Die Leichtigkeit des Seins

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"Das gibt uns vorne als auch hinten viel Sicherheit"

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„Wir haben richtig gut Fußball gespielt, das Stadion und die Mannschaft waren eins.“

Nicht nur Trainer Peter Schöttel war über die Leistung seiner Schützlinge beim klaren 3:0-Heimerfolg gegen Sturm Graz erfreut.

Auch die Protagonisten auf dem Platz strotzten vor Selbstvertrauen. Die Freude am Spiel konnten sie nach dem dritten Sieg in Folge nicht leugnen.

Ballsicherheit, Kreativität, Spielwitz und Pressing waren an diesem Sommerabend wohl die Schlagworte, die zu schlagenden Argumenten wurden.

Wieder vier Veränderungen

Obwohl Schöttel die Mannschaft im Vergleich zum Auswärtssieg in Salzburg gleich an vier Positionen veränderte, war von Abstimmungsproblemen keine Spur.

Markus Katzer kehrte statt Thomas Schrammel zurück in die Startelf, Markus Heikkinen und Muhammed Ildiz ersetzten in der Zentrale Stefan Kulovits und Thomas Prager.

Terrence Boyd bekam nach seiner Reise zum US-Nationalteam eine Verschnaufpause, Deni Alar rückte auf die Stürmerposition vor.

Der vakante Platz im Mittelfeld-Verbund war für ein neues Gesicht reserviert: Louis Schaub.

„Heute ist ein neuer Stern aufgegangen“

Mit gerade einmal 17 Jahren wurde der Jung-Profi ins kalte Wasser geworfen und stellte ausgerechnet im Schlager gegen Sturm sein großes Potenzial unter Beweis.

„Heute ist ein neuer Stern aufgegangen“, fand Kapitän Steffen Hofmann im Gespräch mit LAOLA1 die richtigen Worte. „Ein 17-Jähriger spielt mit und macht für mich ein tolles Spiel.“

Schon seit der Youngster bei den Profis mittrainiert, schwärmt der Regisseur immer wieder von den Fähigkeiten des „klugen“ Spielers. Gegen Sturm feierte er sein Pflichtspiel-Debüt.

„Ich glaube, er war heute schon ein bisschen nervös, aber das ist normal. Er hat unheimliche Qualität und wird das noch in den nächsten Jahren zeigen“, ist sich Hofmann sicher.

Schaub legte Talentprobe ab

Schöttel hielt sich in den vergangenen Wochen und Monaten in punkto Schaub zurück und bremste die Euphorie. Allerdings spielte er schon länger mit dem Gedanken, dem beförderten Rapid-Amateur die Möglichkeit zu geben, sich zu beweisen.

„Er ist schon in jungen Jahren ein richtig guter Spieler. Ich wusste, dass es kein Risiko ist, ihn spielen zu lassen. Die Frage war nur, wie nervös er ist.“

Davon war nicht viel zu erkennen. Mit guter Ballbehandlung und sehenswerten Dribblings überzeugte er die 16.400 Fans im Stadion von Beginn an.

„Er spielt sehr gerne mit Steff (Anm.: Hofmann) zusammen. Er hat ordentlich gespielt. Wir werden noch viel Freude mit ihm haben.“

Sicherheit von hinten bis vorne

Nicht nur Schaub sondern auch seine Kollegen spielten sich zwischenzeitlich in einen Rausch. Vor allem die Selbstverständlichkeit, mit der Rapid den Ball in den eigenen Reihen laufen ließ, überraschte.

„Die Ballsicherheit war auch in Salzburg da, vielleicht nicht so ausgeprägt. Aber heute war natürlich der Spielverlauf gut. Wir haben gemerkt, dass es gut funktioniert. Sturm hat keine einzige Torchance gehabt in dem Spiel. Das gibt uns sowohl vorne als auch hinten große Sicherheit“, bestätigte Hofmann.

Dem pflichtet auch Rechtsverteidiger Michael Schimpelsberger bei. „Man sieht jetzt einfach die Handschrift. Wir spielen ballsicher, haben sehr viel Ballbesitz und versuchen, die Kontrolle zu haben. Man sieht auch, dass wir ein gutes Kombinationsspiel haben. Es macht zur Zeit jedem Spaß, Fußball zu spielen.“

Das frühe 1:0 durch Guido Burgstaller (15.) spielte den Hütteldorfern in die Karten. Beim 2:0 durch Alar und 3:0 durch Hofmann präsentierten sich die vor Kreativität sprühenden Wiener eiskalt vor dem gegnerischen Tor.

„Gefälle unter den Spielern ist sehr gering“

Vor allem der Kapitän glänzte mit einem Treffer und einem Assist und ließ seiner Freude freien Lauf.

„Mir persönlich macht es unheimlich viel Spaß. Wir haben viele Spieler im Kader, die große Qualität haben.“

Wer schlussendlich auf dem Platz steht, ist laut Schöttel eine Frage der körperlichen und geistigen Frische. Da das System von allen Beteiligten aber verinnerlicht wurde, sind Personalrochaden kein Problem mehr.

„Das Gefälle unter den Spielern ist sehr gering. Jeder weiß, was von ihm erwartet wird“, lobt Schöttel die mannschaftliche Geschlossenheit.

Nach der gelungenen Generalprobe müssen die Grün-Weißen nun bei PAOK Saloniki unter Beweis stellen, dass die Freude am Spiel ihr neuer Trumpf ist.

 

Alexander Karper

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