Canadi: "Wir waren nicht fähig, mehr zu tun"

Aufmacherbild
 

Was einmal funktioniert hat, könnte auch ein weiteres Mal funktionieren.

Das könnte sich Altach-Coach Damir Canadi im Vorfeld der Last-Minute-Niederlage gegen Rapid durchaus gedacht haben.

Ähnlich wie beim 1:0-Erfolg im Happel-Stadion im Herbst war auch diesmal destruktiver Beton-Fußball angesagt. Mit dem Unterschied, dass im ersten Duell in Wien zumindest Versuche unternommen wurden, das gegnerische Tor zu attackieren.

Der Beschuldigte wehrt sich hingegen gegen die Vorwürfe, verweist auf die bisherige Punkteausbeute und sucht die Schuld lieber bei anderen.

Enttäuschung bei „Catenaccio-Canadi“

„Ich bin jetzt als Catenaccio-Canadi bezeichnet worden! Wir haben 36 Punkte, die haben wir sicher nicht immer mit Catenaccio geschafft“, ging der als Taktikfuchs geltende Wiener in die Offensive.

Der, wenn auch unglückliche, Last-Minute-Sieg Rapids sei seiner Meinung nach verdient gewesen und sorgte im Lager der Vorarlberger für Enttäuschung.

Es hatte den Eindruck, als wollte Altach gar nicht mitspielen, um das Heil in der Defensive und im Zerstören zu suchen. Trotz aufgezogener Mauer kombinierten sich die Grün-Weißen aber nach Belieben hindurch.

Mit ausgegebener Taktik gegen die spielstarken Hütteldorfer hatte dies allerdings nichts zu tun.

„Wir waren nicht fähig, mehr zu tun“

„Wir waren nicht fähig, mehr zu tun. Wenn wir die eine oder andere Situation mehr kreiert hätten, hätte sich der Gegner zurückgezogen, so hat er eine breite Brust gekriegt“, analysierte der 44-Jährige.

Dabei wurde er noch deutlicher: „Es war nicht unser Ziel, uns einzuigeln.“ 31,3 Prozent Ballbesitz und nur ein gefährlicher Torschuss zeigten somit die Hilflosigkeit der Altacher auf.

„Wir waren leider körperlich nicht so auf der Höhe, dass wir Rapid in irgendeiner Weise weh tun haben können. Wir wollten mehr Nadelstiche setzen.“

Trotzdem hätte Canadi durch Philipp Netzers Chance in der 90. Minute den seiner fairen Einschätzung nach „unverdienten Sieg“ gerne mitgenommen.

System-Umstellung ohne Wirkung

Zumindest will er sich nicht vorwerfen lassen, von außen nicht genügend eingewirkt zu haben. Die Veränderungen fruchteten jedoch nicht.

„Wir mussten nach 15 Minuten das System auf 4-2-3-1 drehen, weil es einfach nicht gut war, wie wir die Flanken verteidigt haben.“

Zum Leidwesen des spanischen Neuzugangs Martin Riverola, der bereits in der 27. Minute der taktischen Umstellung vom ursprünglichen 4-4-2 zum Opfer fiel.

Die spielerische Unterlegenheit war allerdings nicht das einzige, was Canadi in den 90 Minuten ärgerte. Viel mehr brach er eine weitere Schiedsrichter-Diskussion vom Zaun.

„Desolate Entscheidungen“ hätten schlimmer ausfallen können

Aktuell springen mehrere Trainer auf den Zug auf. In diesem Fall war es eine willkommene Gelegenheit, die Schuld bei den anderen zu suchen.

„Meiner Meinung nach waren wirklich desolate Entscheidungen dabei. Das müssen wir so hinnehmen. Leider war es so, dass es keine gelb-rote Karte, der Elfmeter überhart und vielleicht sogar ein Elferfoul an Patrick Seeger dabei war. Ein wenig mehr Glück, dann hätten wir ein 0:0 mitnehmen können.“

Was allerdings unter den Tisch gekehrt wurde, war die Tatsache, dass zwei Rapid-Strafstöße nach Fouls an Dominik Starkl und Stefan Stangl klar zu geben gewesen wären, der schlussendlich verhängte Elfmeter war ebenfalls regeltechnisch vertretbar.

Da Deni Alar die Möglichkeit vom Punkt aber ohnehin ausließ, versteifte sich Canadi noch mehr auf den Ausschluss von Benedikt Zech.

„Vier der acht Roten waren Wahnsinn“

„Die Rote Karte ärgert mich am meisten, das ist utopisch. Wir haben die achte Rote Karte in dieser Saison erhalten, davon waren vier ein Wahnsinn.“

Als kleiner Verein müsse man sich seiner Meinung nach aber erst einen gewissen Stellenwert erarbeiten - ein weiterer Fingerzeig in Richtung der Unparteiischen.

„Das tut mir weh für die Mannschaft, weil wir keine dreckige Mannschaft sind und versuchen mit wenig gelben Karten auszukommen.“

Dies will man in den kommenden Partien ebenso unter Beweis stellen, wie die Fähigkeiten im Spiel nach vorne, die gegen Rapid im Verborgenen blieben. Schließlich soll sich der Name „Catenaccio-Canadi“ nicht auf Dauer einbürgern.


Alexander Karper

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen