Moniz nach Blamage angezählt

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Moniz nach SVM-Blamage angezählt

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Salzburg-Trainer Ricardo Moniz ist wieder einmal unter Druck geraten.

Seine Mannschaft verspielte am Samstag mit einer 0:1-Heimblamage gegen Mattersburg die Chance, am Mittwoch im Nachtrag bei Wacker Innsbruck die Tabellenführung in der Bundesliga zu übernehmen.

Für die Salzburger steht eine entscheidende Woche auf dem Programm.

Nach Innsbruck empfangen sie am Samstag Spitzenreiter Rapid zum großen Schlager.

Konsequenz des Trainerberufs

Für den Titelkonkurrenten gerüstet präsentierten sich die Salzburger gegen Mattersburg allerdings nicht.

Nach einem frühen Rückstand sei das Team "mental auseinandergebrochen", gestand Moniz.

Unter den lediglich 4.900 Zuschauern wurden Stimmen laut, die eine Ablöse des Niederländers forderten.

"Das ist eine Konsequenz aus dem Trainerberuf", meinte Moniz.

"Als Cheftrainer muss ich das akzeptieren und unempfindlich sein."

Kein Rücktritt

Moniz denkt nicht an Rücktritt - trotz der schwächsten Punktebilanz, die Salzburg in der Red-Bull-Ära seit 2005 zu diesem Saisonzeitpunkt jemals aufgewiesen hat.

Nach 22 Spielen halten die Bullen bei lediglich 34 Zählern.

Selbst die eigene Arena ist keine Festung mehr, setzte es nach dem 0:4-Debakel in der Europa League gegen Metalist Charkiw und einem 0:0 gegen Meister Sturm Graz doch nun auch in der Liga die erste Heimniederlage der Saison.

"Gegenwind war schon vor Weihnachten da"

Die angespannte Situation ist auch für Moniz nicht wegzuleugnen.

"Der Gegenwind war schon vor Weihnachten da", erinnerte der 47-Jährige, der vor Salzburg noch nie längerfristig als Cheftrainer gearbeitet hatte.

Von Mitte September bis Ende November war sein Team in der Liga sieben Spiele ohne Sieg.

"Auch da habe ich es gedreht. Ich bleibe immer stehen", versicherte Moniz.

"In schlechten Zeiten muss man Charakter zeigen."

Moniz will Team wieder aufbauen

Aufgeben komme für ihn unter keinen Umständen infrage.

"Man kann nie weglaufen, man muss immer stehenbleiben", erklärte Moniz. "Man muss immer ein Vorbild sein."

Schon nach den Pleiten gegen Charkiw (0:4,1:4) habe er die Mannschaft aufgebaut.

"Wir müssen uns selbst in den Spiegel schauen", sagte Moniz.

"Es wäre eine Riesenchance gewesen, nach dem Spiel in Innsbruck die Tabellenführung zu übernehmen. Diese Chance haben wir nicht genutzt."

"Es fehlt uns das Selbstvertrauen"

Nun geht sein Team auch in den Schlager gegen Rapid in der Rolle des Jägers - eines Jägers, der in fünf Pflichtspielen seit der Winterpause erst zwei Tore erzielt hat.

Neuzugang Jonathan Soriano blieb bisher weitgehend wirkungslos - auch weil der Stürmer zuletzt von Moniz in einer ungewohnten Rolle im offensiven Mittelfeld aufgeboten worden ist.

"Es fehlt uns außerdem das Selbstvertrauen", sagte Defensiv-Allrounder Franz Schiemer.

Kein Abstiegskampf

Das Problem hat Mattersburg nicht.

Die Burgenländer sind mit drei Siegen in Folge das beste Frühjahrsteam. Schlusslicht Kapfenberg ist vorerst einmal deutlich distanziert.

"Wir werden uns nicht mit großen Rechnereien beschäftigen", versicherte Mattersburg-Trainer Franz Lederer.

"Allergrößter Respekt vor Kapfenberg, aber wir wollen uns nach vorne orientieren."

Vom drohenden Abstiegskampf will im Burgenland niemand mehr etwas wissen.

"Mannschaft glaubt mehr an sich"

"Wir haben schon im Herbst gute Spiele gemacht", meinte Lederer.

"Die Mannschaft ist aber jetzt ein wenig reifer und glaubt mehr an sich."

Und sie hat in Exzentriker Ilco Naumoski einen Spieler, der den Unterschied ausmachen kann.

Die Torflaute in der höchsten Spielklasse wollte Lederer nicht überbewerten.

"Aber es ist kurios, dass das Niveau der Liga immer schlechtgeredet wird, wenn keiner der Großen wegmarschiert."

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