Der LAOLA1-Stammtisch zur 2. Runde

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Noch 34 Runden bis Red Bull Salzburg als Absteiger feststeht und der FC Liefering seinen Aufstiegsverzicht zurücknimmt.

Nein, lassen wir das...

Aber man merkt, erst zwei Runden gespielt und schon steht die österreichische Bundesliga Kopf.

Der Double-Gewinner aus Salzburg und die Eurofighter aus Altach sind immer noch punktelos, letztjährige Underdogs wie Austria Wien, der SV Grödig und die Admira mischen die Liga auf.

Es gibt also einiges zu besprechen. Das tun wir wie gewohnt im LAOLA1-Stammtisch.

Ab sofort fragen wir uns: Welche Lehren hatte die jeweilige Runde zu bieten? Manche ernsthafter, manche wie gewohnt mit Augenzwinkern.

Garniert und aufgelockert wird dieser Erkenntnisgewinn natürlich wie gehabt durch einige bewährte Rubriken.

Nehmt Platz und macht es euch gemütlich!

  • DIESER SAISONSTART WAR ÜBERRASCHEND: Die beiden Wiener Vereine stehen gemeinsam an der Tabellenspitze. Das gab es schon lange nicht mehr - zum letzten Mal nach der 10. Runde der Spielzeit 2012/13, am 30. September 2012. Das ist nicht die allergrößte Sensation, diese spielt sich nämlich im Tabellenkeller ab. Salzburg und Altach haben nämlich noch keinen einzigen Punkt gesammelt. Die beste Nachricht für die "Bullen" nach dem Fehlstart: 1978/79 hat die Austria ihren Saisonstart mit zwei 1:3-Niederlagen gegen Rapid und VÖEST Linz ebenso verhaut und wurde danach trotzdem noch Meister. Davor oder danach ist das in der Bundesliga aber keinem Klub mehr gelungen. Auf die Schulter klopfen dürfen sich indes Grödig und die Admira - die beiden als heißeste Abstiegskandidaten gehandelten Teams sind noch ungeschlagen, haben beide vier Punkte auf dem Konto. Es spricht für Peter Schöttel, dass er trotz des personellen Aderlasses der Grödiger einen solchen Saisonstart hingelegt hat - die Stabilisierung der Defensive ist sehr rasch gelungen, Respekt! Und Sturm? Mickrige zwei Punkte aus den Duellen mit der Admira und Grödig, dazu die Niederlage gegen Rubin Kazan - die Euphorie, die noch vor wenigen Tagen geherrscht hat, verflüchtigt sich.

  • ATANGAS STANDING MUSS HOCH SEIN: 1:2 zurück gegen Rapid, Freistoß in zentraler Position rund 20 Meter vor dem Tor. Die Chance auf den Ausgleich, der den Fehlstart verhindert. Und wer darf ran? Nicht etwa Benno Schmitz, der sich bei den Salzburgern zum Standardspezialisten gemausert hat. Auch nicht Martin Hinteregger, der schon öfter unter Beweis gestellt hat, einen recht ordentlichen Bumms zu haben. Es ist der erst 18-Jährige David Atanga, der die Verantwortung übernehmen darf. In diesem Fall ist es nicht geglückt, sein Versuch fiel ziemlich harmlos aus. Doch alleine der Umstand, dass der Ghanaer in seinem erst zweiten Bundesliga-Spiel den Vortritt erhält, sagt schon viel über sein Standing innerhalb des Teams aus.

  • SPRANGLER SPIELT SIE KURZ, ABER GUT: Zwei Bundesliga-Partien hat Sven Sprangler mittlerweile für den SV Mattersburg in den Beinen. Gemeinsam mit Michael Perlak und Jano besetzt der 20-Jährige die Mittelfeld-Zentrale der Burgenländer. Die Passstatistik des Youngsters kann sich sehen lassen. 74 Pässe hat der Blondschopf gespielt, 62 sind angekommen, zwölf nicht. Das ergibt eine für einen Mittelfeldspieler starke Quote von 83,8 Prozent. Die Taktiktafeln der beiden Partien zeigen deutlich: Der U21-Teamspieler nimmt wenig Risiko, spielt zumeist kurze Pässe, leistet sich dabei aber praktisch keinen Fehler.

