Keine "Erste Hilfe" von Sturm

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"Wollen auf keinen Fall Erste Hilfe leisten"

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Sturm Graz befindet sich auf der Überholspur. Der Meister von 2011 hat am Samstag eine Fortsetzung seiner zuletzt drei Spiele andauernden Siegesserie im Visier. Die Grazer gastieren beim Abstiegskandidaten SC Wr. Neustadt, der in dieser Saison zu Hause noch nicht gepunktet hat. Vergangene Woche waren die Niederösterreicher bei Aufsteiger WAC mit 0:6 unter die Räder gekommen.

Trotz des aktuellen Höhenflugs sieht Sturm die Partie nicht als Selbstläufer. "Nach der Papierform sind wir klarer Favorit. Aber auch ein angeschlagener Boxer kann einen Kinnhaken anbringen", warnte Trainer Peter Hyballa.

Viele K.o.-Schläge hat Wr. Neustadt zuletzt aber nicht ausgeteilt. Im Kalenderjahr 2012 haben die Niederösterreicher noch kein Heimspiel gewonnen. In den vergangenen 21 Ligaspielen gab es saisonübergreifend nur einen Sieg - ein 3:2 Mitte August in Innsbruck.

Letzter Heimsieg gelang gegen Sturm

Die Innsbrucker scheinen derzeit auch die direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt zu sein. Einen Punkt liegt Neustadt vor dem Tabellenschlusslicht. "Wir befinden uns im Abstiegskampf, und diesen kannst du nur bestehen, wenn du in der Defensive stabil bist", meinte SC-Trainer Heimo Pfeifenberger.

Mit Passivität habe diese Vorgabe für das Sturm-Spiel aber nichts zu tun. "Wir müssen aktiv und vor allem auch organisiert gegen den Ball arbeiten", betonte der Ex-Internationale.

Der bisher letzte Heimsieg ist den Niederösterreichern ausgerechnet gegen die Grazer gelungen, am 19. November 2011 mit 3:1. Drei Duelle in Folge mit Sturm haben sie nicht verloren. Pfeifenberger warnte allerdings vor einer "sehr spielstarken Mannschaft". Zwei Auswärtsspiele hat Sturm in dieser Saison bereits gewonnen - mehr als in der gesamten vergangenen Saison.

"Wollen keine Erste Hilfe leisten"

"In den letzten drei bis vier Wochen haben wir unser Spiel stabilisiert", erklärte Hyballa. "Unser Spielsystem funktioniert immer besser, der Ball ist keine heiße Kartoffel mehr." Der Deutsche erwartet ein Geduldsspiel gegen tief stehende und auf Konter lauernde Wr. Neustädter. Verzichten muss er weiterhin auf Mittelfeld-Organisator Jürgen Säumel, der sich wegen Adduktorenproblemen in Deutschland einer Therapie unterzieht.

Goalgetter Richard Sukuta-Pasu sollte nach seiner vergangene Woche beim 3:0 in Innsbruck erlittenen Knöchelverletzung wieder zur Verfügung stehen, könnte aber hinter Imre Szabics und Rubin Okotie vorerst auf der Ersatzbank Platz nehmen.

"Wir wollen dem angeschlagenen Boxer auf keinen Fall Erste Hilfe leisten", versicherte der gesetzte Szabics. "Wir wollen die Serie fortsetzen." Okotie hat keine guten Erinnerungen an Wr. Neustadt, traf er doch im März per Kopf ins eigene Tor.

"Kollektives Versagen"

Das damalige 1:0 in Graz war einer von nur zwei Wr. Neustädter Siegen im Jahr 2012. Den Tiefpunkt stellte das Debakel am Wochenende in Wolfsberg dar, das Pfeifenberger aus den Köpfen bringen musste. "Es war ein kollektives Versagen der gesamten Mannschaft", erinnerte der 45-Jährige. "Ich hoffe, dass ich nicht noch einmal so ein schlechtes Spiel erleben muss."

Für Sturm ist es Spiel eins mit einer neuen operativen Führung. "Es ist wichtig, dass jetzt alle Positionen besetzt sind. Es war ein Vakuum da", sagte Hyballa. Dem neuen Generalmanager Gerhard Goldbrich wurde der bisherige Co-Trainer Ayhan Tumani als sportlicher Geschäftsführer zur Seite gestellt.

Der Deutsch-Türke ist damit gleichzeitig Hyballas Assistent, aber auch dessen Chef. "Das ist einerlei", meinte der Cheftrainer. "Wenn du verlierst, ist es egal, ob es 23 Co-Trainer oder 84 Manager gibt."

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