"So dürfen wir uns nicht verhalten"

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Der SK Rapid muss 2014/15 weiterhin auf einen Sieg im Wiener Derby warten. Dabei hatte vor dem 312. Duell mit dem Erzrivalen so viel darauf hingedeutet, dass die Hütteldorfer die Austria zum ersten Mal in dieser Saison knacken könnten.

Und diese Annahme schien sich zunächst auch zu bestätigen. Steffen Hofmann steigerte die ohnehin schon große Verunsicherung der Violetten mit seinem 1:0 in der 17. Minute ins Unermessliche. „Die Austria hat die Bälle nur ins Out geschossen“, fiel Mario Sonnleitner auf.

„Das war genau so, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte Trainer Zoran Barisic. Doch seine Truppe konnte kein Kapital daraus schlagen, was ihn ärgerte, „es ist uns nicht gelungen, das nach dem Führungstor fortzusetzen, es zu Ende zu spielen.“ Sonnleitner: „Vielleicht waren wir uns zu sicher, weil es zunächst sehr gut geklappt hat.“

"Konnten Holzhauser nicht aus dem Spiel nehmen"

Die Einwechslung von Raphael Holzhauser in der 28. Minute gab dem FAK Selbstsicherheit zurück. „Als er reingekommen ist, hat er sofort aus einer Aktion zwei Mal aufs Tor geschossen. Davor hat es die Austria nicht gegeben“, stellte Barisic fest.

Der ehemalige Stuttgart-Legionär stellte die Rapidler mit seinem starken Auftritt vor eine an diesem Sonntag-Nachmittag unlösbare Aufgabe. „Wir wollten Holzhausers Aktionsradius einengen, weil wir gewusst haben, dass er ein sehr guter Fußballer ist. Wir wollten ihn aus dem Spiel nehmen, waren aber nicht im Stande, das zu tun“, so Barisic.

Thanos Petsos beschrieb es so: „Holzhauser ist über außen gekommen, war dann wieder im Zentrum. Er war überall zu finden und hat seine Sache sehr gut gemacht.“

"So ein Tor zu fressen, ist sehr bitter"

Letztendlich waren es dann auch zwei Freistöße Holzhausers, die für die siegbringenden Treffer gesorgt hatten. „Bis jetzt haben wir nicht sehr viele Tore aus Standards gekriegt, diesmal gleich zwei – das ist sehr bitter“, sagte der Rapid-Coach.

Sonnleitner dazu: „Die Standards der Austria waren sehr gefährlich, da hatten wir Probleme. Das hat den einen oder anderen Spieler verunsichert.“

Seinen Trainer wurmte es, dass es überhaupt zu diesen Freistößen gekommen war: „Gewisse Dinge ärgern mich. Wir wollten Standardsituationen im letzten Drittel vermeiden. Gerade vor der Pause dürfen wir uns einfach nicht so verhalten, da darf es nicht zu diesem Freistoß kommen. Auch beim Standard zum zweiten Tor waren wir überall in Überzahl, mussten aber ein Foulspiel begehen.“

Rapids Fouls in der eigenen Spielfeldhälfte

„Wir waren in der zweiten Hälfte viel zu inaktiv. Nach dem Ausschluss dürfen wir keine Freistöße mehr zulassen. Das war zu einfach. Leider ist es passiert“, meinte Sonnleitner. „In Unterzahl so ein Tor zu fressen, ist sehr bitter“, ergänzte Petsos.

Eine altbekannte Schwäche

Zur ungewohnten Schwäche bei ruhenden Bällen des Gegners kam auch noch eine altbekannte hinzu. Rapids Chancenauswertung ließ erneut zu wünschen übrig. Wie in den drei Spielen zuvor gelang den Grün-Weißen nur ein Treffer.

„Wir müssen noch mehr Chancen rausspielen und die Quote verbessern. Vielleicht fehlt auch in der einen oder anderen Situation das Quäntchen Glück, die Lockerheit vor dem Tor“, sagte Petsos, der in der Nachspielzeit die Latte getroffen hatte.

Auch Barisic sprach vom Glück: „Das Glück war nicht auf unserer Seite. Wir waren erste Hälfte besser, die Austria in der zweiten und insgesamt hat die glücklichere Mannschaft gewonnen.“

Dass seine Truppe Probleme in Sachen Effizienz hat, war dem Rapid-Trainer freilich nicht entgangen. Doch er sah es positiv: „Solange das unsere Schwäche ist, und wir diese in Zukunft reparieren können, wir da sehr viel Luft nach oben haben, ist das kein unwichtiger Aspekt.“

"Hätten Austria Todesstoß versetzen können"

Somit bleibt Rapid neun Punkte hinter Salzburg und hat nur noch sieben Zähler Vorsprung auf die Violetten.

„Was in Salzburg passiert, ist egal. Wir müssen schauen, dass wir unsere Spiele gewinnen“, hielt Sonnleitner nicht viel von Zahlenspielen.

Petsos: „Bei einem Derby denkt man nicht an einen möglichen Titelkampf. Aber die Enttäuschung ist groß, weil wir der Austria den Todesstoß versetzen hätten können.“ Am Boden lag der FAK ja schon, doch dann erweckte ihn Rapid wieder zum Leben.

Harald Prantl/Martin Wechtl

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