  • DIE ADMIRA HAT KEIN STÜRMER-PROBLEM: Zugegeben, auch wir hatten vor dem Saisonstart so unsere Zweifel. Die Abteilung "Goalgetter" schien bei den Südstädtern verwaist zu sein. Doch die Admiraner haben uns - und alle anderen Kritiker - in den ersten beiden Runden eines Besseren belehrt. Neuzugang Dominik Starkl lief gegen Sturm als Mittelstürmer auf und traf. Weil er sich danach aber Gelb-Rot abgeholt hatte, durfte gegen Mattersburg ein wenig überraschend Christoph Knasmüllner auf dieser Position ran und traf. Weil seine Leistung aber sonst eher dürftig war, kam zur Pause Toni Vastic und traf. Noch beeindruckender: Die Admiraner haben in den ersten 180 Minuten dieser Saison genau drei Schüsse auf das gegnerische Tor gebracht und alle landeten auch darin. Das ist aber mal so richtig effizient!

  • DIE BUNDESLIGA LEBT IN IHRER EIGENEN WELT: Die Bundesliga ist so freundlich, ein .pdf-File namens "Rahmenterminplan" zur Verfügung zu stellen. Eine hilfreiche Sache, sind darin doch nicht nur die Spieltage der beiden höchsten heimischen Spielklassen, sondern auch Länderspiel- und Europacup-Termine eingetragen. Allzu sorgfältig dürfte die Liga selbst diesen Terminplan aber nicht studiert haben. Denn erst am Freitag ist sie draufgekommen (oder wurde von der UEFA darauf hingewiesen, was wahrscheinlicher ist), dass am 11. August der UEFA-Supercup stattfindet - ein geschützter Termin, an dem nicht Bundesliga gespielt werden darf. Also muss das Spiel Ried-Salzburg von 20:30 Uhr auf 18:30 Uhr vorverlegt werden. Ach ja, rund eine Stunde vor Anpfiff des Schlagers Salzburg-Rapid via "facebook" und "twitter" das Duell der Torjäger Soriano gegen Beric anzukündigen, war auch nicht unbedingt ein Ruhmesblatt...

BILD DES SPIELTAGS

SORRY, PAPA!

  • CANADI IST GUT, FINK WAR DIESMAL BESSER: Damir Canadi hatte - man ist es ja auch nicht anders von ihm gewohnt - seine Altacher perfekt auf die Austria eingestellt. Das war für die Wiener insofern nicht so einfach, weil es ja noch nicht allzu viele Spiele unter Neo-Coach Thorsten Fink zu beobachten gab. Die Vorarlberger stellten die Passwege der Veilchen in der ersten Hälfte ausgezeichnet zu, die Violetten wirkten lange Zeit ratlos und kamen bis zum Tor nach einer Standardsituation in der 19. Minute auch nur zu eineinhalb Chancen. Doch der FAK-Trainer hatte zur Pause das richtige Mittel parat, um den Europacup-Starter aus dem Konzept zu bringen. Alexander Gorgon wurde angewiesen, mehr in die Mitte zu ziehen, die Altacher hatten im Mittelfeld dadurch nicht mehr so viel Zugriff und waren in der zweiten Hälfte klar unterlegen. Zudem hat es Fink geschafft, seine Defensive so aufzustellen, dass der nicht gerade als Usain Bolt unter den Bundesliga-Innenverteidigern bekannte Vance Shikov in kein einziges Laufduell gehen musste. Kurzum, Fink hat die auf hohem Niveau geführte Taktik-Schlacht gegen Canadi für sich entschieden.

  • AVDIJAJ BRINGT DAS PROBLEM AUF DEN PUNKT: Man kann Donis Avidijaj nicht vorwerfen, dass er nicht wirklich alles probiert hat. An elf von 25 Grazer Torschüssen war er direkt beteiligt. Vier Mal probierte er es selbst, sieben Mal brachte er einen Mitspieler in Schussposition (siehe Grafik) - darunter mit seinem Assist für Josip Tadic einmal erfolgreich. Das änderte jedoch nichts am Umstand, dass sich Sturm Graz einmal mehr an einem tief stehenden Gegner weitestgehend die Zähne ausbiss. Die Steirer haben in der neuen Saison noch kein Mittel gegen kompakt stehende Kontrahenten gefunden. Das nervt die "Blackies" - spürbar auf dem Feld, aber auch abseits davon, wie Avdijajs Wutrede bei "Sky" belegt. Dabei schoss er in der Emotion vielleicht in manchen Punkten über das Ziel hinaus - Grödig einen "Grottenkick" vorzuwerfen bringt wenig, der Zweck heiligt die Mittel. Aber letztlich geht es um den Kern seiner Aussage, und da hat der 18-Jährige Recht: "Wir müssen uns selbst an die eigene Nase fassen und versuchen, ein System zu finden, wie wir diese Abwehr-Bollwerke knacken." Stimmt, sonst werden diverse tiefstehende Gegner ihre Freude mit Sturm haben.

