Ein wackerer Abgesang

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Streiter: „Alles im Leben hat einen Sinn“

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Es war ein Abgesang auf Raten.

Am 4. Mai 2014 um 18:20 Uhr war der Abstieg des FC Wacker Innsbruck dann aber doch besiegelt.

Die Überraschung über den Abschied aus der höchsten Spielklasse hielt sich schlussendlich in Grenzen, über zu lange Zeit mussten sich die Tiroler bereits mit diesem Gedanken anfreunden.

Das Gefühl der Enttäuschung und tränengefüllte Augen wichen nach dem 0:2 bei Rapid aber schnell wieder der Zuversicht.

Glaube an das Wunder kam zu spät

„Alles im Leben hat einen Sinn, jetzt müssen wir runter“, spielte ein sichtlich angeschlagener Trainer Michael Streiter die Schicksals-Karte aus.

Nachdem noch vor einigen Wochen keiner mehr einen Cent auf den Klassenerhalt verwettet hätte, ließen die Innsbrucker in den letzten Runden doch noch den Glauben an das Wunder aufkommen.

Laut Streiter sei dieses „Wurstigkeits-Gefühl“ allerdings erst zu spät entstanden. Nämlich, als sich mit dem 2:1 in Ried das sehnlich erhoffte Erfolgserlebnis einstellte.

„Da hat man gesehen, wie wichtig Erfolg sein kann.“ Das Ziel, die Chance bis zum letzten Spieltag am Leben zu erhalten, wurde nicht erreicht.

„Schwer, die richtigen Worte zu finden“

Erstens, weil es trotz engagierter Leistung keinen Sieg im Hanappi-Stadion gab und zudem Wiener Neustadt bei Sturm Graz triumphierte.

„Wenn man zurückdenkt, hat sechs, sieben Runden zuvor, gar keiner mehr etwas auf uns gegeben. Leider war es vielleicht doch zu spät, dass die Wende gekommen ist“, meinte etwa Roman Wallner, der in Wien verletzungsbedingt fehlte, gegenüber LAOLA1.

Das Ende aller theoretischen Rechenmöglichkeiten holte die Betroffenen schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

„Es ist natürlich schade, dass wir abgestiegen sind. Es ist schwer, die richtigen Worte dafür zu finden“, war Defensivspieler Christian Schilling geknickt.

„Vielleicht durch Admiras Punkteabzug zu sicher gefühlt“

Alexander Hauser wusste sofort, was er in der Ersten Liga vermissen wird. „Es ist einfach bitter, wenn du nächstes Jahr nicht mehr bei so einer Atmosphäre in einem ausverkauften Hanappi-Stadion spielen kannst.“

Gründe für die Talfahrt gibt es viele. Ein nicht unwichtiger war mitunter auch der Punkteabzug für den direkten Konkurrenten Admira.

„Vielleicht haben wir uns dadurch zu sicher gefühlt, das kann auch sein“, gab Wallner ehrlich zu.

Mit Wacker Innsbruck und seinen Vorgängern verliert die Bundesliga einen Verein, der selbst für eine treue Fan-Basis steht und aufgrund der Tradition diverse Einträge in den Geschichtsbüchern verzeichnen konnte.

Ein kleines Hintertürchen gibt es aber noch: Nämlich jenes, das sich auftun könnte, sollte die Admira auch in zweiter Instanz nicht die Lizenz erhalten.

„Mal sehen, wo es hingeht. Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt uns noch“, wollte Streiter die Möglichkeit nicht ganz ausschließen.

„Weckruf“ in wirtschaftlicher Hinsicht

Doch selbst, wenn es kommende Saison eine Etage tiefer geht, überwiegt bei den Tirolern der Optimismus. Denn selbst sieht man sich wirtschaftlich besser denn je aufgestellt.

„Durch Erhalten der Lizenz sind wir frohen Mutes und es ist sehr viel Bewegung in den Verein gekommen. Das war eine sehr wichtige Entscheidung für uns.“

Alles in allem sieht man das Unvermeidbare somit als große Chance, einen Neuanfang zu wagen.

„Intern war das für uns ein Weckruf, da wir das ganze Jahr über positiv bilanziert haben. Das ist eine große Chance, dass der Verein wirtschaftlich stabiler wird“, so Streiter.

Spieler wie Wallner unentschlossen

So wie es aussieht, wird der Chefbetreuer den Weg mit Wacker auch in Liga zwei gehen, da er seiner Arbeit im „Heiligen Land“ sehr gerne nachgeht.

Abseits dieser Position wird jedoch kein Stein am anderen bleiben. Einige Spieler werden den Verein verlassen, andere sind auch nach dem Abstieg an den Klub gebunden.

Aufgrund der prekären Situation mit Wacker haben jedoch einige Spieler bisher noch keine Gedanken an die weitere Karriereplanung verschwendet.

„Ich weiß es noch nicht. Ich habe mir noch keine Gedanken darüber gemacht. Die Situation war jetzt noch zu wichtig. Es ist jetzt genug Zeit, sich Gedanken zu machen, was jetzt passieren wird“, sprach Wallner stellvertretend für die noch unentschlossenen Wackeraner.

Nicht dieselben Fehler wie KSV und SVM

Trainer Streiter geht davon aus, eine schlagkräftige, stabile Truppe für die kommende Saison auf die Beine zu stellen. Allerdings will man sich Zeit lassen.

Schließlich fährt man bis zur endgültigen Entscheidung in Admiras Lizenz-Causa zweigleisig und muss sich für den Fall der Fälle wappnen.

Die interne Kaderplanung sei bereits fortgeschritten, auch das Interesse externer Spieler sei positiv zu verzeichnen. Auch wenn das Ziel sofortiger Wiederaufstieg immer wieder durchklingt, hält Streiter das für alles andere als einen Selbstläufer.

„Man muss sehen. Kapfenberg und Mattersburg haben das sehr unterschätzt. Diese Fehler dürfen wir nicht machen.“

Wiederaufstieg als großes Ziel

Fehler wurden im vergangenen Jahr zu viele gemacht. Darunter soll nun endgültig ein Schlussstrich gezogen werden.

Wirtschaftlich ist man bereits wieder auf einem besseren Weg, sportlich soll über kurz oder lang eine Truppe geformt werden, die auch in der Bundesliga mithalten kann.

„Ich hoffe, wir brauchen nicht zu lange, bis wir wieder oben sind“, hegte Alexander Hauser bereits Gedanken an den Wiederaufstieg.

Den Wiederaufstieg in jene Liga, wo Wacker laut ihm auch hingehört, nämlich in die Bundesliga.


Alexander Karper

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