"Ergebnis ist enttäuschend, Auftreten in Ordnung“

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Mit einem Unentschieden endete für die Austria das richtungsweisende Spiel gegen den fünftplatzierten WAC.

Ein Remis, das wohl zu wenig sein wird, um über die Bundesliga den Sprung  in den Europacup zu schaffen.

Nach dem 1:1 vor 7.780 Zuschauern in der Generali Arena beträgt der Rückstand auf Platz fünf, der unter Umständen (Salzburg muss Meister werden, einer der Top vier der Tabelle Cupsieger) das EC-Ticket bedeutet, nach wie vor acht Punkte – bei nur mehr sieben ausstehenden Runden.

„Natürlich ist der Rückstand groß, aber das wissen wir selbst. Doch was sollen wir tun: Bis zum Ende denken, dass wir keine drei Punkte mehr holen können? Auch wenn es die Chance im Cup gibt, werden wir uns in der Bundesliga nicht abschießen lassen“, meint Markus Suttner.

FAK-Coach Andi Ogris hat die Hoffnung zwar noch nicht aufgegeben, „wenn man realistisch ist, werden wir die Quali für den Europacup aber nicht über die Liga schaffen.“

„Das ist echt bitter“

Dabei zeigten die Wiener zum Abschluss des 29. Spieltages eine ansprechende Leistung, waren mit 65,7 Prozent Ballbesitz  die klar spielbestimmende Mannschaft und hatten auch wesentlich mehr Torchancen.

Doch den Kärntnern gelang in der ersten Hälfte aus dem Nichts und unter der unglücklichen Mithilfe von Mario Leitgeb, der Peter Zulj ideal bediente, die Führung (29.).

„Wir waren engagiert, sind gut nach vorne gekommen und dann legen wir ihnen das Tor selbst auf. Du kannst aber niemandem einen Vorwurf machen, wenn er angeschossen wird. Das ist echt bitter, denn  es war eigentlich die einzig echte Torchance des WAC. Wir mussten wieder einem Rückstand nachlaufen“, erklärte Suttner.

„Zwei total verlorene Punkte“

Zwar gelang nach der Pause der schnelle Ausgleich dank eines sehenswerten Kopfball-Treffers von Alexander Grünwald (51.), mehr jedoch nicht mehr.

„Für mich fühlt sich das an, wie zwei total verlorene Punkte. Wir waren klar besser, hatten die besseren Chancen und haben viel mehr für die Partie investiert. Ein Sieg wäre verdient gewesen. Noch dazu war das Gegentor ein Zufallsprodukt. Doch im Fußball muss man sich alles erarbeiten, auch das Glück. Und das ist momentan nicht auf unserer Seite“, haderte Austrias Torschütze, der erstmals seit 2. März 2011 in der Liga per Kopf erfolgreich war.

Gemischte Gefühle bei Ogris

Ogris hatte nach seiner Heim-Premiere ebenfalls gemischte Gefühle. „In vielen Phasen war ich mit der Leistung der Mannschaft zufrieden. Es gab aber auch viele Phasen, wo vieles nicht gut geklappt hat. In der ersten Halbzeit hat uns auch ein wenig der Punch gefehlt, die Aktionen zu Ende zu spielen. Das haben wir nach dem Seitenwechsel besser gemacht.“

Gut Gefallen hatte dem 50-Jährigen, „dass wir versucht haben, über die Seiten Chancen zu kreieren, aber wir haben zu wenig Anspielstationen in den Strafraum gebracht. Und dann ist es natürlich auch für den, der den Ball hat, schwierig jemanden zu finden.“

Weniger gefallen hatte er damit, „dass wir in vielen Situationen nicht mutig genug waren und Angst hatten. Da sieht man, dass wir noch einen weiten Weg zu gehen haben.“

„Eine Sache des Selbstvertrauens“

Die fehlende Durchschlagskraft sei laut Suttner auch die Folge der vielen Dämpfer in der jüngsten Vergangenheit.

„Es ist eine Sache des Selbstvertrauens, wie eine Mannschaft gerade drauf ist. Zuletzt gab es viele Rückschläge. Man sieht aber bei uns eine Steigerung. Dass das nicht von heute auf morgen geht, ist klar. Klar ist aber auch, dass wir die Punkte brauchen. Wenn wir nicht gewinnen, kann sich jeder ausrechnen, dass es immer schwieriger wird. Druck ist bei uns sowieso immer, jetzt wird er halt noch höher. Doch daran wächst man auch. Das sind Erfahrungen, die man machen muss. Wir sind gerade in einer Negativ-Spirale drinnen, werden aber schauen, da raus zukommen.“

Für Grünwald befindet sich die Austria auch am richtigen Weg: „Die Leistung stimmt mich positiv für die kommenden Runden und das Cup-Halbfinale. Wir haben im Training darauf Wert gelegt, das Spiel schnell zu machen, mit wenigen Kontakten nach vorne zu kommen. Das ist uns phasenweise gut gelungen. Das Ergebnis ist enttäuschend, aber das Auftreten war in Ordnung.“

WAC zufrieden mit Punkt, aber nicht mit der Leistung

Genau umgekehrt interpretierte der WAC die Begegnung in Favoriten. „Der Punkt war das Beste am heutigen Tag. Es war ein reiner Kampf. Spielerlisch war das heute eine Katastrophe. Wir haben uns aber dagegen gestemmt. Solche Punkte muss man auch machen“, so Joachim Standfest.

Unerklärliche individuelle Fehler kosteten Didi Kühbauer einige Nerven. „Wir haben vor dem Spiel gesagt, wir wollen zumindest den gleichen Punkteabstand zur Austria haben. Das ist uns gelungen, aber wir waren heute über 90 Minuten echt schlecht. Wir haben so viele Abspielfehler gemacht, dass wir schlussendlich zufrieden mit diesem Remis sein müssen.“

Michael Sollbauer brachte es abschließend auf den Punkt: „Ein X war das Minimalziel. Mit der Leistung sind wir aber sehr unzufrieden. Wenn wir so in den nächsten Wochen spielen, wird nicht viel herausschauen.“

 

Martin Wechtl

Austria WAC
Ballbesitz 65,7% 34,3%
Zweikämpfe 51,5% 48,5%
Eckbälle 11 4
Torschüsse 13 8
Torschüsse außerhalb Strafraum 6 4
Torschüsse innerhalb Strafraum 7 4
Kopfballchancen 3 2
Abseits 2 5
Fouls 18 15
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