Martin Hinteregger bestätigte dies und zeigte wie der Rest des Teams Verständnis: „Wer dafür kein Verständnis hat, der hat keine Ahnung von Fußball.“

Schmidt, der mit einer Ausstiegsklausel („Das hat sich in den Vertragsgesprächen ergeben, es war keine Bedingung“) 1,5 Millionen Euro Ablöse zugunsten Salzburgs erzwang, war von den Angeboten von Frankfurt und Leverkusen überrascht.

„Ich habe mich natürlich gewundert, weil es nicht selbstverständlich ist, dass man bei einer Trainer-Suche in Deutschland auf mich kommt. Und es waren beides hervorragende Gespräche mit den Vereinen“, so der scheidende Salzburg-Trainer, der mit der Vertragsunterzeichnung das Thema Leverkusen bis nach seinem Urlaub „auf Eis gelegt hat und mich bis Saisonende 100 Prozent auf Salzburg und das Beenden dieser außergewöhnlichen Saison" konzentriert.

„Kürzester Weg in die CL ist Salzburg“

Die Mannschaft werde indes nicht zerfallen, prognostiziert die vielzitierte „Vater-Figur“.

„Sie haben langfristige Verträge hier. Sicher ist der Fußball schnelllebig, aber diese eingespielte Mannschaft, die soviel Selbstvertrauen getankt hat, die so viel Glauben an ihr Spiel hat, kann mit vielleicht ein, zwei Verstärkungen die Champions League angehen und sich das zutrauen. Es ist ja auch nicht so, dass jeder Spieler zu einem Klub wechseln könnte, der sicher Champions League spielt, oder dieser so viel Geld ausgibt. Salzburg ist für die meisten Spieler sicher der kürzeste Weg dafür.“

Schmidt, der möglicherweise Co-Trainer Oliver Glasner mitnimmt, wird indes derselbe bleiben, auch auf der großen Bühne namens deutsche Bundesliga.

„Ich war ja am Anfang in der Verbandsliga Trainer und da war ich der gleiche wie heute. Es ist wichtig, dass man authentisch bleibt, mit der Mannschaft zu arbeiten in den Mittelpunkt rückt und so bleibt, wie man ist. Die Mannschaft muss spüren, dass der Trainer an sie glaubt. Man muss die Mannschaft mitnehmen für diese Art des Fußballs. Das geht nur ehrlich und geradlinig und wenn man sich nicht verbiegen lässt. Ich weiß, was ich kann und wo meine Stärken liegen, das werde ich auch in Leverkusen einbringen.“

Und er wird der fürsorgliche Trainer bleiben. Ob das den Salzburgern Spielern besonders abgehen wird, vermag Schmidt nicht zu beurteilen.

„Es ist meine Art, eine Mannschaft so zu führen, ihr sehr viel Vertrauen zu geben und sehr individuell auf sie einzugehen. So mache ich das. Weil ich glaube, wenn die Spieler verstanden werden, sich wohlfühlen und gestärkt werden, dann können sie ihre bestmöglichen Leistungen bringen. Aber jeder Trainer ist da anders. Vielleicht ist eine neue Ansprache ja auch nicht schlecht.“

 

Bernhard Kastler

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