Mit den eigenen Waffen schlagen

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"Fakt ist, dass er unsere Mannschaft sehr gut kennt"

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Meister Salzburg ist nach dem verpatzten Europacup-Start in Aserbaidschan in der Bundesliga auf Wiedergutmachung aus.

Die Generalprobe für das so wichtige Rückspiel der Champions-League-Qualifikation gegen Karabach Agdam führt die Salzburger am Samstag (19.00 Uhr) nach Ried zu ihrem früheren Co-Trainer Oliver Glasner.

Der neue Ried-Coach kennt die Red-Bull-Elf wie seine Westentasche.

Glasner gönnt Salzburg alles, außer Sieg

Glasner freut sich nach zwei Jahren in Salzburg auf das Wiedersehen. Mit einigen Spielern steht er noch in Kontakt.

"Ich gönne ihnen den Einzug in die Champions League. Auch am Samstag gönne ich ihnen eine gute Leistung, aber sie soll zu wenig sein", erklärte Glasner, der seinem neuen Team eine ähnliche Spielphilosophie übertragen hat wie jene, die in der Mozartstadt praktiziert wird.

"Fakt ist, dass er unsere Mannschaft sehr gut kennt. Auf der anderen Seite hat er die Spielanlage schon komplett verändert. In Ried wird uns ein Gegner erwarten, der versucht, offensiv zu verteidigen", meinte Salzburg-Trainer Adi Hütter.

"Zurückziehen geht nicht"

Das sei die einzige Möglichkeit, um gegen die Bullen zu bestehen, ergänzte Glasner. "Zurückziehen geht nicht. Wenn man zu passiv ist, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie das bestrafen."

Das habe man laut Glasner auch in Aserbaidschan gesehen, als die Salzburger das Spiel nach der Pause dominierten.

Trotz einer 1:2-Niederlage geht der Ex-Co-Trainer vom Einzug in die nächste Runde aus. "Ich bin überzeugt, dass sie das Rückspiel klar gewinnen werden", sagte Glasner.

"Für unser Spiel ist das aber bedeutungslos, das hat keine Auswirkungen. Auch zuvor ist die Champions League das große Ziel gewesen."

Hütter bleibt realistisch

Hütter könnte allerdings auf der einen oder anderen Position rotieren. Sadio Mane fehlt gesperrt, bei Stefan Ilsanker hoffen die Salzburger nach seiner Zehenverletzung auf ein Comeback am Mittwoch im Rückspiel gegen Karabach.

"Wir sind nicht himmelhoch jauchzend und auch nicht zu Tode betrübt", beschrieb Hütter die Stimmung in der Mannschaft.

"Wir sind auch nach unseren zwei hohen Siegen in der Liga auf dem Boden geblieben."

Ried zuletzt chancenlos

11:1 lautet das Torverhältnis des Tabellenführers. Mehr Tore hat in der Bundesliga-Geschichte in den ersten zwei Runden noch kein Team erzielt.

Gegen die Rieder gab es in der Vorsaison in vier Spielen vier klare Siege. "Ried wird aber sicher anders spielen als letztes Jahr. Oliver Glasner hat ein paar Dinge von hier mitgenommen", sagte Salzburgs Mittelfeldstar Kevin Kampl.

"Aber wir werden unserer Linie treu bleiben und versuchen, die drei Punkte mitzunehmen."

Ried macht es wie Salzburg

Glasner will Feuer mit Feuer bekämpfen. "Wir müssen versuchen, schnell nach vorne zu spielen und uns mit Gegenpressing Luft zu verschaffen", erklärte der 39-Jährige.

"Wir müssen cool sein und uns mehr zutrauen." Zuletzt bei Rapid (0:1) sei das noch nicht gelungen. Das Vertrauen in die neue Spielanlage sei wichtig.

Glasner: "Wenn man Pressing nur halbherzig spielt, ist das nicht Fisch und nicht Fleisch. Nur wenn man es konsequent durchzieht, hat man eine Chance."

"Es wird schwierig"

Gegen die beste Mannschaft Österreichs sei die Herausforderung besonders groß - immerhin praktizieren die Salzburger ihr System bereits seit zwei Jahren mit fast gleichbleibendem Personal.

"Wenn Ajax Amsterdam (in der Europa League) oder Bayern München (in einem Testspiel im Winter) keinen geregelten Spielaufbau zusammenbringen, dann wird es auch für Ried schwierig", meinte Glasner.

Immerhin darf er auf eine gut gefüllte Keine-Sorgen-Arena hoffen.

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