"Das war ein ganz enttäuschendes Spiel"

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"Fuck!", schrie ein sichtlich erboster James Holland am Weg in die Kabine. Gerade eben hatte seine Austria beim SV Grödig mit 1:2 verloren.

Eine Niederlage mit Folgen.

Statt mit dem Europacup-Ticket die Heimreise antreten zu können, herrscht nun das große Zittern in Wien-Favoriten.

Ein Punkt hätte beim direkten Konkurrenten gereicht, um Platz drei und den damit verbundenen internationalen Startplatz für die kommenden Saison quasi zu fixieren.

Doch daraus wurde nichts. Die Hütter-Elf holte den dritten Saisonsieg gegen die Violetten und schloss punktemäßig mit ihnen gleich. Nur dank der deutlich besseren Tordifferenz belegen Hosiner und Co. aktuell noch Rang drei.

Viel schlimmer war für die Wiener jedoch die Art und Weise der zweiten Pleite in der Ära von Herbert Gager. Bei einer besseren Chancenverwertung der Salzburger hätte es fünf, sechs Gegentore hageln können.

"Leistung war für unsere Ansprüche viel zu wenig"

„Die Leistung war für unsere Ansprüche viel zu wenig", stand Austria-Keeper Heinz Lindner nicht nur die Enttäuschung sondern auch die Wut ins Gesicht geschrieben.

Speziell in der ersten Hälfte wurden die Veilchen phasenweise vom Aufsteiger vorgeführt.

"Grödig war extrem dominant, hat uns unsere Grenzen aufgezeigt. Zudem haben wir die ersten 45 Minuten komplett verschlafen", schimpfte der Oberösterreicher.

Dem 0:1 nach 120 Sekunden folgte in der 32. Minute das 0:2. Beide Mal hieß der Torschütze Philipp Huspek.

Desaströse Vorstellung

Doch anstatt sich aufzubäumen lieferte die Austria eine lethargische, ängstliche und vor allem spielerisch desaströse Vorstellung ab.

„Wir wollten eigentlich so dominant auftreten, wie es Grödig getan hat. Aber das war bei uns überhaupt nicht der Fall“, so Lindner.

Warum erneut die Anfangsphase verschlafen wurde, konnte der 23-Jährige nicht beantworten. „Wenn es eine Erklärung geben würde, hätten wir schon längst etwas geändert. Ich verstehe es auch nicht.“

"Wir haben uns heute nichts verdient"

Auch nach dem Seitwechsel und trotz Umstellung auf ein 4-4-2-System kehrte keine wirkliche Besserung ein.

„Die zweite Hälfte war vielleicht etwas besser, aber unter dem Strich noch immer viel zu wenig. Es war zu passiv. Und eine halbwegs gute Hälfte reicht nicht“, erklärte der ÖFB-Teamtorhüter, der selbst ein Remis als unverdient bezeichnet hätte:

„In der Pause haben wir uns zwar noch einmal gepusht, aber der Gegner hatte die weitaus besseren Chancen. Wir haben uns heute nichts verdient.“

"Wir wollten kein Endspiel"

Ähnlich sah es Chefcoach Gager: „Das war ein ganz enttäuschendes Spiel meiner Mannschaft. Grödig war viel besser, viel aktiver und hat verdient gewonnen. Wir haben nie in unser Spiel gefunden.“

Damit fällt die Entscheidung um Platz drei am letzten Spieltag. Die Austria empfängt daheim Sturm Graz, Grödig muss zu Absteiger Wacker Innsbruck. Ein "finales Fernduell" hätte man sich im violetten allerdings lieber erspart.

"Wir wollten kein Endspiel gegen Sturm. Ein Punkt hätte heute gereicht. Wir haben auf Sieg gespielt, auch wenn man davon nicht viel gesehen hat", versicherte Alexander Gorgon.

Doch auch der Mittelfeldspieler wirkte nach den 90 Minuten konsterniert.  "Wir waren nach den Gegentreffern schockiert, waren danach bei den Zweikämpfen nicht energisch genug und bei den zweiten Bällen immer Zweiter.“

"Haben es selber in der Hand"

Dass die letzte Bundesliga-Runde nun doch noch einmal von immenser Bedeutung sein wird, passt laut des 25-Jährigen aber zum Saisonverlauf der Veilchen:

"Wir waren heuer schon einmal weit hinter den Europacup-Plätzen. Aber wird sind zurückgekommen und waren auf einem guten Weg. Doch jetzt haben wir es halt noch einmal spannend gemacht", verweist Gorgon auf die Tatsache, dass in den letzten zwei Begegnungen ein Fünf-Punkte-Vorsprung verspielt wurde.

Die positivste Erkenntnis brachte abschließend Lindner: "Wir haben es noch immer selber in der Hand, ob wir nächste Saison international spielen, oder nicht. Denn wenn wir daheim gegen Sturm gewinnen, kann Grödig machen, was es will..."

 

Martin Wechtl

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