Foda: "Sind selbst ein angeschlagener Boxer"

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Der SK Sturm will am Dienstag gegen Austria Wien auch ergebnismäßig erstmals im Frühjahr überzeugen.

Nach einem verschenkten Sieg gegen Wiener Neustadt und der Niederlage in Unterzahl gegen den SK Rapid steht das Team von Franco Foda schon unter Druck - wenn auch nicht so sehr wie der Gegner aus Wien-Favoriten.

Zwar liegen die Grazer punktegleich mit den Veilchen auf Platz fünf, haben aber immer noch den Nachtrag beim SV Grödig in der Hinterhand, um Punkte auf die vorderen Plätze aufzuholen.

Personell gibt es aufseiten der Blackies vor dem Spiel in der UPC-Arena mehrere Fragezeichen. Da die komplette etatmäßige rechte Seite mit dem rotgesperrten Martin Ehrenreich und dem gelbgesperrten Thorsten Schick ausfällt, sind die Steirer zu Umstellungen gezwungen.

Oshchypko kann auch rechts

"Es gibt für mich nur eine Variante und die steht auch fest. Wir werden im Training noch gewisse Dinge einstudieren und ich bin überzeugt, dass das dann funktionieren wird", will Foda seine Lösung vor dem Spiel aber noch nicht preisgeben.

Der eigentliche Ersatzmann auf der Außenverteidigerposition, Naim Sharifi, kommt jedenfalls definitiv nicht für einen Einsatz infrage.

Nach seinem Kreuzbandriss und sieben Monaten Pause spielte er vergangenen Freitag 15 Minuten für die Amateure, ehe er sich eine Zerrung zuzog. 

Zwar trainiert der 22-Jährige bereits wieder voll mit der Kampfmannschaft, ein Bundesliga-Spiel kommt für ihn aber definitiv zu früh. "Bei einem Spieler, der sieben Monate lang nicht gespielt hat, wäre es fahrlässig, ihn spielen zu lassen", stellt Foda klar.

Dafür dürfte es für Igor Oshchypko soweit sein. Der Neuzugang aus der Ukraine ist zwar gelernter Linksverteidiger, sein Trainer sieht ihn aber universell einsetzbar: "Igor kann rechts hinten spielen, aber auch als Innenverteidiger und auf der Sechs."

Chance für Schloffer?

Mit Wilson Kamavuaka wäre auch ein weiterer Neuzugang laut Foda "bereit", er ist aber ausschließlich als Innenverteidiger oder defensiver Mittelfeldspieler vorgesehen.

Bleibt noch zu klären, wer im Mittelfeld zum Einsatz kommt. Hier macht der Coach kein Hehl daraus, dass er sich gegen Rapid, trotz Unterzahl, mehr Durchschlagskraft gewünscht hätte.

David Schloffer, der zuletzt nicht einmal im Kader stand, scheint zumindest die Chance auf einen Einsatz zu haben. "Die Möglichkeit hat jeder. Er hat gut trainiert. Er hat die Chance, dass er von Beginn an spielen kann", bleibt Foda bei Aufstellungsfragen aber gewohnt kryptisch.

Offensivspektakel und Kompaktheit

Grundsätzlich hat er, neben dem negativen Resultat, auch positive Dinge aus Wien mitgenommen.

"Nach dem Ausschluss haben wir die Kontrolle etwas verloren, aber dann bald wieder gefunden. Die Mannschaft hat 75 Minuten lang aufopferungsvoll gekämpft, um das Spiel zu drehen, insofern gab es viele positive Elemente. Jetzt müssen wir das Offensivspektakel vom Spiel gegen Wiener Neustadt mit der Kompaktheit vereinen und ein gutes Spiel abliefern", formuliert Foda seine Idealvorstellung von der Partie.

Von einem vorsichtigen Abtasten, da es für beide Klubs um einiges geht, will er nichts wissen: "Das wird es von unserer Seite nicht geben."

Kienast doppelt motiviert

Bleibt aus Grazer Sicht nur zu hoffen, dass man den Matchplan nicht schnell wieder über den Haufen werfen muss. "Ich hoffe, dass der Schiedsrichter diesmal die richtigen Entscheidungen trifft und nicht frühzeitig das Spiel wieder auf den Kopf stellt", spielt der 48-Jährige auf die harte Entscheidung am Samstag an.

Von der Situation bei der Austria will sich Foda nicht beeinflussen lassen: "Das macht sie genauso gefährlich wie uns, wir sind auch ein angeschlagener Boxer. Die Jungs wollen jetzt etwas gutmachen. Wir haben schon zuletzt zuhause unnötig Punkte abgegeben, deshalb ist die Mannschaft hungrig und heiß auf das Spiel."

Das gilt im Besonderen für Roman Kienast, der gegen seinen Ex-Verein vor einem Einsatz von Beginn an steht. Die Außergewöhnlichkeit der Partie versucht er aber herunterzuspielen: "Ich bereite mich genauso vor, wie auf jedes andere Spiel."

Nach seinem zähen Abgang aus Wien-Favoriten gibt er allerdings zu: "Gegen den Ex-Verein hat man natürlich doppelte Motivation."

 

Technische Daten und mögliche Aufstellungen:

SK Sturm Graz - FK Austria Wien (19.00 Uhr/live Sky, UPC Arena, SR Schörgenhofer). Bisherige Saisonergebnisse: 1:1 (h), 3:0 (a)

Sturm: Gratzei - Oshchypko, Spendlhofer, Madl, Klem - Hadzic, Piesinger - Gruber, M. Stankovic, Offenbacher - Kienast

Ersatz: Pliquett - Kamavuaka, Rosenberger, Schloffer, Schmerböck, Edomwonyi, Avdijaj

Es fehlen: Ehrenreich, Schick (beide gesperrt), Beichler (Knieverletzung), Lovric (Knöchelblessur), Pfingstner, Scharifi (beide im Aufbautraining)

Austria: Lindner - Larsen, Rotpuller, Ramsebner, Suttner - Holland, Holzhauser - Meilinger, Kvasina, Royer - Gorgon

Ersatz: Hadzikic - Ortlechner, Th. Salamon, Serbest, De Paula, M. Leitgeb, A. Grünwald

Es fehlen: Stronati (gesperrt), Koch (Muskelfaserriss), Sikov (krank), Ronivaldo (Individualtraining nach Leistenproblemen), Zulechner (Blessur am Auge)

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