Foda: "Das war absolut zu wenig"

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Vier Spiele ohne Sieg, drei Niederlagen in Folge.

Bei Sturm ist nach dem 0:2 in Mattersburg Feuer am Dach.

„Das war absolut zu wenig“, sprach Trainer Franco Foda nach der Partie Klartext.

„Kein konstruktives Spiel“

Der ehemalige Kaiserslautern-Trainer haderte mit dem Spielverlauf: „Bis zum 0:1 war es ein ausgeglichenes Spiel, wir hatten in der ersten Hälfte ein, zwei gute Möglichkeiten. Nach der Pause hätte ich gedacht, wir bekommen das Spiel in den Griff. Genau da hat Mattersburg getroffen.“

Dieses Tor sei entscheidend gewesen. Danach hätte sein Team nichts mehr auf die Reihe bekommen.

„Die letzten 20 Minuten waren Sturm nicht würdig. Da war kein konstruktives Spiel von uns erkennbar, das hat mich enttäuscht.“

Ehrenreich vom Pech verfolgt

Angesichts der entscheidenden Bedeutung des ersten Mattersburg-Treffers, rückt Martin Ehrenreich als vermeintlicher Sündenbock für die Niederlage in den Blickpunkt. Denn der Außenverteidiger leistete sich einen verheerenden Patzer, als er Karim Onisiwo den Ball beim Rückpass-Versuch perfekt in den Lauf spielte.

Der 32-Jährige wirkte nach der Partie niedergeschlagen: „Das ist Null Komma Josef, was wir momentan bieten. Wir bekommen blöde Gegentore, schießen vorne keine, deswegen verlieren wir.“

Es war nicht der erste spielentscheidende Fehler von Ehrenreich in dieser Saison. Bereits bei der 2:3-Heimpleite gegen Kazan war er entscheidend an den Gegentoren beteiligt. Danach betonte er im LAOLA1-Interview, wie sehr ihm diese Blackouts nahe gehen: „Es ist sicher nichts, was man von heute auf morgen vergessen kann. Ich kann es zumindest nicht."

Zu wenig Durchschlagskraft

Ehrenreich wird von den Sturm-Verantwortlichen aber nicht als alleiniger Grund für die Niederlage abgestempelt. Man weiß, woran man arbeiten will. „Bis zum Sechzehner hat unser Spiel gut geklappt, beim Abschluss waren wir zu zögerlich“, sagt Lukas Spendlhofer.

Der Trainer schlägt in dieselbe Kerbe: „Bei den Chancen, die wir vorfinden, brauchen wir einfach mehr Entschlossenheit. Wir kombinieren uns gut ins letzte Drittel. Dort muss man mehr Verantwortung übernehmen und auch einmal direkt auf das Tor ziehen.“

In der kommenden Woche will Foda an diesen Schwächen arbeiten, um am Samstag gegen die Austria eine bessere Leistung seiner Mannschaft sehen zu können. Der Deutsche fordert Bescheidenheit: „Wir wurden vor der Saison überbewertet, waren nie ein Meisterkandidat.“

Farkas beschenkte sich selbst

Fodas ehemaliger Teamkollege Ivica Vastic hat dagegen derzeit gut lachen. Seine Mattersburger haben alle Saison-Spiele im heimischen Pappel-Stadion gewonnen. „Wir haben daheim eine weiße Weste, das freut uns natürlich. Wir wollen das Pappel-Stadion zu einer Heim-Festung machen“, sagt Doppel-Torschütze Patrick Farkas.

Der SVM-Kapitän, der nach der verletzungsbedingten Tausch Thorsten Röchers von der Linksverteidiger-Position auf den rechten Flügel wechselte, beschenkte sich mit seinen Treffern selbst. Am Mittwoch feierte er seinen 23. Geburtstag.

Vastic freut die Entwicklung

„Ein großer Dank an die Mannschaft. Wir haben in der Defensive nichts zugelassen, und wer in so einem Spiel das erste Tor schießt, der gewinnt es meistens.“

Ivica Vastic („Farkas ist ein Kapitän, wie man es sich erwartet“) freut die Leistungskurve seiner Kicker: „Wir haben uns von Runde zu Runde gesteigert, die Mannschaft hat eine gute Entwicklung genommen. Ich glaube, dass der Wille und Glauben der Mannschaft heute entscheidend war.“

Als Vierter schnuppert Mattersburg nun an den obersten Plätzen, Sturm liegt sechs Punkte dahinter auf dem enttäuschenden siebenten Rang.

Mattersburg Sturm
Ballbesitz 47,5% 52,5%
Zweikämpfe 55,6% 44,4%
Eckbälle 6 10
Torschüsse 15 20
Torschüsse außerhalb Strafraum 6 10
Torschüsse innerhalb Strafraum 9 10
Kopfballchancen 1 3
Abseits 0 1
Fouls 13 13
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