"Trainereffekt darf man nicht überbewerten"

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Neues Jahr, alte Gewohnheiten.

Wieder einmal hat die SV Ried das erste Saisonspiel im Frühjahr verloren. Das 0:2 bei der Wiener Austria reiht sich nahtlos in die letztjährigen Auftritte ein.

Seit 2001 (1:0 gegen Sturm) setzte es zum Bundesliga-Auftakt sechs Niederlagen, drei Mal wurde zumindest ein Unentschieden erkämpft.

„Ich habe keine Erklärung, warum wir fast immer das erste Spiel im Frühjahr verlieren. Der Start ist immer schwierig, man weiß nie, wo man steht und ob man in der Vorbereitung alles richtig gemacht hat“, ist auch Tormann Thomas Gebauer im Gespräch mit LAOLA1 ratlos.

Die Veilchen feierten nach der Winterpause hingegen den dritten Sieg in Folge. Die Tabelle gibt einen Überblick:

Trainer Paul Gludovatz kennt die Gründe für den bereits traditionellen Fehlstart ebenfalls nicht.

„Ich weiß es wirklich nicht. Wenn wir aber eine ähnlich starke Saison wie letztes Jahr spielen und vielleicht sogar den Cuptitel holen, soll es mir recht sein“, hofft der 65-Jährige.

Denn mit dem Auftreten seiner Elf war der langjährige ÖFB-Angestellte grundsätzlich zufrieden. "Wir haben eigentlich ein gutes erstes Winterspiel gespielt. Wir waren sicher nicht so weit weg, wie es das Resultat vermuten lässt. Leider Gottes haben wir das vom Herbst mit den frühen Gegentreffern wieder mitgenommen und waren in der Offensive auffällig harmlos.“

Gebauer ergänzt: „Wir haben es nicht geschafft, die Austria unter Druck zu setzen – sind auch nicht in die Zweikämpfe gekommen. Es hat die Aggressivität gefehlt. Die Wiener waren cleverer.“

„Frühes Tor ist uns entgegengekommen“

Das frühe Tor spielte den Violetten perfekt in die Karten. „Die schnelle Führung ist uns entgegengekommen. Wir haben uns danach auf die Defensive konzentrieren können, sind hinten wirklich kompakt gestanden, waren aber auch nach vorne sehr gefährlich“, meint FAK-Coach Ivica Vastic.

Der 42-Jährige überraschte bei seinem Debüt mit der Aufstellung: Marin Leovac kam links, Michael Liend zentral im Mittelfeld zum Einsatz. Marko Stankovic agierte als hängende Spitze. Die in der Startelf erwarteten Tomas Jun und Neuzugang Tomas Simkovic mussten zunächst auf der Bank Platz nehmen. Florian Mader stand nicht einmal im Kader.

„Ich habe mir die Aufstellung gut überlegt, wollte Ried sicher nicht überraschen. Jeder Spieler stand berechtigt in der Startelf, weil sie sich im Training aufgedrängt haben.“

Gorgon: „Mannschaft steht im Vordergrund“

Zum Matchwinner avancierte Alexander Gorgon, der beide Treffer erzielte. „Der erste Doppelpack ist ein unbeschreibliches Gefühl. Der Erfolg der Mannschaft steht aber im Vordergrund. Wir haben uns für das erste Match einiges vorgenommen und wir konnten auch viel umsetzen. Wir sind froh, dass wir mit einem Sieg ins Frühjahr gestartet sind“, strahlte der 23-Jährige.

Mit dem ersten Meisterschaftssieg seit dem 3:0 bei der Admira am 19. November 2011 hievten sich die Violetten auf den dritten Tabellenplatz. Von einem Trainereffekt wollte Gorgon dennoch nicht sprechen.

„Dieses Thema darf man nicht überbewerten, nicht immer ist der Trainer schuld. Wir wollen uns nie auf den Coach ausreden. Es ist jetzt sicher nicht alles besser, was im Herbst noch schlecht war. Oftmals fehlt einfach nur das Quäntchen Glück.“

Vastic betrachtet Debüt nüchtern

Vastic betrachtete das erste Erfolgserlebnis als Bundesliga-Trainer ebenfalls nüchtern. „Ich freue mich über die drei Punkte und bin glücklich. Der Sieg gibt Selbstvertrauen. Ich habe eine echte Mannschaft, wo jeder für den anderen rennt, gesehen.“

Und das darf für den violetten Chefcoach ruhig zur Gewohnheit werden…

 

Martin Wechtl und Harald Prantl

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