"Naby, ich schieße noch eines"

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"Naby, ich schieße noch eines"

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Die Woche der Wahrheit hat für Red Bull Salzburg gut begonnen.

Zumindest was das Ergebnis betrifft. Der Meister gewann den Auftakt der 27. Runde gegen Austria Wien 3:1 und hielt den Abstand auf Verfolger Rapid vor dem Duell am Sonntag bei sechs Punkten.

„Das Wichtige sind die drei Punkte und unseren Fans wieder einen Sieg geschenkt zu haben“, war Trainer Adi Hütter die Quintessenz an diesem Karsamstag schnell klar.

Speedy Sabitzers kurze Freude

Es hätte auch ganz anders kommen können, schließlich war es beim Debüt von Austria-Trainer Andreas Ogris eine Anfangsphase der anderen Art.

Marcel Sabitzer, der schon beim 3:1 gegen Grödig nach 30 Sekunden traf, erzielte nun bereits nach 18 Sekunden das 1:0. Nur Alexander Gorgon traf im Derby gegen Rapid diese Saison früher (16 Sekunden).

„Es hat gut begonnen, aber die Freude war nach fünf Minuten wieder vorbei. Es ist schade, dass wir immer ein Gegentor bekommen“, konnte sich Sabitzer über Saisontor 13 nur kurz freuen. Der Meister wartet seit Valentinstag – also schon neun Spiele lang – auf eine Partie ohne Gegentreffer.

So gut Salzburg offensiv (bis auf die Chancenverwertung) spielt, so schlecht sieht die Defensive phasenweise aus. Die „Bullen“ hätten nach 15 Minuten mit 1:3 in Rückstand sein können/müssen.

„Wir haben es die letzten zwei, drei Tage angesprochen, wollten in der Defensive den Hebel ansetzen, aktiv gegen den Ball sein. So viel habe ich da nicht gesehen, deswegen war es eine enge Partie“, kritisierte Sabitzer. „Wir machen das ja nicht absichtlich, aber irgendetwas passt nicht. Wir müssen hart arbeiten und aktiv sein, dann wird es wieder einmal ohne Gegentor klappen.“

Hinteregger ließ sich anstecken

Hütter wird also weiter hier den Hebel ansetzen müssen: „Zwischendurch war es überhaupt nicht gut, wir haben uns verunsichern lassen, der eine Spieler hat den anderen angesteckt.“

Martin Hinteregger, eigentlich Fels in der Brandung, gab das zu: „Ich habe mich heute sicher anstecken lassen, war dann auch in der ersten Hälfte nervös, in der zweiten ist es wieder gegangen.“

Peter Ankersen – der Neuzugang, der irgendwie nie richtig angekommen zu sein scheint – legte das 1:1 mit auf, als er den Ball Suttner in die Füße spielte. Dessen Flanke übernahm De Paula perfekt.

„Jeder Verteidiger muss sich an der Nase nehmen. Und wenn es hart auf hart kommt, muss der Ball eben auch einmal auf die Tribüne. Wir müssen schauen, dass wir zu Null spielen und dabei nicht immer schön herausspielen“, fordert Hinteregger, der auch einen anderen Denkanstoß parat hat.

„Wenn wir 1:0 oder 2:0 vorne sind, dann sollten wir vielleicht kompakter stehen und den Gegner kommen lassen sowie auf Konter spielen. Aber wir wollen stets nach vorne spielen und dann ist es extrem schwer, zu Null zu spielen.“

Pluspunkt: „Zum Glück haben wir so eine starke Offensive, die sich so viele Chancen herausspielt.“

Der Tag des Valentino Lazaro

Mann der Offensive war an diesem Nachmittag Valentino Lazaro, der zwei Mal traf.

„Ich habe mich in den Trainings immer besser gefühlt, da auch überraschenderweise viele Tore gemacht. Der Trainer hat mir das Vertrauen geben und ich wollte ihm das auf jeden Fall mit einem Tor zurückzahlen“, so der 19-Jährige, der seinen ersten Bundesliga-Doppelpack schnürte.

Davor vergab der Offensivspieler, der seit 23. August (5:0 gegen Altach) auf einen Treffer wartete, bereits eine Riesenchance, am Ende des Tages vollendete der Youngster zwei Mal sehenswert und war zwei Mal sichtlich erleichtert.

„Ich bin Offensivspieler und da sind Statistiken wichtig. Da will ich mich verbessern. Beim ersten Tor hatte ich schon Angst, viele machen den Haken nicht mehr. Ich bin froh, dass es geklappt hat. Vor dem zweiten war ich verärgert, dass es keinen Elfer gab, umso glücklicher war ich dann, dass ich gleich danach treffen konnte“, schilderte Lazaro seine Saisontreffer drei und vier.

„Er hat die letzten zwei Wochen in der Länderspiel-Pause auffällig gut trainiert und hat die Aufstellung absolut gerechtfertigt“, lobte Hütter seinen Schützling.

Den Jubel nach der Pause nachgeholt

Der Abklatsch-Jubel mit Naby Keita nach dem 2:0 war eigentlich schon vor der Pause geplant. 

„Naby und ich verstehen uns gut und wir haben gesagt, sollte einer ein Tor schießen, dann würden wir so jubeln. Beim ersten Tor haben wir es vergessen, in der Pause habe ich ihm gesagt, ich schieße schon noch eines“, lachte der Steirer, der sich gegen Ende des Spiels auswechseln ließ.

Der Pechvogel hinsichtlich Verletzungen hatte einen Schlag auf seinen nicht lädierten Knöchel bekommen, nach der Partie waren beide bandagiert. Aber Lazaro konnte Entwarnung geben.

„Sicher nervt es, aber es gehört im Fußball eben dazu. Es ist dieses Mal auch gar nichts Schlimmes, ich werde ganz normal weiter trainieren. Es war eine Vorsichtsmaßnahme, ich wollte nichts riskieren und habe nach meinen Verletzungen gelernt, auch bei Kleinigkeiten aufzupassen.“

Salzburg startet ins letzte Meisterschaftsviertel mit sechs Punkten Vorsprung, am kommenden Sonntag kann man mit einem Auswärtssieg bei Rapid eine kleine Vorentscheidung erzielen.

Ex-Rapidler Sabitzer will seine erste Meisterschaft so schnell wie möglich fixieren. „Es geht noch neun Runden. Wenn wir gut spielen und verlieren bringt es nichts. Wir versuchen, gut zu spielen, aber wenn das nicht klappt, muss auch eine durchschnittliche Leistung für einen Dreier reichen.“

Am Dienstag wartet das Cup-Viertelfinale gegen Angstgegner Altach, dem man in dieser Saison schon auswärts 1:4 und zu Hause 0:1 unterlag. „Das wird ein richtig heißes Spiel“, so Hinteregger.

 

Bernhard Kastler

Salzburg Austria
Ballbesitz 54,5% 45,5%
Zweikämpfe 48,5% 51,5%
Eckbälle 7 4
Torschüsse 14 14
Torschüsse außerhalb Strafraum 4 8
Torschüsse innerhalb Strafraum 10 6
Kopfballchancen 2 1
Abseits 2 1
Fouls 16 17
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