Versöhnlicher RBS-Abschluss und eine Privatfehde

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Die Geschichte der letzten Bundesliga-Partie im Kalenderjahr 2011 ist eigentlich schnell erzählt.

Red Bull Salzburg schoss gegen eine sichtlich ausgelaugte Austria zum richtigen Zeitpunkt die Tore, hatte das nötige Spielglück auf seiner Seite und gewann letztlich völlig verdient mit 3:0 (1:0).

Damit holten die „Bullen“, die sich vor drei Wochen noch in einer veritablen Krise befanden, aus den letzten vier Partien zehn Punkte – Torverhältnis: 11:1.

In Schlagdistanz zum Winterkönig


Als Lohn steht nun Platz drei zu Buche, nur zwei Punkte hinter Winterkönig Rapid.

„Wir müssen froh sein, dass wir nur zwei Zähler hinten sind. Wenn wir acht oder zehn Punkte hinten wären, dürften wir uns auch nicht beschweren“, hatte Doppeltorschütze Stefan Maierhofer die sieglose Serie von sieben Spielen noch im Hinterkopf.

Abwehr-Talent Martin Hinteregger wollte sich gar nicht ausmalen, wie es ohne dieser Unserie jetzt aussehen könnte: „Hätten wir diese Krise nicht gehabt, wären wir wohl schon einige Punkte voran und hätten damit für eine kleine Vorentscheidung sorgen können."

"Nun müssen wir im Frühjahr den Schwung mitnehmen und hoffen, dass die anderen wieder patzen.“

Zweitschlechteste Abwehr

Gerade die eklatante Abwehrschwäche, die sich auch mit den vielen Ausfällen erklären lässt, kostete der Austria in den letzten Wochen zahlreiche Punkte.

„Ich habe das Gefühl, dass sich viele Gegner denken: 'Lassen wir die Austria spielen, irgendwann macht sie einen Fehler, dann schlagen wir zu.' Das ist uns mit Sicherheit zu oft passiert“, sagte Trainer Karl Daxbacher und nimmt dabei die ganze Mannschft in die Pflicht.

„Wir wollen immer kombinieren und nach vorne spielen, vergessen dann aber bei Ballverlust, dass wir wieder schnellstmöglich nach hinten müssen. Dazu kommt, dass sich unsere Torleute im Herbst oft nicht geschickt angestellt haben.“

Für den 58-Jährigen und sein Team gibt es also in der Winter-Vorbereitung viel zu tun und einiges zu besprechen.

Privatfehde geht weiter

Zu besprechen hätten wohl auch Stefan Maierhofer und Roland Linz einiges.

Die beiden Stürmer kommunizieren aber offenbar lieber über die Medien.

Zwischen den Beiden gibt es schon seit längerem eine kleine Privatfehde, zuletzt hatte sich Linz abwertend über Maierhofer und dessen fußballerische Qualität geäußert.

Doppelpack für Linz

Darum „widmete“ der 2,02m-Hüne den Doppelpack, der ihn im Übrigen in der Torschützenliste auf Platz eins brachte, seinem „Erzfeind“.

„Ich bin erst in der sechsten Runde nach Österreich gekommen und habe viele Spiele nicht von Anfang an gemacht. Daher ist meine Bilanz ganz okay. Mir ist nur wichtig, dass ich vor einer Person bleibe. Die Aussagen von manchen Spielern finde ich nicht in Ordnung. So etwas macht man unter Kollegen nicht. Die Tore sind meine Genugtuung.“

Noch wichtiger als der „Sieg“ im Privatduell wäre Maierhofer aber der Titel: „Ich will mit der Mannschaft Erfolg haben und am Ende den Teller hoch halten.“

Kurt Vierthaler

Austria in der Krise

So wie zum Beispiel der violette Mitkonkurrent aus Favoriten.

Die „Veilchen“ konnten aus den letzten neun Spielen nur einen Sieg mitnehmen und schwächelten vor allem zu Hause.

„Bei uns ist zuletzt viel zusammengekommen. Wir haben zahlreiche Chancen nicht genutzt und gerade daheim viele Punkte liegen gelassen. Man hat auch am Ende gesehen, dass wir dringend eine Pause brauchen“, gab Regisseur Zlatko Junuzovic zu.

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