2:2 in Altach: Salzburger Meisterfeier ist vertagt

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Red Bull Salzburg hat die erste Chance zur Titelverteidigung in der Bundesliga verpasst.

Der Tabellenführer musste sich am Samstag zum Auftakt der 33. Runde beim SCR Altach mit einem 2:2 (1:1) begnügen.

Marcel Sabitzer traf unter Mithilfe von Altachs Torhüter Martin Kobras erst in der 87. Minute per Freistoß zum Ausgleich.

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Salzburg spielte nach einer Roten Karte gegen Martin Hinteregger (74.) zu diesem Zeitpunkt nur zu zehnt.

Nach einem Blitzstart des Spitzenreiters durch Valon Berisha nach 23 Sekunden gelang Altachs Hannes Aigner mit einem Doppelpack (28., 75./Foulelfmeter) die zwischenzeitliche Wende.

Salzburg kann nun am Sonntag bei einer Niederlage von Verfolger Rapid im Wiener Derby als Meister feststehen. Aus eigener Kraft könnten die "Bullen" am Mittwoch bei Sturm Graz alles klar machen.

Blitzstart auch ohne Soriano

Meisterliches Auftreten hatte Trainer Adi Hütter bei der Rückkehr in seine Heimat von seinen Schützlingen gefordert.

Und die ohne den am Sprunggelenk verletzten Torjäger Jonatan Soriano angetretenen Gäste legten einen Start nach Maß hin.

Altach Salzburg
Ballbesitz 44,4% 55,6%
Zweikämpfe 58,6% 41,4%
Eckbälle 5 5
Torschüsse 12 17
Torschüsse außerhalb Strafraum 5 7
Torschüsse innerhalb Strafraum 7 10
Kopfballchancen 2 2
Abseits 6 3
Fouls 14 17

Naby Keita auf Benno Schmitz, dessen Flanke verwertete Berisha volley und völlig unbedrängt zur Salzburger Führung. Es war das drittschnellste Ligator in dieser Saison.

Starke Flügelzange

Altach verdaute den Fehlstart aber schneller als gedacht. Die drei Runden vor Saisonende weiter viertplatzierten Vorarlberger agierten offensiv wie selten zuvor in dieser Saison gesehen.

Vor allem die schnellen Flügelspieler Louis Ngwat-Mahop und Ismael Tajouri stellten die Salzburger Defensive des öfteren vor Probleme.

In der Spitze erwies sich Aigner einmal mehr als unangenehmer Gegenspieler.

Wenig Offensiv-Power

Der Kapitän der Altacher bewies nach einem Tajouri-Eckball auch im Luftduell mit ÖFB-Teamspieler Hinteregger seine Klasse und stellte auf 1:1.

Salzburg konnte vor den Augen von Sportdirektor Ralf Rangnick seine spielerische Klasse überhaupt nicht ausspielen. Die Stürmer Marcel Sabitzer und Marco Djuricin bekamen kaum brauchbare Bälle.

Die heimstarken Altacher waren dem zweiten Treffer näher. Darko Bodul traf das Außennetz (42.), ein sehenswerter Aigner-Treffer wurde fälschlicherweise wegen Abseits nicht gegeben (45.). Salzburg musste mit dem Unentschieden zur Pause zufrieden sein.

Schwache Schiri-Leistung

Valentino Lazaro hätte nach Seitenwechsel fast für ein Altacher Deja-vu gesorgt, sein Abschluss fiel aber zu schwach aus. Die Canadi-Elf monierte dann erfolglos einen Elfmeter, nachdem Ngwat-Mahop Schmitz im Strafraum am Ellenbogen getroffen hatte.

Schiedsrichter Manuel Schüttengruber gab jedoch nur Eckball. Bei Salzburg war von meisterlichem Auftreten weiter wenig zu sehen.

Trotzdem leitete eine weitere Fehlentscheidung des Referee-Teams ein Gegentor ein. Der eingewechselte Patrick Seeger stolperte im Strafraum im Laufduell mit Hinteregger, Schüttengruber entschied überraschend auf Strafstoß und Rot für den Innenverteidiger. Aigner ließ sich die Möglichkeit auf sein zwölftes Saisontor nicht entgehen.

Schüttengruber nach der Partie: "Es War keine Fehlentscheidung."

Kobras patzt

Salzburg legte, die erste Niederlage nach vier Siegen in Folge vor Augen, mit einem Mann weniger noch einmal zu.

Dass es tatsächlich noch spannend wurde, war Kobras zu verdanken. Altachs Torhüter ließ sich von einem Sabitzer-Freistoß überraschen. Immerhin verhinderte Kobras gegen Minamino noch den dritten Gegentreffer (90.).

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