Der LAOLA1-Stammtisch zur 9. Runde

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Das erste Viertel ist vorbei! 45 Spiele sind bestritten, 4.050 Spielminuten Bundesliga sind absolviert.

Und es war ein gutes Viertel. 140 Tore sind gefallen, also im Durchschnitt 3,1 pro Spiel. Das ergibt rund alle 28 Minuten einen Treffer. Nur eine einzige Nullnummer (Ried-WAC) war dabei.

Es gibt also einiges zu besprechen im LAOLA1-Stammtisch. In der aktuellen Ausgabe blicken wir auf die ersten neun Runden der Meisterschaft zurück und nehmen das erste Saison-Viertel jedes einzelnen Vereins unter die Lupe.

Garniert und aufgelockert wird dieser Erkenntnisgewinn natürlich wie gehabt durch einige bewährte Rubriken.

Nehmt Platz und macht es euch gemütlich!

  • TITELKANDIDAT RAPID STECKT RÜCKSCHLÄGE LOCKER WEG: Rapid hat im ersten Saisonviertel untermauert, dass die Grün-Weißen absolut Ansprüche auf den Meistertitel stellen und auch international Erfolge feiern können. Nach dem starken Saisonstart hat man aber auch erkennen können, dass die Mannschaft gefestigt ist, um Negativ-Erlebnisse wegzustecken. Ob Rückstände, Aufholjagden oder zwei verlorene Spiele am Stück gegen Mattersburg und Altach - wer Rapid abschrieb, war selber schuld. Und der Abschied von Robert Beric? Auch diesen dürfte man intern überwunden haben, auch wenn die Suche nach demjenigen Stürmer, der in seine Fußstapfen treten soll, noch läuft. Mit den Siegen gegen Villarreal und Admira hat Rapid unter Beweis gestellt, dass man sich selbst aus dem Sumpf zieht, wenn einmal eine Mini-Krise droht. Alles in allem ist Rapid heuer aber nicht umsonst für viele Trainer der Titelfavorit Nummer eins.

  • ADMIRA IST AUF DEM NÄCHSTEN LEVEL ANGEKOMMEN: Was die Südstädter im ersten Saisonviertel auf den Platz zauberten, ist aller Ehren wert und darf nicht unterschätzt werden. Aus dem Abstiegs-Kandidaten der vergangenen Jahren ist eine gefestigte Truppe geworden, die an ihren Tugenden gearbeitet hat. Nur auf Zerstören aus zu sein, war einmal. Mittlerweile haben Ernst Baumeister und Oliver Lederer ihren Schützlingen eingeimpft, auch spielerisch Akzente zu setzen. Auch wenn gegen Rapid die Tabellenführung abgegeben wurde, offenbarte sich, dass die Niederösterreicher momentan auch mit vermeintlich Großen mithalten können. Dass in der einen oder anderen Phase das Quäntchen Glück dazukam, soll auch erwähnt werden. Im Mittelpunkt sollte aber der positive Wandel der Admira stehen, die in den ersten neun Runden durchaus Spaß machten und seit langem wieder attraktiven Fußball boten.

  • MATTERSBURG SETZT EINE TRADITION FORT: Der Aufsteiger mischt die Liga auf. Schon wieder! Altach, Grödig, der WAC und die Admira haben es in den vergangenen Jahren ja bereits vorgemacht. Diesmal ist es der SV Mattersburg, der vorne mitspielt. Daheim noch keinen Punkt abgegeben und auch Rapid im Happel-Stadion geschlagen - stark! Doch es geht nicht nur um die Ergebnisse: Der SVM hat sich auf dem Spielfeld verändert, als ziemlich biedere Truppe, die nicht ganz zu Unrecht den Ruf der "Holzhacker" hatte, abgestiegen, wird unter Ivo Vastic durchaus attraktiver Fußball geboten. Und es sind einige Kicker dabei, die drauf und dran sind, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen, etwa Karim Onisiwo und Patrick Farkas.

  • SALZBURG IST IMMER NOCH TITELFAVORIT: Gut, das erste Viertel der Meisterschaft verlief für den Titelverteidiger richtig enttäuschend: Aus in der CL-Quali, Aus im EL-Playoff und in der Liga vier Punkte hinter Leader Rapid auf Platz vier. 15 Zähler nach neun Runden ist die schlechteste Ausbeute der "Bullen" seit 2010, als gerade einmal zwölf Punkte geholt wurden. Und dennoch: Red Bull ist nach wie vor Titelfavorit. Warum? Der Rückstand auf die Spitze hält sich in Grenzen. Trotz zum Teil schwachen Leistungen ist die Truppe seit sieben Spielen ungeschlagen. Die Konkurrenz hat es einfach verabsäumt, sich entscheidend abzusetzen und ist nicht konstant genug. Mit der Zeit wird das Werkl in der Mozartstadt richtig in Fahrt kommen, vor allem, wenn alle Mann fit sind. Und dann führt der Titel nur über Salzburg.

