Mit den Waffen des direkten Konkurrenten

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Die Gemeinsamkeiten sowie der Fakt, dass Grödig bisher mehr Nutzen daraus zog, spiegeln sich auch in Zahlen und Statistiken wider – und diese lügen bekanntlich nicht.

Mit 49 Toren liegt Grödig nur hinter Salzburg (73), Rapid rangiert mit 38 Treffern auf Rang 4, auch in puncto Torschüssen hat Grödig die Nase vorne (333:319), was in einer Trefferquote von 7,1 bzw. 8,3 bei Rapid gipfelt.

Offensivwaffen, Standards und Rotation

Bei Standardsituationen macht den beiden ersten Verfolgern von Liga-Krösus Salzburg sowieso keiner was vor.

Rapid traf 16 Mal, Grödig drei Mal weniger. Jedoch benötigte der Liga-Neuling lediglich 75 ruhende Bälle, die Grün-Weißen hingegen 114.

Rotation aufgrund der Dichte junger, hungriger Spieler wird durch die erfolgreichen Joker belegt. Hütter bewies 11 Mal ein glückliches Händchen, indem er einen späteren Torschützen einwechselte, Barisic acht Mal – Liga-Spitze!

Zudem haben bzw. hatten beide Teams zwei Torgaranten in ihren Reihen. Während sich bei Grödig Philipp Zulechner (15) und Stefan Nutz (6) in den Top 15 positionieren konnten, sind es bei Rapid Terrence Boyd (8) und Guido Burgstaller (8).

„Wir kennen ihre Spielanlage“

Trotz Gleichheiten in der Offensive gibt es aber vor allem in der Defensive Unterschiede – und mit diesen macht Rapid viele Versäumnisse vor dem Tor wieder wett. Nur 28 Gegentoren stehen 44 von Grödig - somit die zweitwenigsten den drittmeisten - gegenüber.

Auch im Kopfballspiel ist der Außenseiter meist nicht Herr der Lüfte. In der Offensive gewinnt Rapid 38,8 Prozent, Grödig nur 35,8 Prozent. Defensiv rangieren die Salzburger mit 58,8 Prozent gewonnenen Kopfballduellen ligaintern auf dem letzten Platz.

Die Wahrheit liegt jedoch einmal mehr auf dem Platz – und auf diesem erwarten die beiden Kontrahenten 90 heiße Minuten, in denen einiges auf dem Spiel steht.

„Wir wissen, dass es eine starke Mannschaft ist, wir kennen ihre Spielanlage“, prophezeite Barisic im Hinblick auf das Duell der Europacup-Anwärter.

Bei den ganzen Parallelen sollten die Hütteldorfer wissen, was auf sie zukommt. Schließlich will Rapid nicht noch einmal mit den eigenen Waffen geschlagen werden.


Alexander Karper

Offensivstärke, Flexibilität, intensives Pressing und Gegenpressing, Einfallsreichtum bei Standardsituationen, vorwiegend junge, österreichische Spieler,...

Auf der einen Seite allesamt Kriterien, die für Trainer Zoran Barisic‘ Arbeit bei Rapid stehen und die er gerne bis zur Perfektion vorantreiben würde.

Auf der anderen Seite genau jene Kriterien, die der 43-jährige Wiener bei Aufsteiger SV Grödig für den Erfolg verantwortlich macht.

Somit trifft in der 24. Bundesliga-Runde nicht nur der Zweite auf den Dritten, sondern es kommt auch zum Aufeinandertreffen ähnlicher bis identer Philosophien.

„Double“ stiehlt Rapid die Show

Mit einem Unterschied: In der bisherigen Saison hat das „Double“ dem etablierten Bundesliga-Veteran klar den Rang abgelaufen.

Vier Punkte Vorsprung auf Rapid, fünf Punkte auf einen Nicht-Europacup-Startplatz – das Duell im Hanappi-Stadion nimmt schon richtungsweisende Formen an.

„Nach dem Spiel wird eine Tendenz erkennbar sein", weiß Rapid-Sportdirektor Andreas Müller, der zuletzt bei der Niederlage gegen die Admira die spezielle Gier vermisste.

Die Parallelen zwischen den Anwärtern auf internationale Startplätze kann der Deutsche zwar noch nicht so exakt einschätzen wie Barisic, trotzdem weiß er, dass die Salzburger eine gute Rolle, attraktiven Fußball spielen und mit Philipp Zulechner ihren besten Torschützen verloren haben.

„Von der Spielidee, der Philosophie, sehe ich Parallelen“

Dieser Aderlass machte sich in den bisherigen Frühjahrspartien aber noch nicht bemerkbar. Beim 0:6 gegen Salzburg hätte auch der Neo-Freiburger wohl nicht die Wende herbeigeführt, gegen den WAC setzte man sich eindrucksvoll mit 3:0 durch.

„Ich erwarte einen offenen Schlagabtausch und für die Zuschauer ein gutes Spiel, denn beide Mannschaften werden mit einer recht offensiven Ausrichtung agieren“, ist auch Grödig-Trainer Adi Hütter bewusst, dass die ähnliche taktische Ausrichtung Rapid nicht unbedingt behagt.

Das unterstreichen auch die bisherigen Saisonduelle, in denen Rapid noch nicht als Sieger vom Platz gehen konnte. Einer empfindlichen 0:1-Heimniederlage folgte ein 2:2 in Grödig.

„Von der Spielidee, der Philosophie her, sehe ich schon Parallelen, auch von der Entwicklung österreichischer Spieler her“, gibt Barisic auf Nachfrage von LAOLA1 zu. Einen großen Unterschied macht für ihn jedoch die Tatsache, dass Rapid die Spieler im eigenen Nachwuchs heranführt, was bei Grödig zumindest bisher nicht an der Tagesordnung stand.

Grödiger Vorteil trotz Gemeinsamkeiten

Dementsprechend wenig überraschend kommt für den Chefbetreuer die Tatsache, dass Grödig trotz diverser Rückschläge weiterhin eine wesentliche Rolle in der Liga spielt.

„Man muss ihnen ein Kompliment machen. Sie haben Situationen verarbeiten müssen, die alles andere als angenehm waren, das muss man akzeptieren“, spielt „Zoki“ u.a. auf den Wettskandal und Zulechners Abgang an.

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