"So einen Kapitän wünscht man sich"

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Diese Bundesliga-Saison ist gewiss einiges schuldig geblieben. Doch wie die Top-Ligen in Deutschland, Spanien oder auch England darf sich nun auch Österreich über einen absoluten Liga-Gipfel freuen.

Nach Bayern-Dortmund, Barcelona-Real und dem Manchester-Derby (Montag, 21 Uhr) rückt diese Woche das Duell Rapid gegen Salzburg am Sonntag in den Fokus der hiesigen Fußball-Fans.

Der Tabellenführer aus der Mozartstadt legte am Samstag mit einem 1:0-Sieg in Mattersburg vor, Rapid gab am Sonntag in einem ereignisreichen Spiel in Ried die Antwort.

„Die schönsten Siege sind die, die umkämpft sind“

Nach dem 3:2-Sieg im Innviertel bleiben die Grün-Weißen drei Punkte hinter Salzburg. Am kommenden Sonntag kommt es zum großen Showdown im Hanappi-Stadion.

„Das sind die schönsten Siege, die heiß umkämpft sind“, zeigte sich Rapid-Trainer Peter Schöttel nach dem Sieg gegen Ried auf „Sky“ vom Spiel mitgenommen, aber natürlich auch erleichtert.

Zwei Mal führten die Gäste mit zwei Toren Vorsprung, zwei Mal kamen die Hausherren wieder ran.

„Leider haben wir zeitweise den Riedern das Spiel überlassen. Gegen Salzburg dürfen wir hinten nicht so nachlässig agieren“, weiß Deni Alar, der zum ersten Mal in seiner Karriere gegen Ried traf.

Alar hat sich warm geschossen

Mit seinen Saisontoren sechs und sieben hat sich der 22-Jährige für den Schlager so richtig warm geschossen. Vergessen ist der Herbst, in dem es für den Steirer noch nicht so klappte.

„Dass es bei mir im Herbst nicht so gut gelaufen ist, gehört zum Fußball dazu. Das hat mich stärker gemacht“, freut sich der Angreifer im Nachhinein.

Verteidiger Harald Pichler freute sich für Alar und dem zweiten Rapid-Torschützen, Guido Burgstaller.

„Wichtig ist, dass unsere Stürmer getroffen haben, die wurden in dieser Saison zu oft kritisiert", so der Kärntner, der mit seinen Kollegen in der Abwehr alle Hände voll zu tun hatte.

"Es ist schwer, wenn der Gegner mit vielen, langen Bällen spielt und wir auf die zweiten Bälle nicht gut drauf gehen. Dann wird es öfters brenzlig“, erklärte der Innenverteidiger, der wenigen Sekunden nach Spielbeginn für eine Schrecksekunde sorgte und Ried fast zum 1:0 einlud.

Sein Trainer sieht es seiner Verteidigung nach. „Wir sind nach wie vor in einem Entwicklungsprozess, weshalb wir nach wie vor individuelle Fehler machen“, so Schöttel, dessen Team beide Tore nach Standardsituationen kassierte.

Hadzic mit rabenschwarzem Tag

Die schwerwiegenderen Fehler machte aber Ried, vor allem Anel Hadzic erwischte einen rabenschwarzen Sonntag. Vor dem ersten und dem dritten Gegentor verlor der Mittelfeldspieler den Ball jeweils an den Assistgeber.

Hadzic wurde nach 63 Minuten mit einer miserablen Zweikampf-Quote von 20 Prozent vom Feld genommen. Generell konnte Trainer Gerhard Schweitzer mit seinen „Wikingern“ nicht zufrieden sein.

"Wir haben zwei Geschenke verteilt, die Rapid sehr gerne angenommen hat“, so der Interimscoach, der nach der Saison wieder Assistenztrainer des noch offenen Gludovatz-Nachfolgers sein wird.

„Vor der Halbzeit wäre der Ausgleich möglich gewesen. Der Gegentreffer nach der Pause war ganz, ganz bitter. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen“, war Schweitzer nicht verärgert.

Manager Stefan Reiter ärgerte in der Halbzeit das oftmalige Wegrutschen seiner Spieler und haderte aufgrund dessen mit der Schuhauswahl.

„Der Untergrund war etwas seifig. Aber was soll ich machen? Ich kann den Spielern nicht auch noch die Schuhe anziehen“, sorgte Schweitzer nach der Pleite trotzdem noch für einen Rieder Lacher.

Starkes Hofmann-Comeback

Zu lachen hatte auch Steffen Hofmann einiges. Der Rapid-Kapitän gab nach seinem Muskelfasereinriss und drei Spielen Pause ein starkes Comeback.

Der 31-Jährige legte in seinen 77 Minuten sechs Torschüsse auf, zwei führten auch ins Gehäuse.

„Er hat heute das gezeigt, was er unter der Woche schon angedeutet hat“, war Schöttel von der guten Leistung (52 Ballkontakte, ex aequo mit Trimmel Rapid-Spitze) nicht überrascht.

Der Trainer gab auch preis, was Hofmann vor dem Ried-Spiel verbal leistete.

„Es gab nach dem Sturm-Spiel unter der Woche eine etwas ernstere Besprechung, wo er auch Dinge angesprochen und von seinen Mitspielern eingefordert hat. Er geht in dieser entscheidenden Phase voran. So einen Kapitän wünscht man sich“, ist Schöttel glücklich.

Glücklicher ist der 45-Jährige wohl nur, wenn er einen Blick auf die Tabelle riskiert. Vier Runden vor Schluss haben die Wiener fünf Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Europacup-Platz, neun auf Ried (6.).

„Es sieht jetzt richtig gut aus, dass wir nächstes Jahr international spielen, das ist unser Hauptziel und das Wichtigste.“ Und das i-Tüpfelchen auf dieser Umbruchssaison ist immer noch möglich.

„Dass wir vier Runden vor Schluss die einzigen sind, die Salzburg vom Meistertitel abhalten können, macht es natürlich interessant. Wir freuen uns alle sehr auf den kommenden Sonntag.“

Moniz bleibt gelassen

Das Spiel der Spiele dieser Saison wird Rapid aber ohne die gesperrten Trimmel und Prager (Schöttel: „Das ist einfach dumm gelaufen“) von statten gehen, Heikkinen kehrt dafür zurück.

Rapid zeigt sich bereit für den Hit am kommenden Sonntag. „Es wird viel Kampf, viel Leidenschaft geben. Dann werden wir sehen“, stimmte sich Harald Pichler schon einmal ein.

Und wie denkt Salzburg? Trainer Ricardo Moniz blieb bei „Talk und Tore“ gelassen: „Wir haben es in der eigenen Hand. Es bleibt bis Ende spannend, das habe ich immer gesagt.“

Salzburg muss am Dienstag noch im Cup-Halbfinale in Hartberg antreten. Danach gilt auch der „Bullen“-Blick auf den Showdown.

Rapid ist schon fokussiert.

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