Eine violette Machtdemonstration

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„Unser Auftreten war meisterwürdig“, strahlte Zlatko Junuzovic.

Tatsächlich kann die Vorstellung der Austria beim 3:0-Erfolg bei der Admira durchaus als Machtdemonstration bezeichnet werden. Der erste Verfolger ließ dem Spitzenreiter nicht den Hauch einer Chance und war in allen Belangen überlegen.

Manuel Ortlechner war sich sicher: „Das war eine unserer besten Leistungen in dieser Saison.“

Passive Admira

Der Spielverlauf war aus Sicht der Violetten auch ideal. Bereits nach acht Minuten gelang Nacer Barazite der Führungstreffer.

In weiterer Folge hatten die Gäste im Mittelfeld viel Platz zum Kombinieren und erarbeiteten sich einige Möglichkeiten.

Admira-Kapitän Christopher Dibon analysierte: „Wir haben vor der Pause zu passiv gespielt, wollten die Austria kommen lassen. Sie haben das mit ihrem technisch guten Spiel eiskalt ausgenützt, haben den Raum gesucht und sehr gut kombiniert.“

„Wir haben uns sehr schwer getan, in die Zweikämpfe zu kommen. Eigentlich sind wir nur nachgelaufen. Wir hätten aggressiver sein müssen und im Block attackieren. Das war der größte Fehler heute.“

Ortlechner hatte auch ein Erklärung parat: „Wenn sich Tomas Jun zwischen die Linien fallen lässt, sind wir dort in Überzahl. Das haben wir super ausgenützt. Auch das clevere Passspiel war sehr wichtig.“

Margreitter und die Uhrzeit

In der 42. Minute wurde die spielerische Dominanz in einen zweiten Treffer umgemünzt. Kuriosum am Rande: Einen Tag vor der 100-Jahr-Gala war es am 19.11., um 19:11 Uhr, als Georg Margreitter einen Eckball von Junuzovic per Kopf im Tor versenkte.

„Der Eckball war so einstudiert. Ich habe das Tor gestern schon angekündigt“, lachte der Innenverteidiger. „Das stimmt, wir haben das genauso trainiert“, bestätigte der Assistgeber.

Ortlechner meinte: „Er ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste Kopfballspieler der Liga. Es war an der Zeit, dass er wieder einmal trifft.“ Der Torschütze selbst konnte es auch kaum mehr erwarten, seinen ersten Saisontreffer zu bejubeln: „Ich bin froh, nach einer langen Durststrecke endlich wieder getroffen zu haben.“

Für Admira-Coach Didi Kühbauer war das 0:2 vor der Pause der Knackpunkt. „Da haben wir alle gewusst, dass es sehr schwer wird, wenn wir nicht schnell den Anschlusstreffer erzielen.“

Die Austria und die Null

Das sollte den Südstädtern aber nicht gelingen, vielmehr erhöhte Barazite in der 65. Minute mit seinem siebenten Saisontor auf 3:0.

Erstmals seit neun Ligaspielen stand bei den Veilchen wieder die Null. „Das war für mich das Wichtigste“, stellte Margreitter fest.

FAK-Coach Karl Daxbacher fügte hinzu: „Die konzentrierte Defensivarbeit, die bei uns manchmal nicht passt, war die Basis zum Sieg. Es liegt nicht an der Viererkette alleine, sondern an der ganzen Mannschaft. Oft sind Offensivspieler noch wichtiger, um Defensivarbeit zu erledigen.“

Die Gala nach der Gala

Somit konnten die Wiener den Rückstand auf den Aufsteiger und Tabellenführer auf einen Zähler verkürzen.

„Es war von allen Seiten Anspannung da, weil wir gewusst haben, dass wir im Falle einer Niederlage schon sieben Punkte Rückstand hätten. Dann wäre die Stimmung im Keller gewesen. Die Mannschaft hat das sehr gut gemeistert – souverän und mit gutem Fußball“, war Daxbacher stolz.

Denn vor der Partie hatten sich seine Schützlinge jede Menge Gedanken darüber gemacht, was zuletzt schief lief. „Wir haben in den letzten Tagen analysiert, was zuletzt nicht ganz gepasst hat. Diesmal hat die ganze Mannschaft an einem Strang gezogen, alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Das war der Schlüssel zum Erfolg“, wusste Ortlechner.

So können sich die Austria-Spieler am Sonntag bei der Jubiläums-Gala in der Wiener Stadthalle von den Fans feiern lassen. „Es ist wichtig, dass wir uns bei der Feier sehen lassen können“, lachte Junuzovic.

Nachsatz des Trainers: „Diese Gala hat mir auch sehr gut gefallen.“


Harald Prantl/Martin Wechtl

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