"Man wird erst sehen, ob es bei uns wirklich läuft"

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"Weiß nicht", sagt Simon Piesinger schüchtern auf die Frage nach seinem derzeitigen Erfolgsgeheiminis.

Abseits des Fußballplatzes kann man fast nicht erkennen, wie wichtig der 22-Jährige für den SK Sturm binnen weniger Wochen geworden ist.

Nach dem Doppelpack vergangenen Mittwoch zum 2:1 gegen Austria Wien, leitete der baumlange Mittelfeldspieler per Assist für Roman Kienast auch noch den Sieg gegen den WAC am Samstag ein.

Darüber hinaus überzeugte Piesinger mit sage und schreibe 114 Ballkontakten und einem beeindruckenden Aktionsradius. "Es waren zwei gute Spiele von der ganzen Mannschaft", will sich der Oberösterreicher jedoch nicht ins Rampenlicht rücken.

Form behalten, Punkte machen

Viel wichtiger ist die Konzentration auf den Nachtrag am Mittwoch in Grödig (ab 18:30 Uhr im LAOLA1-Liveticker). Mit einem vollen Erfolg bei den angeschlagenen Salzburgern würde Sturm bis auf einen Punkt an Altach und Rapid und damit Platz zwei heranrücken.

Von übertriebener Euphorie will Piesinger nichts wissen: "Man wird erst sehen, ob es bei uns wirklich läuft. Wichtig ist, dass wir unsere Form behalten und die Punkte machen."

Eine Einstellung, die wohl ganz im Sinne seines Trainers Franco Foda ist. Der Mainzer gab seinen Spielern am Sonntag frei. "Es ist wichtig für sie, auch einmal abzuschalten. Das hat den Jungs gut getan. Sie waren sehr eifrig beim Training", ist der 48-Jährige mit der kurzen Vorbereitung zufrieden.

„Sie werden mit Haut und Haaren verteidigen“

Angesprochen auf die Spielausrichtung erinnert Foda noch einmal an einen, seiner Meinung nach, sehr gelungenen Auftritt im Pack-Derby - trotz eines frühen Ausschlusses gegen den WAC.

"Da gab es sehr viele positive Momente. Wir waren von Beginn an super im Spiel, haben dominiert und Torchancen kreiert. Natürlich war es auch ein Geduldsspiel. Der WAC kann aber trotzdem im Konter gefährlich sein, das haben wir aber vermieden", meint der Coach.

Grödig sei aber ein ganz anderer Gegner. "Sie spielen jetzt gegen den Abstieg und werden mit Haut und Haaren verteidigen. Wir haben schon gezeigt, dass wir gegen tiefstehende Mannschaften Lösungen finden können", so Foda.

Sein Team dürfte auf frischem Rasen im Goldberg-Stadion möglicherweise nicht von Beginn an auf Teufel komm raus attackieren. "Vielleicht können wir auch in einer defensiveren Rolle agieren und auf Fehler des Gegners lauern, aber wir wollen sicher nicht am eigenen Sechzehner stehen", gibt er Einblick in seinen Matchplan.

Dass nun doch in Grödig und nicht in der Red-Bull-Arena gespielt wird, juckt Foda, der erst einmal gegen die Amateure im Cup den SK Sturm am Fuße des Untersberg gecoacht hat, kaum: "Es ist so wie es ist. Natürlich hätten wir lieber vor dem Neustadt-Spiel in Grödig gespielt, aber das war aufgrund verschiedener Umstände nicht möglich. Wir haben eine gute Stimmung und die wollen wir auch beibehalten."

Chance für Pfingstner oder Rosenberger

Mit welcher Mannschaft die Schwarz-Weißen dem Ziel Europacup-Platz einem Schritt näher kommen wollen, ist - wie gewohnt - Geheimnis des Trainers. Durch die Sperre von Marko Stankovic wird jedenfalls ein Platz im Kader frei.

"Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder ich nehme Andreas Pfingstner mit, der jetzt zweimal bei den Amateuren gespielt hat. Oder vielleicht den jungen Benjamin Rosenberger, der einen guten Eindruck hinterlassen hat", denkt er laut über seinen Kader nach.

Beginnen könnte der zuletzt auf die Bank verbannte Daniel Offenbacher. "Das ist möglich", grinst Foda schelmisch und lobt seine Mannschaft für die zuletzt erfolgreich betriebene Rotation: "Das mache ich normalerweise nicht gerne, weil ich viel Wert auf Automatismen lege, aber die Mannschaft hat das gut gemacht."

Auch die Spieler nehmen die Wechsel ihres Trainers in der Startelf gut an. "Es ist für jeden Spieler ein Ansporn im Training, dass man weiß, dass man sicher einmal die Chance bekommt. Wenn man die nutzt, kann es schnell bergauf gehen", sagt Piesinger.

Er selbst ist wohl das beste Beispiel dafür.

 

Andreas Terler

 

SV Scholz Grödig - SK Puntigamer Sturm Graz

(Mittwoch, Grödig, DAS.GOLDBERG Stadion, 18.30 Uhr, SR Heiss).

Bisherige Saisonergebnisse: 2:1 (h), 0:1 (a).

 

Grödig: C. Stankovic - Hart, Cabrera, Strobl, Potzmann - Brauer, Djuric - Huspek, Nutz, Martschinko - Emmanuel

Ersatz: Strasser - Karner, Maak, Handle, Kerschbaum, Völkl, Gschweidl

Es fehlen: Goiginger (gesperrt), Tomi (Muskelverletzung im Oberschenkel), Schütz (nach Erkrankung), Venuto (Knieblessur), Schubert (Reha nach Herzmuskelentzündung)

 

Sturm: Gratzei - Ehrenreich, Madl, Spendlhofer, Klem - Piesinger, Hadzic - Schick, Offenbacher, Gruber - Kienast

Ersatz: Pliquett - Oschtschypko, Pfingstner, Schloffer, Tadic, Avdijaj, Edomwonyi

Es fehlen: M. Stankovic (gesperrt), Beichler, Scharifi, Kamavuaka (alle im Aufbautraining)

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