"So etwas geht in meinem Team nicht!"

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Der SV Grödig und die Wiener Austria bleiben auch in der dritten Runde ungeschlagen. In einem kuriosen Spiel trennten sich die beiden Teams mit einem 2:2.

Und letztendlich waren beide Mannschaften mit dem Punkt nicht gerade unzufrieden.

LAOLA1 rollt die vier wichtigsten Aspekte des Spiels auf:

45 Minuten violette Dominanz

„Die erste Hälfte war einseitig, da war die Austria der Chef auf dem Platz“, gibt SVG-Coach Peter Schöttel bei „Sky“ unumwunden zu. Tatsächlich hatten die Veilchen vor der Pause 77,8 Prozent Ballbesitz. „Ich war in der ersten Hälfte sehr, sehr zufrieden. Die Mannschaft hat das, was ich wollte, umgesetzt. Wir wollten Ballbesitz und Torchancen, wovon wir durch Kayode und Grünwald zwei große hatten. Wenn wir diese Chancen machen, wird das unser Spiel“, sagt Thorsten Fink. Alexander Grünwald ergänzt: „Leider haben wir es verabsäumt, in Führung zu gehen.“ Alles deutete darauf hin, dass sich die Partie auch in der zweiten Hälfte zu einem Geduldsspiel für die Veilchen entwickeln würde. Die Hausherren aus Salzburg waren offensiv praktisch nicht vorhanden, was auch Schöttel stört: „Es war vorherzusehen, dass die Austria das Spiel dominieren wird, aber wir wollten ganz anders kontern. Uns ist es nicht gelungen, für Entlastung zu sorgen.“ Doch die Austria wurde – abgesehen von den beiden erwähnten Chancen – nicht gefährlich. Die mit Ognjen Vukojevic und Raphael Holzhauser besetzte Zentrale wirkte zwar ballsicher, aber ideenlos. Der schnelle Kayode konnte so gut wie nie in Szene gesetzt werden.

Die Tore aus dem Nichts

In der 53. Minute konnte Benjamin Sulimani mit seinem ersten Tor gegen Ex-Klub Austria für die völlig überraschende Führung sorgen. Nur sieben Minuten später entschied Referee Manuel Schüttengruber nach einem Laufduell zwischen Christoph Martschinko und Roman Kerschbaum auf Elfmeter – eine umstrittene Entscheidung. Lucas Venuto verwandelte den Elfmeter und stellte völlig entgegen dem Spielverlauf auf 2:0. „In der zweiten Hälfte haben wir defensiv nicht mehr so gut gearbeitet und im Mittelfeld zu schnell die Bälle verloren. Damit haben wir den Gegner aufgebaut“, ärgert sich Fink.

Die Standard-Aufholjagd

Die Austria wirkte nicht unbedingt geschockt, sondern intensivierte ihre Offensivbemühungen und spielte direkter in die Spitze. Doch es war ein Freistoß, der für den ersten Treffer sorgte. Grünwald drehte einen Freistoß an der „falschen“ Seite der Mauer vorbei ins kurze Eck. Davor hatte der eingewechselte Kevin Friesenbichler Grödig-Goalie Alexander Schlager beim Einrichten der Mauer die Sicht genommen. „Das war kein Trick, er hat das spontan gemacht. Die Mauer war schlecht eingestellt“, so Grünwald. Ein Fehler des unerfahrenen Schlager, der sonst eine starke Partie machte. In der 80. Minute gelang nach einem Corner der Ausgleich – Hereingabe von Roei Kehat, Friesenbichler verlängert per Kopf und Harald Pichler bugsiert den Ball ins eigene Tor. „Schlussendlich haben wir 2:0 geführt und durch zwei Standardsituationen zwei Punkte verloren. Es waren billige Gegentreffer. Wir waren dem Sieg in der zweiten Hälfte sicher näher“, schüttelt Schöttel den Kopf. Des Grödig-Trainers Leid, des Austria-Coaches Freud: „Das Gute ist, dass wir am Ende zurückgekommen sind. Die Mannschaft hat Moral gezeigt und mit einem Mann weniger das Spiel noch gedreht – das zeigt, dass das Team intakt ist.“

Der Rotpuller-Ausschluss

Was im ersten Moment nach einem harmlosen Bodycheck ausgesehen hat, war letztendlich ein Revanche-Foul, das völlig zurecht mit einer Roten Karte zu ahnden war. Der Innenverteidiger fühlte sich in der 73. Minute durch einen normalen Zweikampf mit Martin Rasner derart provoziert, dass er – als der Ball längst weg war – den Grödiger zu Boden checkte. Rotpuller wurde Opfer seiner oft überbordenden Leidenschaft. Fink ist richtig sauer: „Diese Disziplinlosigkeit darf nicht passieren. Nur so kann man Spiele verlieren. Er hat der Mannschaft sehr geschadet, das muss er wissen. So etwas geht in meinem Team nicht.“ Der Burgenländer wird im Derby am Mittwoch gesperrt sein, Richard Windbichler ist bekanntlich verletzt, weshalb gegen Rapid mit Vance Shikov und Patrizio Stronati die zweite Innenverteidiger-Garnitur antreten darf. Für Grödig geht es indes daheim gegen die Admira und dann zum WAC. Pichler: „Es ist schön, ungeschlagen zu sein, vor allem, weil wir gegen zwei der Top vier Mannschaften Österreichs gespielt haben. Aber jetzt kommen die Spiele, die wir gewinnen müssen.“

Grödig Austria
Ballbesitz 26,3% 73,7%
Zweikämpfe 43,4% 56,6%
Eckbälle 1 5
Torschüsse 8 7
Torschüsse außerhalb Strafraum 3 4
Torschüsse innerhalb Strafraum 5 4
Kopfballchancen 0 1
Abseits 3 2
Fouls 15 13
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