TROTZDEM EIN FORTSCHRITT:

„Ich gewinne lieber“, meinte Milanic, stellte aber klar, dass er diesmal nur „mit dem Resultat total unzufrieden“ sei. Ansonsten gönnte er seiner Elf hauptsächlich verbale Streicheleinheiten: „Ein sehr gutes Spiel von uns gegen einen sehr starken Gegner. Ich habe zuletzt wirklich einen enormen Schritt nach vorne gesehen, auch heute. Die Fans haben das gespürt und sind hinter uns gestanden. So eine Mannschaft möchte ich auch in Zukunft sehen.“ Das bedeutet freilich nicht, dass der Slowene keine Kritikpunkte fand, an denen es anzusetzen gilt, im Vergleich zu den schwachen Leistungen zu Saisonbeginn präsentierte sich Sturm jedoch tatsächlich stark verbessert.

„Wir wissen, wo wir vor ein paar Wochen waren. Da waren wir ganz unten. Wir haben jetzt einen kleinen Schritt gemacht. Auch wenn wir dieses Spiel verloren haben, können wir erhobenen Hauptes vom Platz gehen“, fand Madl. Beichler ergänzte: „Das war auf keinen Fall ein Dämpfer. So, wie die Mannschaft aufgetreten ist, war es ein Fingerzeig in die richtige Richtung.“ Mit Bjelica sparte auch der gegnerische Coach nicht an Komplimenten. Er habe „das vielleicht beste Sturm in dieser Saison“ gesehen und lobte vor allem sein Gegenüber: „Man sieht die Früchte der Arbeit von Darko. Die Mannschaft wird von Tag zu Tag besser. Für einen neuen Trainer ist es nicht einfach, ich hatte auch schwere Situationen. Aber wir hatten in dieser Saison noch kein so schweres Spiel und haben nur mit Glück gewonnen.“


Peter Altmann

STURMS SELBSTKRITIK:

Auch wenn Muckenhammer Hektik in eine allerdings auch nicht leicht zu leitende Partie gebracht hat, vermied man es auf Seiten der Grazer, ihm die Schuld an der Niederlage zu geben. „Daran kann man es nicht aufhängen“, betonte Beichler, „vielleicht waren ein paar Sachen kritisch, aber wir haben es trotzdem ganz klar selbst auf dem Fuß und auf dem Kopf gehabt. Wir hatten einige Chancen, haben sie aber nicht genutzt, zudem hat Heinz Lindner super gehalten. Deswegen stehen wir mit null Punkten da.“ Tat sich Sturm gerade zu Beginn der Saison schwer, Torszenen zu kreieren, fanden die Steirer diesmal gute Einschussmöglichkeiten vor, vernebelten diese jedoch fahrlässig. Am Ende standen 21 Torschüsse zu Buche.

„Wenn man gegen solch eine Top-Mannschaft die Chancen kriegt, muss man auch das Tor machen und die Punkte mitnehmen“, stellte Wolf klar. Beichler: „Vor allem in der zweiten Halbzeit waren wir um einige Klassen besser und hätten nicht nur Unentschieden spielen, sondern gewinnen müssen. Aber diesmal war das Glück nicht auf unserer Seite.“ Bei der Ursachenforschung muss man jedoch auch die Defensive in die Pflicht nehmen. Hosiner stand bei seinem Kopfball zum Ausgleich sträflich frei und bei der Elfmeter-Szene ließ sich die Abwehr überrumpeln. „Ein ganz billiges Tor, das darf uns nicht passieren“, kritisierte Michael Madl, „das war bitter, aber wie wir dann mit zehn Mann aufgetreten sind, war wirklich top.“

Sturm Austria
Torschüsse Madl, Kainz, Beichler je 4 Hosiner 3
Torschuss-Vorlagen Kainz 5 Royer 3
Zweikampfquote Madl 66,7% (8/4) Rotpuller 58,8% (10/7)
Passquote Kainz 87,5% (21/3) Ortlechner 96,2% (25/1)
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