Duell der Offensiv-Spezialisten

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Konter- gegen Kombinations-Spezialisten

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Roland Linz, Patrik Jezek, Philipp Hosiner, Zlatko Junuzovic und Nacer Barazite.

Fünf der ersten acht in der Torschützenliste spielen bei Admira oder Austria.

Zlatko Junuzovic, Patrik Jezek, Florian Klein, Alexander Grünwald und Nacer Barazite.

Fünf der besten acht Assistgeber spielen bei den Südstädtern oder den Wienern.

Tor-Garanten

Wenn am Samstag, um 18:30 Uhr, der Spitzenreiter seinen ersten Verfolger empfängt, treffen die beiden torgefährlichsten Teams der Bundesliga aufeinander.

Die Niederösterreicher haben bislang 26 Treffer erzielt, die Violetten gar 28.

Angesichts dieser Zahlen ist es nicht weiter verwunderlich, dass in Spielen der beiden Mannschaften mit 3,07 (Admira) und 3,43 Treffern der Liga-Durchschnitt von 2,81 Toren pro Match überboten wird.

Admiras Konterstärke

„Sie haben sehr schnelle, aggressive Stürmer, die viel in die freien Räume gehen und daher sehr gut anspielbar sind“, zeigt FAK-Coach Karl Daxbacher Respekt vor dem Angriff des Aufsteigers.

Eine Offensivabteilung, die prädestiniert für Konter ist. „Unsere Stärken liegen im Umschalten von der Defensive auf die Offensive“, weiß auch Andreas Schrott.

„Bei Konterstößen haben sie in dieser Saison sehr schöne und attraktive Tore geschossen“, streicht Daxbacher hervor. Und tatsächlich sind die Südstädter schon sieben Mal aus schnellen Gegenstößen zum Torerfolg gekommen – absoluter Liga-Spitzenwert.

Zwei Schlüsselspieler

Abgesehen von den brandgefährlichen Stürmern sticht bei den Niederösterreichern Jezek hervor. Der Tscheche spielt eine ausgezeichnete Saison und hat bereits sechs Tore sowie vier Assists zu den Erfolgen seiner Truppe beigesteuert.

„Jezek erlebt anscheinend seinen dritten Frühling. Er ist ein echter Klassespieler, der in fast jedem Spiel zeigt, wie wertvoll er für die Admira ist. Er hatte bisher einige echte Highlights. Da ist ein Spieler am Werk, der wirklich große Klasse besitzt“, streut Daxbacher dem Routinier Blumen.

„Er hatte einige Spiele, in denen ihm alles aufgegangen ist. Ich glaube, dass er sehr, sehr wichtig für die Admira ist“, hat auch Junuzovic hat seine starken Vorstellungen registriert.

Das Veilchen darf sogar auf eine noch bessere persönliche Bilanz zurückblicken und liegt mit 13 Scorerpunkten (fünf Tore, acht Assists) in dieser Wertung als einziger vor Jezek.

Austrias Spielstärke

Wie er sich erklärt, dass dem FAK in dieser Saison im Durchschnitt zwei Tore pro Ligaspiel gelingen? „Wir haben durch unsere offensive Aufstellung viele Freiheiten, rochieren viel und sind daher unberechenbar“, sagt Junuzovic.

Das offensive Erfolgsgeheimnis der Favoritner lässt sich an ihrem guten Kombinationsspiel festmachen. 20 Treffer resultierten bislang nach Pässen – der Liga-Durchschnitt liegt genau bei der Hälfte.

„Wir haben die spielerischen Mittel, auf jedem Platz in Österreich und – wie man zuletzt sehen konnte – auch international ein Tor zu schießen“, erklärt Georg Margreitter.

Nicht nur deshalb meint Schrott: „Uns ist bewusst, dass mit der Austria ein harter Brocken wartet. Wir Abwehrspieler müssen uns in die Offensive einschalten und für Gefahr sorgen. Schließlich ist Angriff die beste Verteidigung.“

Probleme in der Defensive

So stark der Rekordcupsieger nach vorne hin auch auftreten mag, defensiv läuft es in dieser Saison nicht wirklich. Abgesehen vom 2:0-Cuperfolg in Reichenau musste in den vergangenen 15 Pflichtspielen immer zumindest ein Gegentor verdaut werden.

Margreitter findet eine Erklärung dafür: „Wenn man die ersten Spielhälften gegen Charkiw daheim und Alkmaar auswärts hernimmt, haben wir gegen zwei Topteams keine Gegentore bekommen. Da hatte die ganze Mannschaft im Vorhinein schon im Kopf, dass wir vom Stürmer bis zum Tormann geschlossen verteidigen müssen.“

„Dieses Bewusstsein fehlt uns in der Bundesliga hin und wieder. Vielleicht sind es fünf oder zehn Prozent in der Arbeit nach hinten, die jeder unbewusst weniger gibt“, so der Innenverteidiger.

Der Vorsatz

Auch seinem Trainer sind die zahlreichen Gegentore ein Dorn im Auge: „Bei einer offensiven Einstellung besteht natürlich die Gefahr, hinten offen zu sein. Das passiert uns immer wieder. Die Aufgabe in den letzten Runden der Herbstmeisterschaft wird sein, den Spagat zwischen gutem Defensiv- und Offensivspiel zu schaffen.“

Diesen Vorsatz hat Junuzovic jedenfalls schon gefasst: „Wir wollen schauen, dass wir hinten dicht stehen und nicht so billige Tore kassieren, wie uns das phasenweise passiert ist.“

Dass der Tabellenführer im Stande ist, Fehler eiskalt auszunützen, ist im Lager der Veilchen nämlich allen bewusst. Nicht umsonst ist ihr Gegner nach ihnen das zweitbeste Offensivteam.


Harald Prantl

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