  • DIE AUSTRIA STEHT BESSER DA, ALS SIE IST: Der Schmäh mit Lary Kayodes Schnelligkeit hat sich ziemlich schnell abgenutzt. Und Elfer gibt's eben auch nicht in jeder Partie. Die Ergebnisse der Violetten unter Neo-Coach Thorsten Fink sind okay, doch das Spielerische ist noch sehr ausbaufähig. Mit Fortdauer des ersten Viertels haben sich die Gegner immer besser auf die Veilchen eingestellt, in den Spielen gegen die Admira (1:0), Ried (1:1) und Sturm (0:2) war Kayode über weite Strecken abgemeldet und auch sonst wirkte der FAK in vielen Phasen ideenlos. Aber man darf natürlich nichts übers Knie brechen - angesichts der vergangenen eineinhalb Chaos-Jahre darf von der Austria nicht erwartet werden, dass es in wenigen Wochen ganz steil bergauf geht.
  • STURM GRAZ IST EINE LAUNISCHE DIVA: Irgendwie war in Graz bereits Ende der vergangenen Saison in Untertönen zu vernehmen, dass Sturm in dieser saison um den Meistertitel mitspielen will. Davon will nach dem ersten Saisonviertel freilich niemand mehr etwas wissen. Das Abenteuer Europacup war nach 180 Minuten vorbei, der Saisonstart mit fünf ungeschlagenen Spielen in Folge, aber nur zwei Siegen mittelprächtig, danach folgte eine kleine Durststrecke von drei Niederlagen in Folge und der jüngste Sieg gegen den FAK. Der von einigen Fans als Heilsbringer gefeierte Franco Foda wurde im letzten Spiel mittels Spruchbändern kritisiert und mit der Klub-Führung sind die Fans auch unzufrieden. Die Mannschaft wiederum wollte sich nach dem Erfolg gegen den FAK nicht von den eigenen Fans verabschieden. Drama, baby, Drama.

  • GRÖDIG HAT ANGST VOR DEM GEWINNEN: In nur zwei der neun Spielen ist der SV Grödig nicht in Führung gegangen. Insgesamt haben die Salzburger in dieser Saison neun Mal in einer Partie die Führung übernommen, drei Mal lagen sie sogar 2:0 in Front. Gewonnen hat die Truppe von Peter Schöttel aber nur zwei Spiele. Das ist eigentlich unglaublich und bereitet den Herrschaften im Salzburger Vorort auch entsprechend Kopfzerbrechen. Das Positive: Neben der Admira als heißester Abstiegskandidat gehandelt, hat die Mannschaft gezeigt, dass sie mit jedem Gegner (abgesehen von Rapid) mithalten kann.

BILD DES SPIELTAGS

 GRAZER BOTSCHAFTEN

Runde Top Flop Gesamt Schnitt
1. 15.100 (Rapid-Ried) 1.079 (Grödig-Altach) 36.826 7.365
2. 17.357 (Salzburg-Rapid) 2.940 (Admira-Mattersburg) 40.244 8.049
3. 13.300 (Rapid-WAC) 1.667 (Grödig-Austria) 27.490 5.498
4. 12.500 (Austria-Rapid) 1.212 (Grödig-Admira) 28.896 5.779
5. 14.876 (Sturm-Rapid) 2.402 (Admira-Ried) 35.089 7.018
6. 16.800 (Rapid-Grödig) 4.217 (Altach-Admira) 39.661 7.932
7. 14.300 (Rapid-Mattersburg) 1.454 (Grödig-Ried) 35.608 7.122
8. 8.347 (Salzburg-Grödig) 2.233 (Admira-WAC) 32.790 6.558
9. 15.500 (Rapid-Admira) 1.142 (Grödig-Mattersburg) 32.857 6.571
GESAMT: 309.461 6.877

  • ALTACH BESTÄTIGT EINE ALTE WEISHEIT: Es ist schon ein kleines Phänomen: Jahr für Jahr strauchelt der Aufsteiger in seiner zweiten Saison in Österreichs höchsten Spielklasse. Die Gründe dafür sind meistenes unterschiedlich, oft hängt es mit einem Kaderumbruch zusammen. Altach fällt jedoch nicht in diese Kategorie. Den Vorarlbergern fehlen einfach die Ergebnisse. Denn spielerisch konnte die Truppe von Trainer Damir Canadi durchaus überzeugen, war laut eigener Aussage sogar besser, als im Jahr zuvor. Doch was nützen gute Leistungen wenn am Ende die Null steht. Aktuell haben Netzer und Co. vier Punkte Vorsprung auf Schlusslicht WAC. Gutes Omen: Seit der Saison 1999/2000 ist nur einer von 15 Aufsteigern im zweiten Jahr sportlich abgestigen. Das war 2002 die Admira. Doch der Lizenzentzug des FC Tirol rettete die Südstädter damals.

