchmuskel). Roland Linz steht vor seinem 200. Liga-Einsatz. Der Steirer dürfte zu Beginn aber wieder nur auf der Bank Platz nehmen.

Nach dem 0:1 in der Obersteiermark ist bei der Austria Feuer am Dach. Medial aufgebauscht wurde die Situation durch eine via Internet verbreitete Drohung eines Platzsturms - ausgerechnet in jenem Spiel, in dem die Austria ihr "Löwenfest" für die jüngsten Anhänger veranstaltet.

Donnerstag versuchten die Austria-Verantwortlichen deshalb, die Gemüter im Rahmen einer Mitgliederversammlung zu beruhigen.

"Die Austria-Fans wissen, worum es geht. Natürlich ist die Leistung der Mannschaft auf dem Spielfeld für die Stimmung verantwortlich. Aber wir halten nichts von Panikmache", berichtete Vorstandsmitglied Markus Kraetschmer über die Gespräche mit führenden Fan-Vertretern.

Englische Woche für die Austria

Heben würde die Stimmung am Verteilerkreis ohnedies nur ein Erfolg gegen die Tiroler. Sportchef Thomas Parits nahm die Austria-Kicker vor dem Spiel in die Pflicht, steht nach dem Heimspiel doch kommenden Mittwoch das wichtige Cup-Halbfinale in Ried auf dem Programm.

"Auf uns wartet eine harte Woche. Die Mannschaft steht in der Schuld, jetzt muss eine Reaktion folgen", sagte Parits. Auf die Frage, ob der seit Winter amtierende Vastic im Fall einer Niederlage sein Amt abgeben müsse, winkte er ab: "Wir werden jetzt sicher nicht die Nerven verlieren."

Der Austria-Coach selbst ist sich des Ernsts der Lage bewusst. Auch deshalb kündigte Vastic verstärkte Angriffsbemühungen an. "Für uns zählt nur ein Sieg, und wir werden alles tun, um zu gewinnen", sagte der Ex-Internationale.

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