Sturms Freud und Leid

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Freud und Leid nach Sturms Statement-Sieg

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Es war mehr als der vierte Heimsieg in Folge.

Sturms 5:0 gegen Altach – der sechste Sieg in den letzten sieben Spielen – war ein Statement und eine Kampfansage an die vorderen Teams.

Die Grazer sind nun die dritte Fußball-Kraft im Land, auch wenn die Vorarlberger am Mittwoch mit einem Heimsieg im Nachtrag gegen Wr. Neustadt wieder an den Steirern vorbeiziehen können.

„Kirche im Dorf lassen“

Vor dem Spitzenspiel der Runde fehlt auf den Zweiten Rapid ein Zähler sowie auf Tabellenführer Salzburg sieben. Möglicherweise bleiben es so viele auf den Leader. Schielt man gar auf Platz 1?

„Wir müssen die Kirche im Dorf lassen und von Spiel zu Spiel schauen. Wir haben deren noch acht und das sind alles Endspiele“, sagte Christian Gratzei nach der Partie gegenüber „Sky“.

Der Tormann, der eine Vertragsverlängerung (noch) nicht bestätigte, will wie seine Kollegen in den Europacup. Und idealerweise soll es am Ende die Champions-League-Qualifikation werden.

„Unser Ziel ist Platz zwei“, meinte Andreas Gruber (19), der erstmals in der Bundesliga über Tore jubeln durfte. „Ich bin dem ersten Tor lange nachgelaufen und jetzt bin ich überglücklich.“

Avdijaj „bläst sich auf“

Ebenso überglücklich zeigte sich Donis Avdijaj, der auch traf – und das zum dritten Mal en suite. Angesprochen auf seinen eigentlichen Arbeitgeber Schalke, gab der 18-Jährige eine seiner kecken Antworten, für die er in jüngerer Vergangenheit Aufmerksamkeit in Fußball-Österreich erlangte.

„Ich wünsche Schalke alles Gute, aber die Musik spielt für mich hier – und die ist aktuell richtig cool“, lachte der Deutsche. Welche denn? „Viel Bass  und so“, grinste jener Junge, der Grubers beide Tore auflegte und so auch die ausgelassene Stimmung in der UPC-Arena auf diese Weise weiter anheizte.

 

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Posted by Donis Avdijaj on Samstag, 11. April 2015

 

Kein Zweifel. Avdijaj ist ein Typ, über den gesprochen wird. Daraus macht die Leihgabe auch keinen Hehl. „Ich bin wie ich bin, 100 Prozent Donis Avdijaj. Manche mögen es, manche nicht. Wenn es gut läuft, mögen es viele“, lachte der Offensivspieler einmal mehr herzlich.

Altachs Andreas Lienhart lachte nicht mit. Nicht nur wegen der 0:5-Niederlage, sondern weil sich die beiden auch in Hälfte eins einiges zu sagen hatten. „Der junge Bub bläst sich vor mir auf, aber nächste Saison kommt er auch wieder nach Altach und dann reden wir weiter“, so der 29-Jährige.

Canadi: „Müssen wieder aufstehen“

Der Rechtsverteidiger konnte nach dieser Woche überhaupt nicht mehr lachen, da war auch noch das 0:4 im Cup gegen Salzburg. „Wir haben neun Tore kassiert, mehr braucht man nicht sagen.“

Warum das 0:5? „Wir haben keine Zweikämpfe gewonnen, so kannst du auch kein Spiel gewinnen.“

Aber: „Wir werden das aufarbeiten, uns wieder aufrappeln und haben dann noch genügend Spiele, um es wieder gut zu machen.“

Das sagte auch sein Trainer Damir Canadi: „Wir haben zwei Spiele auf bittere Weise verloren, das tut weh. Aber wir haben auch die Erfolge angenommen, jetzt müssen wir das verarbeiten und versuchen, wieder aufzustehen. Das ist mir auch wichtig, dass wir als Mannschaft die richtige Reaktion zeigen. Sturm war heute zu Beginn präsenter, Gratulation zu diesem Erfolg.“

Foda: „Stankovic wird gestärkt zurückkommen“

Sturm-Trainer Franco Foda war natürlich zufrieden, wenn auch nicht durchwegs mit den 90 Minuten.

„Die Mannschaft hat die 20 Minuten toll gespielt. Das Umschaltspiel nach Ballverlust war sehr gut. Nach 20 Minuten hatte Altach eine Phase, wo es 15 Minuten besser im Spiel war. Glücklicherweise haben wir noch vor der Pause das 2:0 erzielt. Auch die ersten zehn Minuten nach der Pause  waren wir nicht im Spiel, da war ich auch nicht zufrieden. Danach haben wir gut nach vorne gespielt, hatten aber auch die Räume, weil Altach riskiert hat. Die haben wir gut ausgenützt.“

Herausheben wollte der Deutsche an diesem glorreichen Tag niemanden.

„Die ganze Mannschaft hat heute im Kollektiv sehr gut funktioniert. Im Ballbesitz waren wir sehr gut, hatten viel Bewegung, haben viel rochiert im letzten Drittel. Und auch bei Ballverlust haben wir sofort auf Defensive umgeschaltet, weil wir gewusst haben, dass Altach da sehr gefährlich sein kann.“

Über einen musste dann aber doch noch gesprochen werden: Marko Stankovic.

Der Mittelfeldspieler landete in der ersten Hälfte nach einem Zweikampf mit Cesar Ortiz unglücklich am Boden und verdrehte sich das Knie. Die ganz bittere Diagnose: Kreuzbandriss.

„Das ist für Marko natürlich sehr schade und ist nach  so einem tollen Spiel ein Wermutstropfen“, wusste Foda. Stankovic war in dieser Saison nur in vier Spielen nicht im Einsatz und wird nun den Rest der Saison verpassen. Und nicht nur das. Auch die wahrscheinliche Europacup-Qualifikation.

„Aber wir werden ihm helfen, ihn aufbauen und er wird gestärkt zurückkommen“, richtete Foda aus.

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