Weil Fußball manchmal bitter ist

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Nach bitterem Moment folgt der Blick nach vorne

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„So ist halt Fußball.“

Beim WAC bemühte man sich nach der 2:3-Niederlage zu Hause gegen Wacker Innsbruck alter Weisheiten.

So richtig erklären konnte man die Geschehnisse in der Lavanttal-Arena allerdings nicht.

„Unglaublich, dass wir das Spiel so leicht aus der Hand geben“, wies Stürmer Mihret Topcagic auf den Stand von 2:0 nach 50 Minuten hin.

„Wir hatten alles unter Kontrolle, sie waren kaum gefährlich. Ich habe keine Erklärung dafür“, stimmte Abwehrrecke Jose Solano einspruchslos zu.

Liendl sucht keine Ausreden

Die Führung der Kärntner hielt bis zur Minute 70. Was dann folgte, war das kleine Wacker-Wunder. Die Gäste drehten die Partie innerhalb von sieben Minuten und zogen schließlich mit 3:2 siegreich von dannen.

Wacker schaffte den Klassenerhalt, der WAC verspielte seine Chance, sich für die Europa League zu qualifizieren. „Die Konstellation der Ergebnisse hat einfach für uns gesprochen und wir haben es nicht zusammengebracht, ein 2:0 über die Runden zu bringen“, suchte Michael Liendl, der die Partie zur Überraschung vieler auf der Bank begonnen hatte, die Schuld in den eigenen Reihen.

Weder die von manchen Seiten bekrittelte Startaufstellung von Nenad Bjelica („Man muss nicht alles verstehen, was ein Trainer macht“) noch die oftmals angesprochene fehlende Frische wollte der Ex-Austrianer als Ausrede gelten lassen.

„Die anderen Mannschaften haben genauso viele Spiele und dieselben Belastungen gehabt wie wir. Wir sind Profi-Fußballer, wir müssen das wegstecken.“

Bitter und bitterer

„Wenn du bis zur 70. Minute so fix qualifiziert zu sein scheinst und dann geht es dennoch daneben, ist das extrem bitter“, zeigte sich auch Präsident Dietmar Riegler nach Spielende konsterniert.

Solano steigerte das strapazierte Adjektiv bitter sogar noch: „Der einzige Gedanke innerhalb der Kabine in dieser Woche war Europa. Wir wussten um unsere Chancen. Nach dem langen Kampf über die ganze Saison ist das umso bitterer.“

Der Traum vom internationalen Fußball in Kärnten ist vorerst geplatzt, was bleibt, ist ein erstes Resümee zu ziehen. „Wir sind alle traurig, aber ich glaube, wir können dennoch stolz sein. Als Aufsteiger Fünfter zu werden, ist nicht schlecht“, richtete Topcagic als erster den Blick Richtung Saison 2013/2014.

Kaderplanung schreitet voran

Ausgerechnet der Stürmer, dessen Verbleib in Wolfsberg noch nicht gesichert ist. Die Zukunft wird sich erst in den kommenden Tagen entscheiden. Laut Riegler habe man sich bei den Vertragsverhandlungen „schon angenähert“.

Auf den 47-Jährigen und Coach Bjelica warten in den kommenden Tagen und Wochen einige Gespräche, Angst vor der berüchtigten zweiten Saison eines Aufsteigers hat er nicht: „Wir haben gute Spiele in dieser Saison abgeliefert und das wird auch nächste Saison so sein.“

Liendl zeigte sich da schon etwas besorgter: "Nächste Saison wird eine andere Saison. Man hat am Schluss schon gesehen, dass sich die Gegner immer besser auf uns eingestellt haben“, relativierte jedoch sofort: „Aber ich bin überzeugt, nächste Spielzeit wieder angreifen zu können. Wir haben gute Qualität in der Mannschaft, müssen uns allerdings in der Breite ein wenig verbessern, wenn wir wieder vorne oder im sicheren Mittelfeld mitspielen wollen.“

Verstärkungen ins Lavanttal zu lotsen, sollte gemäß dem Mittelfeldspieler kein allzu großes Problem sein: „Wir haben heuer gezeigt, dass wir eine gute Adresse sind, wo guter Fußball gezeigt wird.“

Wenn auch in der kommenden Saison „nur“ in der Bundesliga.


Christian Eberle

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