"Wir haben nahtlos an unser Spiel angeknüpft“

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Jonatan Soriano, wer sonst?

Der Spanier führte Red Bull Salzburg mit einem Doppelpack (50., 67.) zu einem 2:0-Auswärtssieg gegen Wiener Neustadt.

Neues Kalenderjahr, alte Gewohnheiten quasi.

Denn es  waren dies Sorianos Treffer 20 und 21 gegen die Niederösterreicher- und das in 13 Spielen. Bei 21 Toren hält der Ober-Bulle auch schon wieder in dieser Saison. Insgesamt hat er für Red Bull in 127 Pflichtspielen 114 Mal ins Schwarze getroffen.

Sorianos unheimliche Statistik

Unglaubliche Werte, die auch Trainer Adi Hütter begeistern.

"Seine Statistik sagt ja schon alles. Er ist aber nicht nur ein Goalgetter, sondern auch ein hervorragender Kapitän, ein Vorbild in allen Belangen.“

Beim Frühjahrs-Auftakt war also wieder mal dem 29-Jährigen vorbehalten, den Tabellenführer auf Kurs zu bringen („Er hat der Mannschaft mit seinen Toren sehr geholfen“, Zitat Hütter).

Bis zu seinem sehenswerten Freistoß-Treffer zum 1:0 taten sich die Mozartstädter jedoch schwer - vor allem in der ersten Hälfte. Trotz einer klaren optischen Überlegenheit kam das Werkl nie wirklich ins Laufen.

„Wir haben Geduld bewahrt“

"Wr. Neustadt ist clever gestanden, war taktisch gut aufgestellt. Wir haben dementsprechend keine Lösung gefunden. Doch wir haben Geduld bewahrt und das war heute sicher das richtige Mittel", erklärte Christian Schwegler bei LAOLA1.

Nachsatz: "Wir haben aber über das ganze Spiel dominiert, nach der Pause immer häufiger die Lücke gefunden und hätten noch ein, zwei Tore mehr erzielen können bzw. müssen."

Daher ging Salzburg völlig zu Recht zum 10. Mal in Folge gegen den SCWN als Sieger vom Platz und holte laut Hütter "einen absolut verdienten Sieg."

Ein echter Gradmesser?

Ob Neustadt jedoch einen echten Gradmesser für den neuformierten Titelverteidiger darstellte, konnte - bei allem Respekt vor dem Gegner - nicht festgestellt werden. Einfach deswegen, weil die Hütter-Elf vor 2.130 Zusehern nie ernsthaft gefordert wurde.

"Neustadt hat nichts für das Spiel getan. Wir haben hinten auch nichts zugelassen. Es ist wichtig, mit einem Erfolgserlebnis gestartet zu sein, aber wir wissen, dass wir noch einen Zahn zulegen können bzw. müssen", gab sich Schwegler diplomatisch.

„Habe die Abgänge nicht vermisst“

Die Frage, wie sehr Kevin Kampl und Alan abgehen, blieb daher größtenteils unbeantwortet, wenngleich Hütter eine klare Meinung zu diesem Thema vertritt:

"Wir haben nahtlos an unser Spiel angeknüpft. Wir müssen jetzt auch nicht nach jedem Match darüber reden, ob uns diese Schlüsselspieler fehlen. Sie sind nicht mehr da. Und wir müssen diese Abgänge als Mannschaft kompensieren. Heute haben wir 2:0 gewonnen, viele Chancen herausgespielt - ich habe die Abgänge daher nicht vermisst.“

Stefan Ilsanker blickt ebenfalls lieber in die Zukunft, als den ehemaligen Teamkollegen nachzutrauern.

„Sie waren eh lange genug da. Sie haben sehr viel für den Verein getan, der Verein hat aber auch sehr viel für sie getan. Wir freuen uns für sie, dass sie den nächsten Schritt gemacht haben. Jetzt kommen neu, junge Leute. Die sind genauso hungrig.“

Marcel Sabitzer: „Den Kevin vermisse ich schon, aber eher privat. Man darf niemandem nachtrauern, das sind zwei Superspieler, aber man hat gesehen, dass es auch ohne sie geht.”

Ausbaufähiges Minamino-Debüt

Einer dieser Neuen ist Takumi Minamino. Der Japaner feierte vor  den Augen von einer Schar japanischer Journalisten am linken Flügel sein Debüt, agierte zunächst aber eher wie ein Fremdkörper.

„Takumi hat heute nicht so gut gespielt. Er hat sich schon viel besser präsentiert. Mir war aber auch bewusst, dass es nicht so schnell funktionieren kann“, beschrieb Hütter den ersten Auftritt des 20-Jährigen, der nach 63 Minuten endete.

Der Vorarlberger ist dennoch überzeugt, dass die Salzburger noch viel Freude mit dem Asiaten haben werden.

„Er ist jetzt gerade 20 Jahre alt geworden. Vielleicht hat er sich selbst zu sehr unter Druck gesetzt. Wenn ich sehe, wie der Bursche trainiert und die Sache annimmt, mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Er braucht Zeit. Und es wäre ein Wahnsinn, wenn man so einem Jungen keine Zeit gibt. Ich gebe sie ihm. Er wird in naher Zukunft bessere Spiele abliefern.“

Sonderlob für Keita

Der zweite Winter-Neuzugang,  Marco Djuricin, war zunächst Ersatz, da Sabitzer an vorderster Front stürmte und Bruno auf der rechten Seite zum Einsatz kam. Nach seiner Einwechslung in der 64. Minute hatte der Wiener einige gute Szenen.

Duje Caleta-Car durfte als Ramalho-Ersatz ebenfalls erstmals für den Liga-Krösus auflaufen. „Er hat seine Sache gut gemacht“, kommentierte der Trainer das Debüt des Kroaten.

Ein Sonderlob gab es für Naby Keita, der den angeschlagenen Christoph Leitgeb im zentralen Mittelfeld ersetzte.

„Keita war mit der beste Mann am Feld. Das war teilweise überragend und er ist erst 19 Jahre. Er hat mich mit seiner Leistung überrascht, er hat über 90 Minuten fast alles richtig gemacht. Er ist ein toller Spieler, der viel Spaß macht.“

Führungsspieler gefordert

Schwegler fasste die ganze Diskussion um „Salzburg Neu“ treffend zusammen: „Die Neuen haben sich nahtlos eingefügt. Zudem entwickeln sich die Jungen gut. Wir sollten deswegen nicht mehr über die Abgänge sprechen. Das gehört zum Fußball. Diese Spieler haben es sich verdient, für höhere Aufgaben erkoren zu sein. Jetzt müssen die Führungsspieler ihren Mann stehen und die Jungen mitreißen. Das haben wir heute gut gemacht.“

Die Zukunft wird zeigen, ob Minamino und  Co. tatsächlich Kampl und Alan vergessen machen können.

 

Martin Wechtl

Wr. Neustadt Salzburg
Ballbesitz 37,4% 62,6%
Zweikämpfe 46,5% 53,5%
Eckbälle 2 2
Torschüsse 7 24
Torschüsse außerhalb Strafraum 4 9
Torschüsse innerhalb Strafraum 3 15
Kopfballchancen 1 1
Abseits 3 3
Fouls 11 14
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