Dafür erntete die Anhängerschaft Verständnis. Milanic: „Dass wir die Energie unserer Fans brauchen, ist klar. Beim letzten Spiel in Wien gegen Rapid waren es 2000. Wir haben das auch gespürt. Aber ich kann es verstehen, dass unsere Fans nicht da waren, wenn der Kartenpreis so teuer ist.“

Der wahre Grund für das Fernbleiben hatte sich nicht überall in der Mannschaft herumgesprochen. Pliquett hatte sich bereits über den leeren Gästesektor gewundert und wurde erst nach dem Schlusspfiff aufgeklärt.

Seine Reaktion fiel gewohnt offen, ehrlich und direkt aus: „25 Euro für einen Steher? Das ist natürlich schwer asozial, eine absolute Frechheit. Ich finde es extrem schade, aber wenn es ums Finanzielle geht, kann man niemandem einen Vorwurf machen. Du hast bestimmt viele Studenten dabei. Ich kann es nachvollziehen. Es ist schon komisch, weil wir gerade auswärts von unseren Fans immer einen tollen Support bekommen. Mir persönlich fehlt es. Das ist jetzt keine Ausrede, aber zum Fußball gehört es einfach dazu.“

Peter Altmann/Martin Wechtl/Harald Prantl

Eklatant waren vor allem die Probleme im Spielaufbau, die vielen unnötigen Abspielfehler, der kaum existente Kombinationsfluss. Dabei hätte der Kontrahent die Grazer laut Anel Hadzic durchaus eingeladen:

„Ich hatte bis jetzt in keinem Spiel so viele Räume wie heute. Da war kein Pressing oder irgendetwas da. Wir hatten ohne Druck Ballverluste. Aber das ist Fußball, das passiert den größten Mannschaften. Wir müssen im letzten Drittel einfach besser werden und die Pässe anbringen. Da sind wir einfach zu hektisch.“

„Zurzeit ist das Vogerl woanders“

Manuel Weber gelang in seinem 200. Bundesliga-Spiel der späte Anschlusstreffer, zu mehr reichte es trotz einiger hektischer Szenen im Wiener Strafraum nicht mehr.

„Jeder hat gekämpft wie ein Löwe. Am Schluss hätten wir mit ein bisschen Glück vielleicht noch ein Unentschieden erkämpfen können, aber zurzeit ist das Vogerl woanders. Aber es kommt wieder“, hoffte Michael Madl.

Auch dem Innenverteidiger stand der Frust ins Gesicht geschrieben: „Es ist mühsam. Ich würde auch lieber nach einem Sieg dastehen und ein bisschen Schmäh führen. Wir müssen weiter arbeiten, weiter Gas geben – immer die gleichen Floskeln. Aber so ist es im Fußball: Wer hart arbeitet, wird irgendwann belohnt. Deswegen wird das Glück zurückkommen.“

Verständnis für den Fan-Boykott

Kommt es zurück, wird auch der Fanzuspruch bei Sturm wieder ein größerer. Wobei das Fernbleiben diesmal eine geplante Aktion war, um auf die überteuerten Preise in Auswärtssektoren hinzuweisen.

Austria Sturm
Torschüsse Royer 5 Beric 5
Torschuss-Vorlagen Suttner, Holland je 3 Hadzic 4
Ballkontakte Suttner 71 Klem 76
Zweikampfquote 75% (12/4) Vujadinovic 83,3% (10/2)
Passquote Hosiner 91,3% (21/2) Offenbacher 93,1% (27/2)
Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen