Sabitzer: "Leipzig ist nicht in meinem Kopf"

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Aller guten Dinge sind drei.

Am Sonntag verwertete Red Bull Salzburg den dritten Matchball und hat das "Quasi" und das "So-Gut-Wie" vor dem Titel "Meister" gelöscht. Zum sechsten Mal in der zehnjährigen Ära.

Nach zwei schwierigen Auswärtsspielen bei Altach (2:2) und Sturm (0:0) wurde der WAC mit 3:0 besiegt. Dabei zeigte sich der Meister überaus gnädig. WAC-Goalie Kofler: "Wir waren inferior."

Während es für die Kärntner (vorerst) nicht für den Europacup reichte – Salzburg kann das mit dem Cup-Sieg ändern – wurden die "Bullen" schon während der Partie von 18.209 Zuschauern gefeiert.

Eine schnelle 2:0-Führung durch Marcel Sabitzer (6.) und Andre Ramalho (12.) ebnete den Triumph, Jonatan Soriano besiegelte es kurz nach der Pause endgültig (51.).

"Party on" ab Minute 50

Es folgte eine mehrminütige Welle durch das Stadion, sowie der "oh, wie ist das schön"-Sprechchor über den "seht ihr Wiener, so wird das gemacht"-Wink bis hin zu "Adi-Hütter"-Gesängen.

"Wir hatten heute viel Unterstützung vom Publikum", bedankte sich der Meister-Coach, der ob seiner ersten Meisterschaft als Trainer von einem "unglaublich emotionalen Moment" sprach.

 

CAMPEONES, CAMPEONES, OLE OLE OLE...!!!!! Jonny macht den Capo ;) Whirlpool-Party in der Kabine  ________ #ME15TER #SalzburgfeiertseineME15TER

Posted by FC Red Bull Salzburg on Sonntag, 24. Mai 2015

 

Den realisierte der 45-Jährige schon am vergangenen Mittwoch in Graz, als sich der Vorarlberger ob des uneinholbaren Rückstandes von Rapid schon gratulieren ließ. Freilich auch am Sonntag.

"Man kann sich vorstellen, dass es ein unglaubliches Gefühl ist, wenn man in der österreichischen Bundesliga erstmals als Trainer Meister wird. Vor allem für mich hier in Salzburg", so der frühere Mittelfeldspieler von Austria Salzburg, der 1994, 1995 und 1997 als Spieler Meister wurde.

"Am Ende setzt sich der Bessere durch"

Christoph Leitgeb und Andreas Ulmer jubelten am Sonntag über ihren je fünften Bundesliga-Titel.

"Es ist natürlich immer etwas Besonderes und nie selbstverständlich. Man arbeitet das ganze Jahre hart dafür und sind wir alle happy, dass wir es geschafft haben", freute sich Leitgeb.

14 Spieler, die Einsatzminuten verbuchten, jubelten erstmals als Meister. Allen voran Marcel Sabitzer, der im Frühjahr regelrecht explodierte und gegen den WAC Saison-Treffer 19 erzielte.

"Es war harte Arbeit und dafür haben wir uns belohnt. Eine Meisterschaft entscheidet man nicht von heute auf morgen. Am Ende setzt sich der Bessere durch. Wir sind mehr als verdient Meister."

Der 21-Jährige durfte erstmals den Teller heben, den Neuen anlässlich des 40-jährigen Bundesliga-Jubiläums 2014. Gegen 20 Uhr war es so weit. Kapitän Jonatan Soriano stemmte ihn in die Höhe.

"Der Teller ist extrem schwer, das hätte ich mir nicht gedacht", lachte der Sohn von Herfried, der wiederum mit (Austria) Salzburg 1994 Meister wurde.

Sabitzer mit Abschieds-Party?

Sabitzer stellte sich danach mitten hinein in den Sektor zu den Fans. Ein Abschied? "Ich weiß es noch nicht, kann durchaus so sein", so die Leipzig-Leihgabe, die am Papier ab 1. Juli in Deutschland arbeiten müsste.

"Ich werde dort hingehen, wo ich meine Weiterentwicklung sehe. Ich werde mich mit meinen Leuten zusammensetzen, dann wird man sich mit den Verantwortlichen von Red Bull zusammensetzen und eine Lösung finden", hielt der ÖFB-Team-Kicker fest und sagte bei "Sky" auch: "Wenn ich ehrlich bin, ist Leipzig da nicht in meinem Kopf drinnen."

Ob das so bleibt, wird sich zeigen. Vertrag hat der Stürmer beim deutschen Zweitligisten bis 2018.  

Ohne Worte

Posted by Marcel Sabitzer on Sonntag, 24. Mai 2015

 

An diesem Pfingstsonntag hatte aber Anderes Priorität, der (heilige) Team-Geist stand im Vordergrund. Egal ob erstmals Meister oder fünffacher. Das hebten alle hervor.

"Wir haben eine tolle Mischung, super 'alte' Spieler mit tollem Charakter, super 'junge' Spieler mit tollem Charakter. Und im Endeffekt setzt sich dann die Qualität durch", schilderte Sabitzer.

"Wir haben die Höhen und Tiefen gemeistert, das zeichnet eine gute Mannschaft aus", sagte Martin Hinteregger, der wohl vom Saisonstart (sechs Siege, 29:1 Tore) sowie von den Folgen des Malmö-Dramas sprach (drei Niederlagen en suite). Sabitzer: "Der Titel war aber eigentlich nie in Gefahr."

Schmidt und Kampl gratulierten

So folgte die große "Party dahoam".

Erst am Feld mit den üblichen Bierduschen, dann in der Kabine, im Becken, dann am Vorplatz mit einem Großteil der 18.000 Fans vom Spiel. Wie vergangene Saison hielt man die Meisterfeier gleich am Stadion-Gelände ab. Kurz vor 21:30 Uhr bewegte sich der Auto-Korso aus der Tiefgarage – im ersten Gefährt saßen Soriano, Sabitzer und Andre Ramalho.

"Heute ist ein ganz besonderer Tag für mich. Ich freue mich riesig über mein Tor in meinem letzten Heimspiel vor unseren Fans. Diesen Tag werde ich nie vergessen", so der Brasilianer, der zu Bayer Leverkusen wechselt. Sein alter, neuer Trainer Roger Schmidt gratulierte per Video-Botschaft.

Kevin Kampl, Thomas Morgenstern, Hannes Arch und Andreas Goldberger, der gar sang, taten es ihm gleich.

"Dann sollten wir zusperren"

Und wer ist eigentlich der Ober-Party-Löwe? "Normal lobe ich mich selber nicht gern, aber ich gehöre sicher dazu", grinste Sabitzer, der mit seinen Kollegen ein großes Feuerwerk bestaunte.

"Die jüngeren Spieler haben mehr Qualität beim Feiern, Valon (Berisha, Anm.) oder Nils (Quaschner, Anm.). Aber wir 'Alten' können auch noch feiern", gab sich Leitgeb nicht vorab geschlagen. Hinteregger: "Es wird heute sicher länger dauern. In zwei, drei Tagen werden wir uns dann auf das Cup-Finale und das Erreichen des Doubles konzentrieren."

Ilsanker, der sich möglicherweise auch im Sommer (nach Leipzig) verabschiedet, kündigte an: "Wir sind die beste Mannschaft dieser Saison gewesen, nun müssen wir die beste im Feiern sein."

Nach der Party am Vorplatz ging es in den VIP-Räumlichkeiten in der Red-Bull-Arena weiter. Und es war nicht das Ende. "Wenn das das Ende ist, dann sollten wir den Laden zusperren", lachte Sabitzer. "Ich habe mein nächstes Training am Mittwoch um 16 Uhr, da komme ich dann."

Am Dienstag und Mittwoch stehen übrigens Laktattests an. Montag ist Feiertag – wie Sonntag auch.

 

Bernhard Kastler

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