"Chancenauswertung muss besser werden"

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Viel hat nicht gefehlt. Erst in der Nachspielzeit kassierte Admira bei der Heim-Premiere gegen Aufsteiger Kapfenberg den Ausgleich.

„Ein blödes Tor“, ärgert sich Christopher Dibon, der den Freistoß verursacht hat, der das 1:1 von Ordos erst möglich gemacht hat.

Im Lager des Aufsteigers war man sich nach dem Schlusspfiff nicht nur wegen des späten Gegentreffers einig: „Wir hätten die Partie gewinnen müssen, denn wir waren das bessere Team!“

Chancenauswertung, was ist das?

Spielerisch ja, das bestätigte auch KSV-Trainer Werner Gregoritsch, aber die Chancenauswertung der Niederösterreicher war noch nicht Bundesliga-reif.

Den ersten Treffer in dieser Saison erzielte Patrik Jezek in seinem 300. Spiel in der höchsten Spielklasse vom Elferpunkt.

Benjamin Sulimani tauchte zwei, drei Mal gefährlich vorm Kasten von Raphael Wolf auf, auch Issiaka Ouedraogo ließ die eine oder andere Möglichkeit aus.

"Brauche ich nicht jede Woche"

Sehr zum Ärger vom Trainer Didi Kühbauer: „Eigentlich kann ich der Mannschaft nach dieser Leistung nicht böse sein, aber die Chancenauswertung muss besser werden."

"Sonst stehen wir beim nächsten Mal wieder da, nach einem eigentlich guten Spiel und haben entweder einen oder keinen Punkt am Konto. Und das brauche ich nicht jede Woche.“

Aufsteiger zahlt Lehrgeld

Schon gegen Wiener Neustadt am kommenden Wochenende soll es mit dem Tore schießen besser klappen.

„Wir gehen zu leichtfertig mit unseren Chancen um, das wird in der Bundesliga bestraft. In der Ersten Liga haben wir oft die späten Tore geschossen, jetzt kriegen wir sie“, konnte sich Benjamin Sulimani über den ersten Punkt in der noch jungen Saison nur bedingt freuen.

Genau wie Admira-Schlussmann und ÖFB-Goalie Hans-Peter Berger: „Der Ausgleich war das Lehrgeld, das man als Aufsteiger bezahlt.“

"Psychologisch ganz wichtig"

Dass die Kapfenberger spät „abkassierten“, lag in erster Linie daran, dass man nie aufgab.

„Wir haben immer dran geglaubt, haben nie aufgegeben, das hat sich ausgezahlt“, freute sich Mittelfeldspieler Danijel Micic über den „gewonnenen Punkt“ und also den in letzter Minute verhinderten Fehlstart.

„Das war psychologisch ganz wichtig. Kämpferisch war unsere Leistung top, aber wir wissen, dass in der Mannschaft noch mehr Potenzial steckt. Das stimmt uns optimistisch.“

Risiko und Belohnung

Mit Michael Gregoritsch und Naim Sharifi standen ein 17- und ein 19-Jähriger in der Startelf, dazu der 21-jährige Dieter Elsneg.

„Wir haben die Mannschaft umgebaut und verjüngt, das auch mit einem Risiko verbunden. Aber ich bin trotzdem froh, dass wir diesen Schritt gemacht haben, obwohl wir sicher Kritik einstecken müssen, wenn es nicht so läuft“, weiß Trainer Werner Gregoritsch.

Mit dem Auftritt in der Südstadt war er nicht unzufrieden. „Ja, das späte Tor war glücklich. Aber wir wussten, dass Admira die spielstärkere Mannschaft sein wird, Didi (Kühbauer, Anm.) hat viel Qualität im Kader. Aber wir haben unsere Kampfstärke augespielt und sind dafür belohnt worden, dass wir nie aufgegeben haben.“

Wette gewonnen

Hart zu kämpfen wird Gregoritsch auch haben, wenn er Kühbauer („Einer meiner besten Freunde!“)  das nächste Mal am Tennisplatz gegenübersteht.

„Der Didi spielt Meisterschaft, ich nur mit meiner Frau. Da habe ich es natürlich schwer, aber immerhin habe ich meine Wette gewonnen.“

Nämlich die mit dem vierten Schiedsrichter, wer seine Emotionen in der Coaching-Zone besser im Zaum hat. „Das war ganz eindeutig!“

Harald Prantl/Stephan Schwabl

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