Pleiten, Pech und Pannen

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301. Wr. Derby: Wieder viel Lärm um nichts

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Es war ein Déjà-vu.

Die 301. Auflage des Wiener Derbys bot eine ähnliche Schonkost wie das vorangegangene Duell zwischen Austria und Rapid am 18. Februar im Happel-Stadion.

Auch diesmal trennten sich die beiden Erzrivalen torlos.

Auch diesmal vermisste man Offensiv-Fußball und eine spielerische Linie.

Auch diesmal waren Krampf und Kampf Trumpf.

Dementsprechend ernüchternd fiel das Resümee aus.

„Man hat gemerkt, dass es für beide Mannschaften um extrem viel geht. Wir haben uns sehr gut neutralisiert. Es ist relativ wenig passiert“, bringt es Manuel Ortlechner gegenüber LAOLA1 auf den Punkt.

Und Harald Pichler ergänzt: „Es war temporeich, aber zu unpräzise. Deswegen hat es auch kaum Torszenen gegeben.“

Dafür gab es zahlreiche „Pleiten, Pech und Pannen“, die für Kopfschütteln sorgten.

PLEITEN


Mutlose Leistung:

8:4 Torschüsse zu Gunsten der Austria. So lautet die magere Bilanz. Zum zweiten Mal in Serie entpuppte sich das Derby als trostlose Angelegenheit. „Das ist eindeutig zu wenig. Wir haben viel zu leichte Fehler gemacht. Das müssen wir abstellen“, gesteht Pichler. SCR-Trainer Peter Schöttel kennt die Gründe für die erneute Derby-Nullnummer: „Beide Mannschaften versuchen recht ähnlich zum Erfolg zu kommen. Zudem geht es für Ivo und mich um einiges. Wir müssen beide den Klub in den Europacup führen. Keiner will verlieren, deswegen waren die letzten beiden Derbys nicht so gut.  Sein Pendant Ivica Vastic sieht es ähnlich: „Wir haben uns gegenseitig neutralisiert, es gab viele Zweikämpfe und Fehlpässe.“

Auffassung des Spiels

„Ich habe gehört, dass das Match schrecklich ausgesehen hat. Ich finde, es war nicht so schlecht. Es war halt heißumkämpft. Es war einfach eine wichtige Partie. Das hat man gemerkt. Beide Teams sind aggressiv zu Werke gegangen und haben nichts anbrennen lassen“, lässt Markus Suttner die Partie Revue passieren. „Wir haben zwar in dieser Saison keine Derbys gewonnen, aber wenn wir am Ende vor der Austria sind und international spielen, war es eine gute Saison“, meint Schöttel.

PECH


Verletzungsteufel bei Rapid

Beide Teams hatten schon vor dem Match mit Ausfällen zu kämpfen. Während die Veilchen auf Alexander Grünwald und Georg Margreitter verzichten mussten, fielen bei Rapid Thomas Prager, Guido Burgstaller und Steffen Hofmann aus. Während des Spiels wütete dann im grün-weißen Lager der Verletzungsteufel. Markus Katzer zog sich erneut eine Muskelverletzung zu und wurde bereits nach 33 Minuten ausgewechselt. Noch schlimmer erwischte es Boris Prokopic, der sich bei einem Zweikampf mit Emir Dilaver einen Seitenband- und Kreuzbandriss zuzog – das Saisonende. „Ich wechsle Trimmel aus und drei Sekunden später verletzt sich Prokopic. Das ist bitter. Nach dem Austausch hat man die Unordnung und das Durcheinander bei uns gesehen“, so Schöttel.

Verpasste Chance aufzuschließen

Rapid kann mit der Nullnummer besser leben. Der Rückstand auf Leader Salzburg beträgt weiterhin nur einen Zähler. „Wir haben gewusst, dass wir bei einem Sieg die Tabellenspitze übernehmen. Das war ein bisschen in den Köpfen drinnen. Der Punkt könnte denoch sehr wichtig sein“ gesteht Pichler. Anders die Situation bei den Violetten, die fünf Punkte hinter den Bullen und vier hinter den Hütteldorfern liegen. „Ich bin enttäuscht. Wir hätten das Derby gewinnen müssen, um vorne dabei zu sein. Wir können jetzt nur hoffen, dass Rapid und Salzburg noch einmal umfallen, damit wir herankommen“, gesteht Suttner. Trainer Vastic hat den Titel aber noch nicht aufgegeben: „Wir haben nach wie vor Chancen auf den Titel, haben ein gutes Restprogramm, das müssen wir nützen."

PANNEN


Wechselwirrwarr

Michael Liendl macht sich in der 60. Minute für seine Einwechslung bereit. Auf der Austauschtafel leuchtet die Nummer 17 auf – Florian Mader muss raus. Plötzlich herrscht große Verwirrung auf der violetten Betreuerbank. Mader? Als der Stadionsprecher den Wechsel bekannt gibt, eilt Vastic zum vierten Offiziellen und erklärt, dass eigentlich Marin Leovac ausgetauscht werden soll. Das Spiel wird ohne Tausch fortgesetzt, eine Minute später kommt dann Liendl für Leovac rein.

Abtransport-Dilemma

Boris Prokopic kann einem wirklich leidtun. Als die Sanitäter den verletzten 24-Jährigen in der 67. Minute auf der Trage vom Spielfeld abtransportieren wollen, rutscht einer aus und landet mit seinem Körper am Rapidler.

Falsche Zuschauerzahl

Als in der zweiten Halbzeit die Zuschauerzahl von 12.919 durchgesagt wurde, gab es einige erstaunten Blicke. Wie soll das gehen, wenn nur 12.500 Tickets aufgelegt wurden? Nach Spielende dann die Erklärung. „Uns ist ein Fehler unterlaufen. Die offizielle Zuschauerzahl lautet 12.219“, so Austria-Pressesprecher Christoph Pflug.

Martin Wechtl/Harald Prantl

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