Mit Rekordkulisse zum Erfolg über Rapid?

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Der bisher groß aufspielende Aufsteiger Admira will seinen Erfolgslauf am Samstagabend (18.30 Uhr) in der 10. Runde der Bundesliga fortsetzen.

Das Team von Dietmar Kühbauer ist seit acht Spielen ohne Niederlage, im Heimspiel gegen Rekordmeister Rapid geht es nicht nur um die Tabellenführung, sondern auch um Revanche.

Ihre bisher einzige Niederlage haben die Südstadter nämlich mit dem 0:2 am 16. Juli im Auftaktmatch bei den Hütteldorfern kassiert.

Spiel vor Rekordkulisse

Die Partie ging damals aufgrund der Bundesliga-Sanktionen nach dem "Derby der Schande", das am 22. Mai im Hanappi-Stadion nach dem 2:0 für die Austria in der 26. Minute durch einen Platzsturm der Rapid-Fans abgebrochen worden war, vor (fast) leeren Rängen in Szene.

Diesmal gibt es mit 10.700 Zuschauern ein ausverkauftes Haus, eine ähnliche Kulisse hatte es in der Südstadt zuletzt am 11. Mai 2005 gegeben, als Rapid in der Meistersaison vor 10.500 Fans ein 1:0 feierte.

"Von den Rahmenbedingungen her ist es wunderbar. Das wird ein herrliches Gefühl, das kannte man in der Südstadt in den vergangenen Jahren nicht. Wir dürfen nicht meinen, dass das immer so bleibt, aber wir wollen die Fans, die jetzt kommen, behalten", betonte Kühbauer, der sich nichts Spezielles für den Schlager hat einfallen lassen.

"Wir wissen, dass Rapid derzeit einen Lauf hat, deshalb sind wir noch mehr gewarnt. Wir werden aber nichts anderes tun als in den vergangenen Spielen."

"Admira steht in Tabelle zurecht oben"

Sein Gegenüber Peter Schöttel erwartet eine "offene Partie", in der es keinen Favoriten gibt. "Wir haben unser Tief hinter uns und fahren in die Südstadt, um zu gewinnen. Wir wissen, dass wir dafür sehr gut sein müssen, denn die Admira schwebt derzeit auf einer Wolke der Euphorie und steht zurecht oben in der Tabelle", meinte der Rapid-Coach zur Ausgangslage.

Der 44-Jährige forderte von seinem Team eine ähnliche Leistung wie beim jüngsten 3:0-Auswärtssieg in Innsbruck. "Wir müssen selbst die Initiative ergreifen und dürfen der Admira keine Freiräume lassen."

Rapid mit negativer Jahrtausendbilanz

Der Rapid-Rekordspieler erinnerte auch daran, dass die Niederösterreicher in seiner aktiven Zeit "ein extrem unangenehmer Gegner" für die Hütteldorfer waren. Das hat sich auch nach seinem Rücktritt als Aktiver nicht geändert.

In den jüngsten 25 Liga-Duellen seit 2000 hat die Admira bei vier Remis und zehn Niederlagen elf Siege gegen die Rapidler gefeiert und damit die Nase im neuen Jahrtausend bisher sogar leicht vorne.

Zudem verbinden die Admira-Fans mit der 10. Runde und Rapid sehr gute Erinnerungen, wurde doch am 8. September 1993 mit einem 2:0-Heimsieg über die Hütteldorfer die Tabellenführung erobert.

Auch damals hieß der Trainer mit Vornamen Dietmar bzw. Didi, mit Nachnamen allerdings Constantini. Unter ihm legte die Admira acht Siege in Serie hin und verteidigte die Liga-Spitze bis zur 14. Runde erfolgreich. Seither standen die Südstädter nicht mehr an der Spitze.

Kühbauer lobt Charakterstärke

"Ich glaube nicht, dass wir deswegen einen Druck haben, denn unsere Zielsetzung ist eine andere. Bisher ist es herrlich gelaufen. Wenn wir Tabellenführer sind, ist es gut, wenn nicht, ist es auch gut. Wenn mir vor der Saison jemand gesagt hätte, dass wir jetzt Tabellenführer werden können, dann hätte ich ihn für deppert erklärt", gestand Kühbauer.

Dass es für sein Team im Moment so gut läuft, sei das Ergebnis von "viel Arbeit" seiner Burschen. "In den jüngsten vier Runden haben wir drei Große geschlagen (4:2 bei der Austria, 4:2 daheim gegen Meister Sturm Graz und zuletzt 2:1 im Heimspiel gegen Titelfavorit Salzburg, Anm.), das spricht für die Charakterstärke der Mannschaft", erläuterte Kühbauer.

"Für Didi ist es eine große Sache"

Schöttel charakterisiert die Admira als eine Mannschaft, in der "Feuer und Leidenschaft drinnen" ist, als eine "geschlossene Einheit". "Ich glaube aber nicht, dass die Admira bis Saisonende um die Meisterschaft mitspielen kann. Das ist jetzt eine Anfangseuphorie, die man mit jener in Innsbruck im Vorjahr vergleichen kann", lautet die Prognose des Rapid-Trainers, der aus eigener Erfahrung weiß, dass Kühbauer und sein Team am Samstag ganz besonders motiviert sein werden.

"Für Didi ist es eine große Sache, wenn er gegen seinen Ex-Club Rapid gewinnt. Für mich war das in der abgelaufenen Saison als Wiener-Neustadt-Coach der wertvollste Sieg."

Augenmerk auf Neo-ÖFB-Stürmer

Die letzte Heimniederlage der Südstädter datiert vom 1. April, als es ein 1:3 gegen die Vienna setzte, wobei Philipp Hosiner mit einem Doppelpack der Matchwinner für die Döblinger war.

Mittlerweile erzielt der Torjäger seine Tore für die Admira, zuletzt war er mit zwei Treffern hauptverantwortlich für den 2:1-Heimsieg über Tabellenführer Salzburg.

Auf ihn wird die Rapid-Verteidigung, die auswärts bisher erst ein Tor kassiert hat (in der Nachspielzeit beim 0:1 in Graz), ganz besonderes Augenmerk legen.

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