Runde

Top

Flop

Gesamt

Schnitt

1.

15.100 (Rapid-Ried)

<span style=\'color: #0000ff;\'>1.079 (Grödig-Altach)

36.826

7.365

2.

<span style=\'color: #ff0000;\'>17.357 (Salzburg-Rapid)

2.940 (Admira-Mattersburg)

40.244

8.049

GESAMT:

77.070

7.707

  • MAN TRÄGT KAPPE: In der zweiten Runde zeichnet sich ein neuer Modetrend auf den Betreuerbänken der österreichischen Bundesliga ab. Die Zeiten, in denen so ziemlich jeder Trainer im hautengen (vorzugsweise dunkeblauen) Hemd an der Seitenlinie stand, scheint vorerst vorbei. Mit Peter Zeidler und Ivica Vastic waren diesmal zwei Trainer, also ein Fünftel der Liga, mit Kappen zu sehen. Während sich Zeidler für die schlichte, schwarze Variante entschieden hat, gab sich Vastic vereinsverbundener und trug ein SVM-Vintage-Logo auf seiner Kopfbedeckung zur Schau. Eines hatten die beiden dann aber doch gemeinsam - das rote Polohemd, das sie zu ihrer Kappe trugen.
  • SALZBURG HAT EINE ACHILLESFERSE: Gute Seiten, schlechte Seiten. Bei Salzburg wurde das Offensivspiel am Samstag einmal mehr zu oft durch die Mitte erzwungen. Weil das die Gegner längst schnallen, stellen sie sich gut ein - Rapid ließ hier nur wenig zu. Der Anschlusstreffer zum 1:2 endstand über die linke Seite... Man muss sich auch fragen, ob Marco Djuricin für diesen Kombinationsfußball durch die Mitte wirklich geschaffen ist. Plus: Die „Bullen“ haben hier auch defensiv eine Anfälligkeit zu bekämpfen. Die hoch stehenden Außenverteidiger sorgen immer wieder dafür, dass der Gegner zu großen Chancen kommt. Gegen Malmö war das etwa nach jedem Salzburger Tor der Fall. Gegen Rapid entstand so der Freistoß, der zum 0:1 führte. Die Wiener sorgten dort immer wieder für Überzahl und für Gefahr. Salzburg hat vorne wie hinten einiges an Arbeit vor sich.

DIE HEATMAPS UND TAKTIKTAFELN

Euch sind die zahlreichen Features in unserem LIVE-Ticker sicher schon aufgefallen.

Vor allem die LIVE-Statistiken können richtig viel.

  • Ein Klick auf das Feuer im linken Menü bringt euch zur Heatmap.
  • Ein Klick auf das Auge im linken Menü zur Taktiktafel.
  • NEU: Mit einem Klick auf die Rubrik "Spielerstatistik" könnt ihr in Echtzeit mitverfolgen, wie viele Ballkontakte, Zweikämpfe oder Torschüsse ein Spieler in der jeweiligen Partie schon hatte.

Wenn man sich diese Features genauer ansieht, gewinnt man jede Menge spannende Erkenntnisse.

Die Übersicht aller Heatmaps, Taktiktafeln und Spieler-Stats gibt es natürlich weiterhin.

Zudem bieten wir euch alle übrigen Zahlen und Fakten zur Runde an.

DER BLICK INS ARCHIV

Es läuft gut für Thorsten Fink. In Wien ist der Deutsche aufgrund einer Plakatkampagne seines Vereins derzeit allgegenwärtig - mit ernstem Blick versichert er da, er sei stolz, Austrianer zu sein. Stolz kann der 47-Jährige, der als Aktiver vier Mal deutscher Meister, drei Mal Pokalsieger und je einmal Champions-League- und Weltpokal-Sieger wurde, auch auf sich selbst sein. Den Saisonstart hat der Dortmunder, der für Wattenscheid, den KSC und die Bayern gespielt hat, nämlich wunderbar hingekriegt - ein Sieg im Cup, zwei in der Meisterschaft.

BILDERRÄTSEL

Auch in dieser Saison bemühen wir wieder unser Fotoarchiv. Ihr sagt uns, wen wir gefunden haben. Ein fairer Deal, wie wir meinen. Challenge accepted?

Die Auflösung aus der 1. Runde: Der User "Denyo 87" hat gewusst, dass es sich um Sanel Kuljic und Thomas Steiner gehandelt hat. Gratulation!

FRAGE:

Diesmal wird es ein wenig schwieriger. Wir haben ein Bild aus den Urzeiten des SV Mattersburg gewählt.

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