"Das ist ein anderes Team als letzte Saison"

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„Das ist eines der wichtigsten Saisonspiele“, schwor Austria-Trainer Thorsten Fink sein Team nach der bitteren 2:5-Derbyniederlage auf das Duell mit Aufsteiger SV Mattersburg ein.

Die große Frage vor dem Anpfiff: Wie hat seine Truppe die Ereignisse von Mittwochabend verarbeitet?

Die Antwort konnte sich sehen lassen: Mit 5:1 wurden die Burgenländer nach Hause geschickt.

„Das war die richtige und wichtige Reaktion. Wir haben im Derby einige Fehler gemacht. Die kann man im Nachhinein natürlich nicht mehr korrigieren, aber das war heute ein klares Zeichen“, kehrte bei Larry Kayode das Lächeln zurück.

 

„Ich wollte das wieder gut machen“

Der Stürmer hatte mit zwei Kopfballtreffern maßgeblichen Anteil am klaren Heimerfolg der Violetten. „Ich bin sehr glücklich über meine Tore, denn gegen Rapid habe ich noch drei tolle Chancen ausgelassen. Ich wollte das unbedingt wieder gut machen. Ich hoffe, dass es so weitergeht“, so der 22-Jährige, der vor allem seinem Trainer dankbar war:

„Der Coach ist wie ein Vater für mich. Er steht mir immer zur Seite. Er glaubt an mich und ich glaube an ihn. Er versucht mir immer gut zuzureden. Ich bin happy, dass ich ihm, dem Klub und den Fans heute etwas zurückgeben konnte.“

Anders als gegen den grün-weißen Erzrivalen spielte der Austria gegen die Vastic-Elf auch der Spielverlauf in die Karten. Nach 18 Minuten stand es 1:0, zudem erhielt Fran nach einer Notbremse die Rote Karte.

„Natürlich sind uns der Elfer und die Überzahl entgegengekommen. Meine Mannschaft hat aber auf das Rapid-Spiel hervorragend reagiert. Wir wollten nach vorne spielen und dem Gegner zeigen, dass das ein anderes Team als noch in der letzten Saison ist“, so Fink.

Wir haben Rapid ganz schnell verarbeitet“

Der Deutsche verzichtete aufgrund der englischen Woche auf eine ausführliche Analyse der Rapid-Partie, zeigte stattdessen per Video gelungene Aktionen und nur die gravierendsten Fehler.

„Der Donnerstag  war schon sehr bitter, da haben wir erst einmal schlucken müssen. So eine Niederlage ist natürlich sehr schmerzhaft. Doch wir haben Rapid ganz schnell verarbeitet und uns auf Mattersburg konzentriert. Wir sind froh, nach dem Derby heute so eine Partie abgeliefert zu haben. Man hat gesehen, dass wir daheim eine Macht sein können“, freute sich  Alexander Gorgon.

Der größte Unterschied zum Derby? „In den letzten Spielen war die Chancenauswertung nicht optimal. Heute hat man gesehen, was passiert, wenn wir die meisten Möglichkeiten auch nützen“,  freute sich der Mittelfeldspieler, der gegen den SVM erneut einen Doppelpack beisteuerte – ein Treffer resultierte wieder aus einem Strafstoß.

Damit hält der 26-Jährige bereits bei sechs Saisontreffern und hat seine letzten drei Elfmeter verwandelt -wenn auch gegen Rapid im Nachschuss.

„Elfmeter sind Nervensache. Doch mit jedem verwandelten Strafstoß bekommt man mehr Selbstvertrauen. Ich bin froh, dass alle drinnen waren“, erklärte Gorgon, der bisher nie ins gleiche Eck zielte.

Was ihm vor dem Strafstoß durch den Kopf ging? „Ich schaue nicht auf den Tormann, sondern weiß oft schon am Spieltag, wohin ich schießen würde. Aber klar ist auch Glück dabei.“

 

Violette Schwächephasen

Trotz der klaren Angelegenheit und der gelungenen Rehabilitierung sah Fink durchaus Schwächephasen bei seiner Elf.

„Nach dem 1:0 haben wir nicht so agiert, wie ich mir das vorgestellt habe. Wir haben einen Gang runter geschalten – das geht nicht. Der Gegner merkt: Oh, die wollen nicht mehr so richtig und sind mit dem 1:0 zufrieden. Deswegen haben wir dann das 1:1 bekommen“, analysierte der 47-Jährige.

Nachsatz: „ Doch wir haben dann im richtigen Moment die Tore gemacht und unter dem Strich gut auf das letzte Spiel reagiert.“

Nach der intensiven letzten Woche erhält seine Mannschaft nun zwei Tage frei, ehe die Vorbereitung auf das Aufeinandertreffen mit dem Meister in Salzburg anläuft.

„Es gibt noch viel zu verbessern“

Dank des dritten Sieges im fünften Spiel ist der Chefcoach mit dem bisherigen Verlauf der Saison zufrieden. „Es geht in die richtige Richtung. Wir haben zehn Punkte. Das ist in Ordnung. Aber es gibt noch viel zu verbessern. Das hat man auch heute gesehen.“

Dass es mit den Veilchen bergauf geht, ist dennoch augenscheinlich. Dafür sprechen alleine die bisher 14 erzielten Liga-Tore. Kein anderes Team hat aktuell öfters getroffen (Rapid 12, spielt erst gegen Sturm). So oft trafen die Favoritner in den ersten fünf Runden zuletzt 1990. Damals gelangen sogar 19 Tore.

Und das freute Fink abschließend besonders:  „Es heißt immer: Wir haben keinen Torjäger. Mit Gorgon und Kayode haben wir sogar zwei.“

 

Martin Wechtl

Austria Mattersburg
Ballbesitz 65,7% 34,3%
Zweikämpfe 47,5% 52,5%
Eckbälle 8 5
Torschüsse 24 8
Torschüsse außerhalb Strafraum 9 3
Torschüsse innerhalb Strafraum 15 5
Kopfballchancen 5 0
Abseits 3 1
Fouls 15 10
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