Die erlösende Antwort auf Rapids Liga-Durststrecke

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„Verlieren war verboten, das haben wir alle gewusst.“

Aus Mario Sonnleitner sprach nach dem 2:1-Heimerfolg gegen Sturm Graz im Gespräch mit LAOLA1 die pure Erleichterung.

Drei Liga-Niederlagen in Folge waren bei der hohen Erwartungshaltung innerhalb der Mannschaft und im Umfeld nicht leicht zu verkraften.

Vor allem ließen die zahlreichen Erfolge auf internationaler Ebene den einen oder anderen zweifeln, warum es denn national nicht zu Siegen reichte.

„Wir haben alles dafür getan“

Der Absturz in der Tabelle wurde mit dem Sieg im Schlager gestoppt, durch Salzburgs Ausrutscher in Altach beträgt der Rückstand auf Rang zwei nur mehr zwei Punkte.

„Es war auf jeden Fall sehr wichtig, dass wir wieder einmal drei Punkte geholt und den Anschluss nach oben gehalten haben. Genau das war unser Ziel. Wir haben von Anfang an gezeigt, dass wir das wollen“, bestätigte Stürmer Philipp Prosenik.

Siegtorschütze Sonnleitner fügte hinzu: „Wir haben alles dafür getan, als Sieger vom Platz zu gehen.“

Das stellten die Grün-Weißen von der ersten Minute an unter Beweis. Steffen Hofmanns früher Treffer nach Prosenik-Assist brachte die Hausherren auf Kurs.

Nach der Führung zu abwartend

Im Spielaufbau dominant, fehlte es in weiterer Folge nur an wirklich gefährlichen Torchancen. Den nicht in Bestform agierenden Gegner hatte man aber soweit im Griff.

„Wir haben gewusst, was wir machen müssen, damit sie nicht ihr Spiel aufziehen können“, verriet Prosenik, den jedoch ärgerte, dass man die Entscheidung nicht früher erzwang.

„Wir hätten nach dem 1:0 sofort nachlegen müssen. Wir müssen das zweite Tor machen, dann wäre das Spiel für uns viel einfacher gewesen.“

Trotz druckvollen Phasen leistete sich die Elf von Zoran Barisic jedoch wieder  Verschnaufpausen, wie etwa nach der 25. Minute als man zu passiv agierte.

Sonnleitner verteidigte diese Vorgangsweise jedoch: „Man kann nicht ‚Hurra die Gams‘ spielen, wenn man 1:0 führt, denn wenn man dann einen Konter kassiert, steht es Unentschieden.“

„Das Gegentor dürfen wir so nie kriegen“

Dies wurde kurz nach der Pause durch Sturms ersten wirklich herausgespielten Angriff zum 1:1 bestraft und Rapid damit vor eine weitere Prüfung gestellt.

„Wir haben uns das Leben wieder selbst schwer gemacht. Dieses Gegentor dürfen wir so nie kriegen“, bemängelte Barisic.

Ein schlecht ausgeführter Outeinwurf seiner Mannschaft brachte Sturm zurück ins Spiel, auch weil Auer gegen Schick, und die Innenverteidigung bei der Hereingabe unglücklich agierten.

Die zwischenzeitliche Passivität sowie der vermeidbare Ausgleich waren im Endeffekt jedoch die einzigen Punkte, welche sich die Grün-Weißen ankreiden lassen mussten.

„Trotzdem hat sich keiner aufgegeben“

Trotz Überlegenheit plötzlich wieder in einer verzwickten Lage zu sein, entpuppte sich für die Wiener als mentale Herausforderung.

„Wir gehen verdient in Führung und kriegen dann aus dem Nichts ein Tor. Trotzdem hat sich keiner aufgegeben, obwohl wir drei Spiele hintereinander nicht gewinnen konnten. Man hat trotzdem gesehen, dass die Mannschaft Vertrauen in sich hat und der Glaube nie gefehlt hat“, merkte Sonnleitner an.

Irgendwie pushte Rapid Kienasts Ausgleich sogar. Plötzlich ergriff man wieder die Initiative, drückte Sturm in die eigene Hälfte hinein und drängte auf den neuerlichen Führungstreffer.

„So wie wir gespielt haben, hatte ich immer die Hoffnung, dass uns noch das Siegtor gelingt. Aber es war zwischenzeitlich zum Verzweifeln“, gab Barisic zu.

Die Geschichten mit den Ex-Spielern

Das Happy End durfte der Chefbetreuer schlussendlich doch noch bejubeln, denn seine Mannschaft belohnte sich mit dem Siegtreffer für den großen Aufwand über 90 Minuten.

Dafür verantwortlich zeichnete Mario Sonnleitner, der nach einer Ecke von Florian Kainz den Ball zum Endstand und erlösenden Erfolg einköpfte – eine Co-Produktion der Ex-Grazer.

„Der Kainzi hat den super reingespielt. Es war ein bisschen Glück dabei, aber ich bin reingegangen und habe versucht zu köpfeln“, beschrieb Sonnleitner sein Tor zehn Jahre nach seinem ersten Bundesliga-Treffer - gegen die Blackies.

Auch Sturm-Coach Franco Foda konnte nur lächeln: „Sonni hat bei uns damals sehr gute Leistungen gezeigt. Der Fußball schreibt halt immer wieder solche Geschichten. Gegen die Austria hat dafür Sascha Horvath für uns getroffen.“

Nur der erste Schritt in die richtige Richtung

Nach dem Schlusspfiff lagen sich die Hütteldorfer in den Armen, endlich konnte der Negativlauf beendet und die Diskussionen über die unterschiedlichen Auftritte national wie international gestoppt werden.

Für Sonnleitner war es aber nicht mehr als ein Schritt in die richtige Richtung, den man in der intensiven Restsaison weiter bestätigen möchte. Schließlich habe man in letzter Zeit genug Kredit verspielt.

„Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir die vorigen Spiele nicht gewinnen konnten. Wir wollten vorne dran bleiben. Das haben wir leider ein bisschen verabsäumt. Deswegen war es umso wichtiger, dass wir den Dreier geholt haben.“

Unter Druck funktioniert Rapid anscheinend. Für Selbstvertrauen ist vor dem richtungsweisenden EL-Auswärtsspiel bei Viktoria Pilsen aber sicher gesorgt.


Alexander Karper / Peter Altmann

 

Rapid Sturm
Ballbesitz 53,5% 46,4%
Zweikämpfe 45,9% 54,1%
Eckbälle 7 2
Torschüsse 19 13
Torschüsse außerhalb Strafraum 7 7
Torschüsse innerhalb Strafraum 12 6
Kopfballchancen 1 1
Abseits 6 0
Fouls 6 13
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