Befreiungsschlag für Schreter, Rückschlag für Rapid

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Es war zweifellos eine der besseren Partien in einer bislang eher müden Frühjahrssaison.

Und einer kann sie wohl getrost als die beste Partie der Saison bezeichnen. Mann des Spiels beim 2:1-Sieg von Wacker Innsbruck gegen Rapid war Marcel Schreter.

30 Bundesliga-Partien dauerte es, ehe der 30-Jährige wieder jubeln durfte. Dann auch noch gleich zwei Mal. Und das in den ersten elf Minuten.

„Ein perfekter Nachmittag“

„Für mich war es ein perfekter Nachmittag. Ich bin überglücklich. Aber das Wichtigste war, dass wir die drei Punkte geholt haben“, hielt der Stürmer nach dem Überraschungserfolg fest.

Sein perfekter Volleyschuss eröffnete praktisch die Partie (2.). „Der war schön geschossen, das macht er im Training öfter, im Spiel hat es heuer eben noch nicht geklappt“, lobte Walter Kogler.

Über ein Jahr hatte Schreter im Oberhaus nicht getroffen, nun gleich im Doppelpack. „Fußball ist allgemein verrückt – manchmal grausam, manchmal schön. Heute war es schön“, befand Kogler.

Weniger schön aus Innsbrucker Sicht war das Zittern gegen Schluss, nachdem Joker Atdhe Nuhiu nach einer Stunde verkürzen konnte.

„Wir sind zum Schluss etwas weit hinten gestanden, der Trainer hat uns da auch immer wieder hinausbeordert. Wir haben es über die Runden gebracht, das ist das Wichtigste“, jubelte Schreter.

Innsbrucker Schwerstarbeit

Auch seinem Coach wäre weniger Zittern lieber gewesen, musste aber festhalten: „Man muss sagen, dass Rapid in der zweiten Hälfte sehr druckvoll gespielt hat. Sie ist eine Mannschaft mit sehr großen Stürmern, die körperlich sehr präsent ist. Da haben wir hinten Schwerstarbeit leisten müssen.“

Aus Sicht der Wiener ist die Niederlage doppelt bitter. Alle Konkurrenten im Titelkampf hatten am Samstag nur Remis gespielt, mit einem Kantersieg wäre sogar die Tabellenführung möglich gewesen.

So kam es ganz anders – und das war sehr früh klar.

„Der Gegner geht mit dem ersten Torschuss in Führung. Wir haben die sofortige Ausgleichsmöglichkeit, machen sie aber nicht. Und Innsbruck macht mit dem zweiten Torschuss das zweite Tor“, fiel die trockene Analyse von Rapid-Coach Peter Schöttel aus.

Schöttel trauerte Chancen nach

Der 44-Jährige trauerte einmal mehr in dieser Saison vergebenen Chancen nach.

„Wir hatten genügend Möglichkeiten, um zumindest noch das Remis zu erreichen“, so der Wiener.

Ein Blick auf die Statistik: 18:17 Torschüsse für Wacker, sechs Mal musste Innsbruck-Goalie Szabolcs Safar entscheidend eingreifen, fünf Mal sein Pendant Lukas Königshofer. Grün-Weiß hatte mehr Ballbesitz (53,3:46,7 Prozent) und gewann drei Zweikämpfe mehr (141:138).

Nun größerer Rückstand auf Salzburg

„Wir haben das Unentschieden nicht geschafft, deswegen bin ich enttäuscht. Der Gegner war einfach effektiver als wir, das müssen wir uns eingestehen, deshalb fahren wir heute mit leeren Händen nach Wien zurück“, schilderte ein enttäuschter Schöttel.

Damit wurde die Chance verpasst, Tabellenführer Salzburg unter Druck zu setzen. Vielmehr vergrößerte sich der Rückstand um einen Punkt, da die „Bullen“ zuvor bei der Admira 2:2 spielten.

Während der Leader kommendes Wochenende bei der Austria gastiert, muss Rapid – ohne den gesperrten Harald Pichler – zu den Südstädtern.

Ein Rückschlag bedeutet in dieser Liga-Saison so gut wie gar nichts. Ein neuerlicher schon mehr.

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