Rapids Suche nach dem WAC-Gegenmittel geht weiter

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Was für Superman Kryptonit ist, ist für Rapid der WAC.

Vor allem mit dem ungeliebten Boden in Wolfsberg wollen sich die Grün-Weißen nicht anfreunden. Das 1:1 war bereits der fünfte Auftritt im Lavanttal.

Auf den ersten Sieg in Kärnten müssen die Hütteldorfer weiterhin warten. Überdies hinaus gelangen in zehn Duellen mit dem WAC nur zwei Siege bei drei Remis und fünf Niederlagen.

Als wäre es nicht genug, dass Rapid gegen den Angstgegner immer wieder die eigenen Kräfte geraubt werden, wuchs diesmal einer besonders über sich hinaus: Alexander Kofler.

Für Kofler lief es „sensationell“

"Er war für mich heute eigentlich wie immer, nur dass er heute zwei oder drei tolle Paraden gehabt hat. Er macht sehr wenig Fehler“, lobte Trainer Dietmar Kühbauer bei „Sky“ seinen Schlussmann.

Dieser zog den dominanten, anlaufenden Wienern den letzten Nerv und vereitelte mit sehenswerten Aktionen den Siegtreffer der Gäste. Vor allem Deni Alar und Florian Kainz, die den Matchball auf dem Fuß hatten, können ein Lied davon singen.

Die fehlende Effizienz und Chancenverwertung wurden Rapid schlussendlich einmal mehr zum Verhängnis, den Rest erledigte vor den Augen von ÖFB-Teamchef Marcel Koller der WAC-Keeper.

"Heute habe ich ein bisschen mehr zu tun gehabt, aber dafür stehe ich drin. Ich habe der Mannschaft ein bisschen helfen können und wir haben einen Punkt geholt. Damit sind wir zufrieden, er war ja doch ein bisschen glücklich. Heute ist es natürlich sensationell für mich gelaufen.“

„Für mich ist er einer der besten Torhüter in Österreich“

Erst im Frühjahr der vergangenen Saison bekam der Veldener seine Chance bei den Wolfsbergern und verdrängte Christian Dobnik als Nummer eins.

Einen, der ebenso gegen Rapid seine wohl stärksten Leistungen abrufen konnte, mittlerweile jedoch mit einem Platz auf der Ersatzbank vorliebnehmen muss.

Kofler hingegen sammelte Pluspunkte. Nicht nur sein Trainer stellte unmissverständlich klar: „Für mich ist er einer der besten Torhüter in Österreich. Vielleicht wird das irgendwann einmal honoriert.“

Möglicherweise vom anwesenden Teamchef Koller? "Natürlich ist es ein Ziel ins Nationalteam zu kommen, aber ich muss weiter hart an mir arbeiten und solche Partien spielen und aufzeigen. Kurzfristig wird es nicht gehen, ich muss das über einen längeren Zeitraum machen“, blieb Kofler realistisch.

„Merkwürdiges Tor“ verärgerte Rapid

Während der eine Torhüter nach dem Spiel in den Himmel gelobt wurde, sorgte sein Gegenüber unfreiwillig für Gesprächsstoff.

Die Attacke von Tadej Trdina an Jan Novota, die der Führung von Rene Seebacher aus dem Nichts voranging, wurde von vielen als regelwidrig eingestuft. Der Treffer zählte jedoch.

"Wir haben das Spiel über 90 Minuten dominiert. Wir haben jede Menge Chancen gehabt, haben halt kein Tor gemacht und dann kriegen wir ein merkwürdiges Tor“, bemängelte Kapitän Steffen Hofmann.

Überraschenderweise wurde die Leistung im Rapid-Lager als durchwegs ansprechend eingeordnet, nur das Ergebnis ließ die Grün-Weißen weiterhin nicht vom Fleck kommen.

Barisic überrascht mit Lob

Die immer öfters auftauchende Kritik zeigt mittlerweile auch bei Barisic Wirkung. Auffallend oft nimmt er seine Mannschaft in Schutz, auch nach dem mageren Remis in Wolfsberg.

"Ich muss meiner Mannschaft zu der Leistung gratulieren, sie hat es sogar geschafft, auf diesem Boden schön zu spielen. Das einzige, was nicht gepasst hat, war das Resultat, weil ich hundertprozentig davon überzeugt bin, dass wir die bessere Mannschaft waren und viel mehr Tormöglichkeiten hatten. Wir haben dominiert und immer die Kontrolle über das Spiel gehabt. Leider Gottes ist es uns nicht vergönnt gewesen, als Sieger vom Platz zu gehen.“

Mit Platz fünf hinken die Wiener den Erwartungen weiter hinterher. Nach drei Niederlagen en suite und dem Sieg gegen Wiener Neustadt war dies ein neuerlicher Dämpfer.

Doch sowohl Barisic als auch Hofmann sahen am tiefen Wolfsberger Boden einen weiteren Schritt in die richtige Richtung.

„Deswegen ist es wichtig, dass die Jungs jetzt nicht den Kopf hängen lassen, sondern auf dieser Leistung aufbauen.“

„Ich muss den Hut vor der Mannschaft ziehen“

Anders sieht die Situation beim WAC aus. Auch wenn man bereits sieben Spiele sieglos ist, kann man sich weiterhin auf dem zweiten Tabellenplatz halten.

„Wir wollten den Punkteabstand zu Rapid nicht verkleinern und das ist uns gelungen. Kompliment an die Mannschaft, ich bin mit dem Punkt absolut zufrieden“, meinte Kühbauer und strich die Leistungen seiner Mannen in der Herbstsaison hervor.

"Ich muss schon den Hut vor der Mannschaft ziehen, wenngleich wir auch einen Hänger hatten. Das haben alle anderen Mannschaft auch gehabt und das Frühjahr wird hart genug." Eine Möglichkeit bleibt beiden Teams noch, sich anständig in die Winterpause zu verabschieden.

Rapid wird aber sicherlich froh sein, erst wieder Anfang April (27. Runde/h, ÖFB-Cup-Viertelfinale/a) und in der letzten Meisterschaftsrunde Ende Mai (a) mit dem Kryptonit aus Wolfsberg in Kontakt zu kommen.


Alexander Karper

WAC Rapid
Ballbesitz 32,3% 67,7%
Zweikämpfe 44,4% 55,6%
Eckbälle 5 8
Torschüsse 7 18
Torschüsse außerhalb Strafraum 5 6
Torschüsse innerhalb Strafraum 2 12
Kopfballchancen 0 4
Abseits 1 3
Fouls 14 9
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