Austria dementiert Einigung mit Felix Magath

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Wenn 90 Minuten in den Hintergrund rücken.

Unmittelbar nach dem 0:0 gegen Sturm Graz verbreitete sich die Nachricht, dass Felix Magath ab Sommer neuer Trainer der Wiener Austria werden würde.

Laut „Kurier“ sollen sich die Veilchen mit dem 61-jährigen Deutschen, der unter anderem schon Klubs wie den HSV, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, VfB Stuttgart, Bayern München, VfL Wolfsburg, Schalke 04 und zuletzt Fulham trainierte, auf eine Zusammenarbeit geeinigt haben und „demnächst offiziell präsentiert werden“.

Im Lager der Wiener wurde diese Meldung allerdings umgehend dementiert. LAOLA1-Informationen zufolge soll es zwar vor zwei Wochen zu einem Treffen mit Magath in München gekommen sein, als Wunschkandidat gilt jedoch Mirko Slomka.

Kein Name-Dropping

Auf „Sky“ wollte sich Franz Wohlfahrt am Name-Dropping jedenfalls nicht beteiligen. Denn neben den zwei bereits genannten Personen kursiert auch Armin Veh in der Gerüchteküche.

„Zu Namen und Spekulationen werde ich keine Auskunft geben“, so der Austria-Sportdirektor.

Einen kleinen Einblick gab der Kärntner schlussendlich doch Preis: „Am Dienstag werden wir beim Aufsichtsrat die ein oder andere Variante vorstellen, um uns das Okay zu holen, in den nächsten Tagen zu entscheiden. Die wirtschaftliche Seite ist wichtig, wir haben unsere Grenzen. Aber wir benötigen jemanden, der in der Lage ist und die Erfahrung hat, um uns gleich zu helfen“, erklärte der 50-Jährige.

Nicht geholfen hatte den Violetten zuvor eine ansprechende Leistung gegen die Steirer für den zweiten Heimsieg in Serie.

„Wir hätten gerne drei Punkte geholt, aber mit dem Unentschieden können wir auch gut leben. Wir müssen hart weiterarbeiten, noch ein paar Sachen verbessern, aber wir sind auf einem guten Weg“, meinte Trainer Andreas Ogris.

„Waren in Hälfte eins dominant“

Die Vorstellung seiner Truppe sei aber wieder „ein Schritt in die richtige Richtung gewesen. Wir haben bewiesen, dass wir mit einer Spitzenmannschaft in Österreich mithalten können – das haben uns viele Leute in der Vergangenheit nicht zugetraut.“

Lukas Rotpuller stimmte vor allem die erste Halbzeit positiv: „Da waren wir die dominante Mannschaft, hatten zwei, drei gute Möglichkeiten – leider konnten wir sie nicht nutzen.“

Das erste Zu-Null-Match in der Meisterschaft im Kalenderjahr 2015 sei zudem Balsam auf die zuletzt oft gescholtene Defensiv-Seele gewesen.

„Das ist positiv. Man muss aber auch ganz ehrlich sagen, dass wir sehr viele billige Tore bekommen haben, wo auch der Zufall mitgespielt hat. Man braucht jedoch nichts schön reden. Fakt ist: Wir haben an uns gearbeitet und sind kompakter geworden“, so Austrias Innenverteidiger. „Das freut mich für die Mannschaft das wird ihr gut tun“, fügte Ogris hinzu.

Gorgon haderte

Hätte Alexander Gorgon einer seiner beiden Top-Chancen verwertet, wäre sogar ein Sieg möglich gewesen.

Deshalb haderte der 26-Jährige auch ein wenig mit seiner eigenen Leistung: „Heute ist es an der Chancenauswertung gelegen. Da nehme ich mich in die Pflicht, denn ich hatte unsere besten Möglichkeiten. Vielleicht liegt es auch an der Tagesform. Bei mir wollte der Ball heute einfach nicht ins Tor. Es ist schwer zu erklären“, zeigte sich Gorgon enttäuscht.

Vorwürfe musste sich der Mittelfeldspieler keine anhören. „Natürlich können wir über die Riesenchance von Gogo diskutieren. Er wollte den Ball reinmachen, hatte aber zwei Ideen im Kopf und sich für die falsche entschieden“, stärkte Ogris seinem Schützling den Rücken.

Unter dem Strich ging das 0:0 für den Ex-Internationalen auch voll “in Ordnung, denn das aberkannte Tor von Sturm war regulär.“

„Darauf können wir aufbauen“

Schlussendlich blickte auch Gorgon zuversichtlich in die Zukunft: „Auf so einem Spiel können wir aufbauen. Wir hatten gute Ballstafetten, auch in der gefährlichen Zone. Und hinten sind wir sehr kompakt gestanden. So eine Darbietung haben wir heuer selten gezeigt. Wenn du gegen so einen Gegner im Stande bist, so eine Leistung zu zeigen, ist es ein Schritt in die richtige Richtung.“

Welchen Schritt die FAK-Verantwortlichen in der „Causa Trainerbestellung“ setzen, werden die kommenden Tage weisen.

Und am nächsten Wochenende werden die 90 Minuten definitiv nicht in den Hintergrund rücken, denn da steigt das Wiener Derby.

 

Martin Wechtl / Peter Altmann

Austria Sturm
Ballbesitz 53,5% 46,5%
Zweikämpfe 51,5% 48,5%
Eckbälle 9 2
Torschüsse 17 5
Torschüsse außerhalb Strafraum 9 2
Torschüsse innerhalb Strafraum 8 3
Kopfballchancen 6 0
Abseits 2 2
Fouls 16 12
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