Wenn der Ball nicht will...

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Schöttel nimmt den Punkt gerne mit

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Es waren zwei Riesenchancen, die Roland Linz vorfand.

Doch der Stürmer vermochte nicht, sie zu verwerten. Auch deshalb endete das 299. Wiener Derby zwischen der Austria und Rapid mit einem 1:1-Unentschieden.

Man könnte behaupten, die zwei ausgelassenen Tormöglichkeiten seien symptomatisch für die aktuelle Lage des Steirers, der auch diesmal nicht von Beginn an auflaufen durfte.

Könnte man. Oder man sieht es wie Karl Daxbacher: „Es hat in diesem Spiel kaum Chancen gegeben, daher muss man ihm anrechnen, dass er zwei vorgefunden hat. Es hat etwas gebracht, dass er eingewechselt wurde.“

"Ich wollte, aber der Ball nicht"

Der FAK-Profi selbst kommentierte es folgendermaßen: „Ich wollte eh, aber der Ball wollte nicht rein. Solche Situationen gibt es ab und zu. Bei anderen Spielen wird es wieder anders sein.“

Diesmal sollte es aber eben nicht sein. Deswegen konnten sich die Violetten mit dem Remis nicht so recht anfreunden. „Wenn nicht die zwei Großchancen gewesen wären, müssten wir mit dem 1:1 zufrieden sein“, meinte Georg Margreitter.

Auch die Hütteldorfer sahen es so. „Wir haben am Schluss Glück gehabt, wenn Linz den reinhaut, kann keiner was machen“, erklärte Helge Payer. Peter Schöttel ergänzte: „Daher nehme ich den Punkt gerne mit.“

Schöttels richtige Maßnahme

Dass die Partie sonst eher arm an Höhepunkten war, lag in erster Linie daran, dass sich beide Teams weitgehend neutralisierten.

„Rapid hat sich gut auf uns eingestellt und uns das Leben schwer gemacht. Sie haben uns aggressiv unter Druck gesetzt“, analysierte Daxbacher.

Sein Gegenüber ließ mit Guido Burgstaller übrigens ebenfalls nur eine echte Spitze auflaufen, um dem dahinter agierenden Steffen Hofmann offensiv mehr Freiheiten zu gewähren.

„Steffen war sehr stark, Guido gut. Es war die richtige Maßnahme“, freute sich der Coach. Dass der Ausgleich eine Co-Produktion des Duos war, gab ihm zusätzlich Recht.

Diskussionen über Payers Handspiel

Uneins waren sich die beiden Trainer unterdessen in der Analyse von Payers Handspiel in der 18. Minute. Der SCR-Goalie sah dafür Gelb. Gerechtfertigt oder zu milde?

„Wenn er letzter Mann war, ist es Rot“, stellte Daxbacher fest. Schöttel: „Aus meiner Sicht war das nie und nimmer eine Rote.“ Der Rapid-Coach meinte zudem, dass einige Schiedsrichter bei Margreitters vermeintlichem Handspiel im Strafraum auch einen Elfmeter gegeben hätten.

Müde Austrianer

Und wie war es um die Müdigkeit der Austrianer, die erst am Donnerstag ein schweres Match in Alkmaar bestritten hatten, bestellt? „Wir müssen uns eingestehen, dass in der zweiten Hälfte die Kräfte ein bisschen nachgelassen haben“, sagte Margreitter.

Damit hatte Markus Katzer auch spekuliert: „Man hat schon vor der Pause gesehen, dass sie am Donnerstag gespielt haben. Deswegen war die Chance groß, dass wir kräftemäßig besser dastehen. Optisch war das aber nicht der Fall.“

Das machte Daxbacher stolz: „Mir hat gefallen, dass wir vor allem am Schluss stark waren. Das zeigt den Willen der Mannschaft.“

Doch manchmal reicht der gute Wille allein eben nicht aus. Wie vor allem Linz erfahren musste.


Harald Prantl/Martin Wechtl

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