  • RIED FUNKTIONIERT UNTER GLUDOVATZ: Was waren das für Chaos-Tage im Sommer unter Helgi Kolvidsson. Schon die Vorbereitung ließ Böses erahnen, doch nachdem man sich nach Runde fünf mit nur einem Punkt und einem Torverhältnis von 3:14 am letzten Platz wiederfand, war die Klubführung gefordert. Es folgte die Trennung vom isländischen Chef-Coach nach nur 76 Tagen. Gleichzeitig wurde mit Gludovatz/Schweitzer ein altbekanntes und erfolgreiches Duo reaktiviert. Und siehe da: Ried funktioniert seither wieder. Durch die Umstellung auf das unkonventionelle 3-3-3-1-System konnten die Defensiv-Probleme abgestellt werden, gleichzeitig sammelten die Wikinger wieder Punkte. Sieben der bisherigen acht Zähler gehen auf das Konto der Rieder Trainer-Legende - Tendenz steigend. "Im Verein gibt es eine Aufbruchstimmung. Das große Boot füllt sich schön langsam", meint dazu auch der 69-jährige Burgenländer.

  • BEIM WAC IST DIE LUFT DRAUSSEN: Mickrige fünf Punkte konnten die "Wölfe" im ersten Saisonviertel sammeln. Das bedeutet einen absoluten Vereins-Negativ-Rekord. Zum Vergleich: Vor einem Jahr hatte man zur selben Zeit unglaubliche 21 Punkte am Konto. Guter Rat ist teuer, was läuft falsch in Wolfsberg? Der Kader hat sich kaum verändert, auch der letztes Jahr so gefeierte Trainer Didi Kühbauer hat weiterhin das Sagen. Fakt ist, mit der heuer erstmaligen Teilnahme am Europacup dürfte der Klub seinen Zenit erreicht haben. Denn ganz ehrlich: Mehr ist nicht möglich, oder kann sich ernsthaft jemand vorstellen, dass die Kärntner jemals Meister werden? Kühbauer übt sich jedenfalls in Durchhalte-Parolen: "Es stimmt mich zuversichtlich, wie die Burschen gegen Salzburg gespielt haben. Sie haben alles gezeigt, was man braucht, um von da unten weg zu kommen."

DIE HEATMAPS UND TAKTIKTAFELN

Euch sind die zahlreichen Features in unserem LIVE-Ticker sicher schon aufgefallen.

Vor allem die LIVE-Statistiken können richtig viel.

  • Ein Klick auf das Feuer im linken Menü bringt euch zur Heatmap.
  • Ein Klick auf das Auge im linken Menü zur Taktiktafel.
  • NEU: Mit einem Klick auf die Rubrik "Spielerstatistik" könnt ihr in Echtzeit mitverfolgen, wie viele Ballkontakte, Zweikämpfe oder Torschüsse ein Spieler in der jeweiligen Partie schon hatte.

Wenn man sich diese Features genauer ansieht, gewinnt man jede Menge spannende Erkenntnisse.

Die Übersicht aller Heatmaps, Taktiktafeln und Spieler-Stats gibt es natürlich weiterhin.

Zudem bieten wir euch alle übrigen Zahlen und Fakten zur Runde an.

DER BLICK INS ARCHIV

Patrick Farkas ist am 9. September gerade einmal 23 Jahre alt geworden. In der Bundesliga kennt man den Oberwarter trotzdem bereits seit einer gefühlten Ewigkeit. Kein Wunder, hat er doch schon im Februar 2010 sein Debüt gegeben. 17 Jahre, fünf Monate und vier Tage war er damals alt - und damit hinter Michael Gregoritsch, Christian Gartner, Marcel Ritzmaier und Marcel Ziegl der fünftjüngste Spieler, der 2009/10 in der höchsten Spielklasse eingesetzt worden ist. Seither ist der ehemalige ÖFB-Nachwuchs-Teamspieler dem SVM immer treu geblieben und hat sich in der Ersten Liga endgültig zum Führungs-Spieler und Kapitän entwickelt. An diesem Wochenende hat Farkas, der mittlerweile offensiver unterwegs ist und am rechten Flügel eingesetzt wird, sein 200. Pflichtspiel für die Mattersburg-Profis bestritten. Es war seine 124. Partie in der Bundesliga.

BILDERRÄTSEL

Auch in dieser Saison bemühen wir wieder unser Fotoarchiv. Ihr sagt uns, wen wir gefunden haben. Ein fairer Deal, wie wir meinen. Challenge accepted?

Die Auflösung aus der 8. Runde: "addlestiffi" hat als Erster die richtige Antwort gewusst. Es waren Sebastian Olssar, Alexander Ziervogel und Kliton Bozgo zu sehen.

FRAGE:

Drei Monate noch bis das Christkind kommt! Welche vier feschen Burschen haben auf diesem Bild Weihnachten gefeiert?

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