"Die Mannschaft war okay, aber eben nur okay"

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Das war es also, das Debüt von Andreas Ogris auf der Trainerbank der Austria.

Gegen Meister und Tabellenführer RB Salzburg präsentierten sich die Veilchen gegenüber den letzten Wochen zwar verbessert, für Punkte reichte es dennoch nicht.

Mit einem 1:3 im Gepäck traten die Wiener die Heimreise an.

So turbulent das Match phasenweise verlief, so stoisch zeigte sich die violette Klub-Legende über 90 Minuten.

Der 50-Jährige coachte ruhig, wenig gestenreich und blieb fast über die komplette Spielzeit auf seinem Platz sitzen. Nur in der Schlussphase huschte er ein ums andere Mal zur Seitenlinie, um lautstarke Anweisungen zu geben.

Achterbahnfahrt der Gefühle

Die Anfangsphase der Partie entpuppte sich für den Baumgartner-Nachfolger gleich als Achterbahnfahrt der Gefühle. Denn nach 18 Sekunden lag seine Truppe bereits zurück. „Da habe ich mir gedacht: Schöner Einstand, gratuliere“, so der Wiener, der aber fünf Minuten später den Ausgleich von David De Paula bejubeln durfte.

„Die Mannschaft hat nach dem frühen Rückstand nicht aufgehört, sie hat gefightet und wir haben den Ausgleich gemacht. Dann hatten wir die Chancen auf das 2:1, aber wir waren nicht abgebrüht und konsequent genug. Deswegen sind wir schlussendlich in die Niederlage geschlittert.“

Sein Resümee: „Ich finde, dass wir uns gut präsentiert haben. Meine Mannschaft war okay, aber eben nur okay. Wir haben Salzburg bis zum Schluss gefordert, haben bis zum Schluss versucht, das Spiel zu drehen. Auch wenn wir verloren haben bin ich zufrieden, aber es gibt noch viele Dinge, an denen wir arbeiten müssen. Wir nehmen auch sehr viel Positives mit und darauf werden wir aufbauen.“

"Das hat mir gefallen“

Wille und Ehrgeiz konnte man der Austria nicht absprechen – auch nach Spielende. „Die Jungs sind nach der Partie nicht mit hängenden Köpfen in der Kabine gesessen, sondern alle haben über das Match diskutiert. Sie waren enttäuscht, aber nicht ratlos. Das hat mir gefallen“, berichtete der Neo-Chefcoach.

Sportdirektor Franz Wohlfahrt erkannte einen ersten Schritt in die richtige Richtung. „Das war heute ein gutes Match – von beiden Seiten. Unser Team hat gezeigt, dass etwas weitergeht. Leider haben wir uns nicht belohnt. Jetzt muss das Gezeigte auch in Erfolge umgesetzt werden.“

Enttäuschte Spieler

Die violetten Protagonisten waren nach Spielende jedoch wieder einmal enttäuscht – allerdings nicht wegen der eigenen Leistung, sondern wegen des Ergebnisses .

„Es wäre heute mehr drinnen gewesen. Wenn du aber nach wenigen Sekunden in Rückstand liegst, ist es natürlich schwierig. Solche Gegentore passen zur Saison. Sie ziehen sich wie ein roter Faden durch, es ist Wahnsinn. Das Spiel hat noch nicht einmal begonnen und man liegt 0:1 zurück. Wir hätten nach dem Ausgleich unsere Chancen nützen müssen, aber ja, das passt zu unserer Situation“, erklärte Lukas Rotpuller im Gespräch mit LAOLA1.

Zusatz: „Wir haben das Spiel dennoch lange Zeit offen halten können und teilweise ambitionierten Fußball gezeigt. Daher Hut ab, wie wir uns präsentiert haben. Doch wir stehen leider ohne Punkt da.“

Trainereffekt?

Laut Alexander Grünwald hätte man noch ein bisschen energischer auftreten müssen.

„Wir hätten uns in gewissen Phasen mehr zutrauen müssen, hätten den Ball besser laufen lassen müssen. Wenn wir das gemacht haben, sind wir immer vor das Tor gekommen. Auch wenn Salzburg einige Chancen hatte, glaube ich, dass die Partie anders verlaufen wäre, wenn wir in Führung gehen. Im Endeffekt war mehr drinnen. Von der kämpferischen Leistung kann man der Mannschaft nichts vorwerfen.“

Die Installation von Ogris spielte für den 25-Jährige keine unwesentliche Rolle für den Formanstieg. „Der Trainer hat uns gut eingestellt. Und wenn ein neuer Coach kommt, werden die Karten neu gemischt. Da kommt ein frischer Wind in den Kader. Wir haben gewusst, dass wir etwas ändern müssen. Vom Auftreten kann man uns nichts vorwerfen. Wir arbeiten daran, die Aktionen besser auszuspielen.“

„Ogris spricht Klartext“

Marco Meilinger sprach offen von einem Trainereffekt. „Wir haben in den zwei Wochen sehr gut gearbeitet. Wir wussten, dass es so nicht weitergehen kann wie etwa gegen Ried. Wir wollen besseren Fußball zeigen und Punkte sammeln. Fußballerisch war das phasenweise ganz gut. Darauf können wir aufbauen, aber wir müssen natürlich auch anschreiben.“

Davon, dass das bald passieren wird, ist man im violetten Lager überzeugt. „Die Stimmung in der Kabine ist  gelöster – der Trainer spricht einfach Klartext. Eine Steigerung war klar zu erkennen. Jetzt fehlt nur mehr das Erfolgserlebnis“, meinte Markus Suttner abschließend.


 

Martin Wechtl

Salzburg Austria
Ballbesitz 54,5% 45,5%
Zweikämpfe 48,5% 51,5%
Eckbälle 7 4
Torschüsse 14 14
Torschüsse außerhalb Strafraum 4 8
Torschüsse innerhalb Strafraum 10 6
Kopfballchancen 2 1
Abseits 2 1
Fouls 16 17
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