Grödigs Spiel für die Geschichtsbücher

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Zwei Freistoß-Treffer, drei Rote Karten, vier Elfmeter, acht Tore. Das 7:1 des SV Grödig gegen die Admira war wahrlich keine normale Bundesliga-Begegnung und nicht nur wegen des Ergebnisses.

„Es war ein unglaubliches Spiel, das ich in fünf Jahren Trainer-Tätigkeit so noch nie erlebt habe. Acht Tore, sieben davon durch Standard-Situationen. Das ist schon besonders und wird auch in die Geschichte eingehen“, brachte es Grödig-Trainer Adi Hütter im Interview mit „Sky“ auf den Punkt.

Seiner Mannschaft ist im zweiten Saison-Heimspiel wahrlich alles aufgegangen, zumindest ab der 24. Minute. Denn bis dahin war der Gegner aus der Südstadt überlegen, überzeugte mit aggressivem Fore-Checking und führte auch verdient mit 1:0.

Nach dem 1:1 brach der Bann

Nach der Roten Karte für Alexander Pöllhuber und dem darauffolgenden, herrlichen Freistoßtrick zum 1:1 durch Thomas Salamon, kippte die Partie völlig.

So sah es auch Hütter: „Mit diesem 1:1 war der Bann gebrochen und es ging natürlich viel mehr nach vorne. Zum Glück haben wir diesen frühen Rückstand noch vor der Pause in ein 3:1 umgewandelt.“

Toni Polster blieb nichts anderes übrig, als das Ergebnis so hinzunehmen: „Heute haben wir uns das Leben durch unsere Fehler selbst schwer gemacht. Aber wir müssen weiterarbeiten, die Fehler knallhart analysieren und hoffen, dass sie sich nicht wiederholen“, kommentierte der Admira-Chef nüchtern.

„Village People“ schrammen an Tabellenführung vorbei

Dabei hätte Grödigs Sieg noch viel höher ausfallen können. Vor allem nach Seitenwechsel und mit zwei beziehungsweise drei Mann mehr, rollte Angriff um Angriff in Richtung Tor von Patrick Tischler. Einige leichtfertig vergebene Chancen auf Seiten der Salzburger verhinderten ein noch deutlicheres Ergebnis.

Was die meisten Akteure unmittelbar nach dem Spiel gar nicht wussten: Ein Tor mehr und die Grödiger hätten sogar die Tabellenführung erobert. Nur aufgrund der weniger geschossenen Treffer liegen die bei sieben Punkten liegenden „Village People“ hinter den Bullen.

Darüber machten sich die Protagonisten aber keinen Kopf: „Wir haben die Situation perfekt ausgenützt. Heute muss man die ganze Mannschaft hervorheben. Das war eine tolle, kollektive Leistung. Sieben Punkte sind ein Super-Start“, so Didi Elsneg, der mit zwei verwandelten Elfern auch dem Grödiger „Fluch vom Punkt“ (Anm.: Grödig vergab in der ersten Runde einen Strafstoß und vergab auch 2012/13 den Großteil seiner Elfmeter) ein Ende bereitete.

Salzburger Derby als Spitzenspiel

Durch den Grödiger Kantersieg kommt es kommende Woche (Sa., 10.8., 19 Uhr) im Derby bei Red Bull Salzburg zum Duell Erster gegen Zweiter. „Mit diesem Sieg haben wir unerwarteter Weise nächste Woche ein Spitzenspiel in Salzburg und das ist unglaublich für den SV Scholz Grödig“, konnte Hütter seine Vorfreude kaum verbergen.

Während also der in der Untersberg-Arena beheimatete Klub auf Wolke Sieben schwebt, ist bei der noch punktelosen Admira Wundenlecken angesagt. Polster weiß auch, wo die Hebel beim Bundesliga-Schlusslicht anzusetzen sind: „Wir müssen die Phasen, in denen wir gut spielen verlängern, wir sehen, dass wir es können. Die Eigenfehler müssen abgestellt werden. Wir lassen den Gegnern zu viele Chancen, das wird in der Bundesliga beinhart bestraft.“

Mit drei gesperrten Verteidigern wird das Unterfangen "weniger Chancen zulassen" gegen Sturm allerdings nicht leicht werden.



Máté Esterházy

Grödig

Admira

Torschüsse

Trdina 5

Schwab 4

Torschuss-Vorlagen

Elsneg 5

Ouedraogo 4

Ballkontakte

Leitgeb 120

Auer, Schwab je 35

Zweikampfquote

Elsneg 69,2% (18/8)

Ebner 60% (12/8)

Passquote

Taboga 95% (38/2)

Schachner 91,7% (11/1)

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