Das nervige Standard-Ergebnis

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"Darauf werden wir wieder jeden Tag angeredet"

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Zu Beginn ein kleines Ratespiel: Stammt folgendes Zitat von einem Sturm- oder von einem Rapid-Spieler?

„Wir kommen durchaus zu Chancen, im Abschluss fehlt ein bisschen das Glück. Positiv ist, dass wir im Frühjahr noch kein Gegentor kassiert haben. Das gilt es herauszustreichen. Ich bin mir sicher, dass wir vorne auch bald wieder treffen werden, dann stehen wir gut da.“

Des Rätsels Lösung folgt am Textende. Im Prinzip ist sie jedoch egal. Repräsentiert dürfen sich durch diese Analyse nämlich beide Teams fühlen.

Die Parallelen zwischen Meister und Tabellenführer sind nach der Nullnummer im Schlager der 22. Runde jedenfalls unübersehbar. Während es für Sturm das zweite 0:0 en suite war, endeten bekanntlich gleich fünf der vergangenen sechs Rapid-Spiele mit diesem Resultat.

„Das Standard-Ergebnis ist wieder eingetroffen“

Dank des 1:0-Heimsiegs gegen Mattersburg haben die Grazer den Hütteldorfern zumindest einen Frühjahrs-Treffer voraus.

„Das Standard-Ergebnis ist wieder eingetroffen. Das 0:0 ist ein bisschen unbefriedigend für uns, wir haben uns mehr vorgestellt“, beklagte Mario Sonnleitner.

Dem Rapid-Innenverteidiger mit Sturm-Vergangenheit ist bewusst, dass nun eine weitere Woche, in der die 0:0-Thematik diskutiert wird, bevorsteht: „Natürlich nervt das.“

„Die Spieler sitzen in der Kabine und ärgern sich enorm, weil wir wissen, dass die Diskussion weiter geht und wir wieder jeden Tag darauf angeredet werden, dass wir schon sehr oft 0:0 gespielt haben“, fühlte Trainer Peter Schöttel mit seinen Spielern mit.

„Im ersten Spiel haben wir blöd geschaut“

Dass sie keine Chancen herausgespielt hätten, konnte er seinen Schützlingen nicht vorwerfen. Auch niveaumäßig war es im Vergleich zum Wiener Derby eine Steigerung, was allerdings kein Kunststück darstellt.

Auch wenn besagtes Ergebnis jedem im grün-weißen Lager zum Hals raushängt, ist ein Punktgewinn beim Meister im Titelkampf nicht von Nachteil. In gewisser Art und Weise war es sogar ein Fortschritt:

„Im ersten Saison-Spiel in Graz sind wir hier in der 93. Minute dagestanden und haben blöd geschaut“, erinnerte sich Schöttel an den damaligen Lucky Punch von Haris Bukva zum 1:0-Erfolg Sturms.

„Wir haben jetzt zwei Mal gegen direkte Konkurrenten 0:0 gespielt. Das waren zwei Spiele, die wir im Herbst noch verloren haben – sowohl das Derby im Happel-Stadion als auch das Spiel in Graz. Durch die anderen Ergebnisse ist nicht viel passiert, und dass wir irgendwann wieder Tore erzielen werden, ist nur eine Frage der Zeit“, so der Hütteldorfer Coach weiter.

„Ich war mir sicher, es fällt noch ein Tor“

Nur eine Frage der Zeit bis zur Wiederholung des Bukva’schen Geniestreichs war es für Franco Foda:

„Gerade die letzten zehn Minuten waren ein offener Schlagabtausch, da war alles möglich. Beide Mannschaften haben auf Sieg gespielt. Ich war mir eigentlich sicher, es fällt noch ein Tor. Ich wusste nur nicht auf welcher Seite.“

Für den Sturm-Coach war es „ein gutes 0:0 mit viel Tempo und hoher Intensität. Für mich war es ein absolutes Spitzenspiel.“ Über die Klasse der Partie konnte man jedoch getrost geteilter Meinung sein.

Einigkeit bestand bei Vertretern beider Vereine indes darüber, dass vor der Pause die Wiener mehr vom Spiel hatten, während nach dem Wiederanpfiff die Steirer tonangebend waren.

„Über die Klasse von Rubin braucht man nicht zu diskutieren“

„Ich habe meinen Spielern in der Halbzeit gesagt, dass sie mutiger sein müssen, dass wir besser kombinieren können. Das haben sie dann auch getan. Nach der Pause waren wir 25 bis 30 Minuten sehr gut im Spiel“, resümierte Foda.

Den Bann brechen hätte bei seinem Debüt im schwarz-weißen Dress Rubin Okotie können. Nach seiner Einwechslung hatte der Stürmer die eine oder andere gute Szene. Ein Torerfolg blieb aber auch ihm verwehrt.

Jürgen Säumel ist sich jedoch sicher, dass der frühere Austrianer ein Gewinn für Sturm ist: „Über die Klasse von Rubin braucht man nicht zu diskutieren. Er hat schon im Training gezeigt, dass er wichtig für uns sein kann. Generell sind wir von den Namen her in der Offensive gut aufgestellt. Rubin wird seinen Teil dazu beitragen, dass wir unsere Ziele erreichen. Wenn er hundertprozentig fit ist, wird er sicher das eine oder andere Tor für uns machen.“

„Dann sind wir dick da“

Von Säumel stammt übrigens der eingangs zitierte Sager, der im Prinzip die Situation beider Klubs widerspiegelt.

In der Tat kann man im Frühjahr die Steigerung der Sturm-Defensive (28 Herbst-Gegentore) herausstreichen. Für den defensiven Mittelfeldspieler ein großes Plus:

„Alle zehn Feldspieler arbeiten gut gegen den Ball. Der Gegner kommt schwer zu Torchancen, das hat man in allen drei Frühjahrs-Spielen gesehen. Es gilt, die Chancen, die wir vorfinden, zu nutzen. Dann sind wir dick da.“

Auch diese Einschätzung passt irgendwie für beide Teams…

Peter Altmann

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