Der LAOLA1-Stammtisch zur 36. Runde

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Nehmt Platz und macht es euch gemütlich: Der Stammtisch ist angerichtet!

Klar, ihr kennt die Ergebnisse schon.

Und ihr wisst auch, wie es in der Tabelle aussieht.

Aber wer sind die Gewinner und Verlierer der Runde? Welche Zahlen muss man kennen? Was ist sonst noch so passiert?

Wir liefern euch nach jedem Spieltag der heimischen Liga eine Zusammenfassung der etwas anderen Art.

DIE WINNER: ADMIRA WACKER, WIENER NEUSTADT, WACKER INNSBRUCK

Sie haben es geschafft! Der Admira gebührt Respekt, weil seit 2003 kein Team mehr am letzten Spieltag den letzten Platz verlassen konnte. Dem FC Wacker, weil er 22 Runden lang im Besitz der Roten Laterne war, am Ende aber dennoch nicht absteigen muss. Und natürlich dem SC Wiener Neustadt, der von Beginn an - wie schon in der Vorsaison - Abstiegskandidat Nummer eins war und sich abermals retten konnte. Feiert brav, die nächste Saison wird wieder hart genug!

DER LOSER: SV MATTERSBURG

Na bumm! Jetzt hat es doch tatsächlich den SV Mattersburg erwischt. Nach zehn Jahren in der Bundesliga verabschieden sich die Burgenländer wieder aus der höchsten Spielklasse. Und das nach einem letzten Spieltag, der an Irrsinn kaum zu überbieten gewesen wäre. Der SVM war nach der 35. Runde noch Siebenter. Wir wiederholen: Siebenter! Zwei Runden vor Schluss hatte man noch fünf Punkte Vorsprung! Das Burgenland versinkt in einem Tal der Tränen und Obmann Martin Pucher will "das Schiff neu ausrichten". Wir wünschen dabei viel Glück!

SCHMANKERL DER RUNDE

  • OFFENBACHERS ZURÜCKHALTUNG: Bei einem Tor gegen den Ex-Verein nicht zu jubeln, gehört mittlerweile ja fast schon zum guten Ton. Was Daniel Offenbacher nach dem 2:0 für Wiener Neustadt gegen den SK Sturm dargeboten hat, dürfte - zumindest in der Bundesliga - aber ein Novum sein. Der Mittelfeldspieler verzichtete gegen seinen zukünftigen Arbeitgeber auf den Torjubel. Verständlich, für die Niederösterreicher ging es ja auch nicht mehr um viel...

  • VOLLER KÖRPEREINSATZ: Keiner sehnte den Schlusspfiff in Wolfsberg so herbei wie Wacker-Trainer Roland Kirchler. Man merkte dem Tiroler an, dass seine aktive Karriere noch nicht lange zurück liegt, denn in punkto Körpereinsatz mangelte es nicht. Als ihm das Warten in der Nachspielzeit zu lange wurde, rempelte er den vierten Offiziellen Mag. Markus Hameter, um ihn darauf hinzuweisen. Nicht gerade die feine englische Art, somit musste er für die letzten Augenblicke auf die Tribüne. Beim Schlusspfiff wurde ihm beim Sturm über die Treppe hinunter aufs Spielfeld beinahe ein Kabel zum Verhängnis. Sein Gegenangebot für die Überreaktion: 50 Euro in die Kaffeekasse der Schiedsrichter, wenn sie von einer Strafe absehen. Ob es dabei bleibt?
  • AUF DIE FINNISCHE ART: Stefan Kulovits bekam seinen Abschiedsapplaus, auch Markus Katzer wurde bei seinem Austausch bei Rapids Sieg gegen Ried gebührend gefeiert. Und Markus Heikkinen? Für den hatte Trainer Zoran Barisic keinen Wechsel mehr parat. Es war wohl nicht so geplant, aber der Finne "erarbeitete" sich noch seine Standing Ovations und seinen Abgang im letzten Spiel für die Grün-Weißen. Nach hartem Einstieg von Toni Vastic revanchierte sich der sonst so besonnene Defensivspieler mit einem Rempler, der ihm die Rote Karte einbrachte - erst seine Zweite in der Bundesliga! Sein Abgang wurde mit Applaus anstatt mit Kritik aufgrund seiner Roten Karte bedacht. Auch so kann man sich verabschieden.

  • AUSTRIAS PARTY-FAHRT: Ja, liebe Austrianer, man muss die Feste feiern wie sie fallen. Und den Grund zum Feiern wollen wir euch auf keinen Fall absprechen. Ob es aber wirklich notwendig war, bei Vizemeister Salzburg zum Aufwärmen mit dem Meisterteller einzulaufen, sei dahingestellt. Trainer Peter Stöger begründete die Aktion damit, dass die über 3.000 violetten Fans ja zum Feiern und nicht des Spiels wegen nach Salzburg angereist waren und man ihnen die Freude machen wollte. Naja. Dass die Trainer-Assistenten Manfred Schmid, Franz Gruber und Martin Mayer mit Lederhosen aufliefen, war wiederum ziemlich witzig und einer verlorenen Wette geschuldet.
  • ALTE LIEBE ROSTET NICHT: Da stand er, der Didi Kühbauer. Mit Tränen in den Augen musste er ein TV-Interview abbrechen. Der 42-Jährige ließ seinen Emotionen einfach freien Lauf. Immerhin hatte er gerade mit der Admira den Klassenerhalt geschafft. Doch zum Heulen war ihm zumute, weil dadurch sein Heimatverein, der SV Mattersburg, mit dem er vor zehn Jahren in die Bundesliga aufstieg, in die Erste Liga absteigen muss. Das war zu viel für den Burgenländer. Eine berührende Szene!

BILD DES SPIELTAGS


OBEN

ZAHLENSPIELE

0,5 - Das ist der Punkteschnitt von Markus Schopp als Trainer des SK Sturm. Einem Sieg stehen fünf Niederlagen gegenüber.

2 - Soviele Spieltage stand der SV Mattersburg am Ende der Tabelle. In der 31. und der 36. Runde.

3 - Jugend forscht in Hütteldorf. Am letzten Spieltag feierten mit Lukas Denner, Maximilian Hofmann und Eldis Bajrami gleich drei Rapid-Talente ihr Bundesliga-Debüt.

7 - In Wolfsberg ging es Schlag auf Schlag. Gerade einmal sieben Minuten benötigte der FC Wacker, um aus einem 0:2 ein 3:2 zu machen.

7 - Soviele Spieler aus der Austria-Startelf sahen bei der 0:3-Niederlage gegen RB Salzburg die Gelbe Karte.

8 - RB Salzburg ist das einzige Team, das sich Meister Austria in dieser Saison in keinem einzigen Spiel geschlagen geben musste. Die "Bullen" holten gegen die "Veilchen" acht Zähler.

9 - Soviele Ballkontakte benötigte Julius Perstaller, um gegen den WAC einen Doppelpack zu erzielen.

10 - Verabschiedete unter sich. Markus Katzer war jener Mann, dem Stefan Kulovits die meisten Bälle zuspielte - zehn Pässe bekam der Linksverteidiger von seinem (mittlerweile) Ex-Rapid-Kollegen.

19 - RB Salzburg beendet die Saison mit 19 ungeschlagenen Spielen in Folge und trotzdem nur auf dem zweiten Platz.

41 - Nach sieben Minuten gab Florian Kainz den ersten Torschuss des SK Sturm gegen Wr. Neustadt ab. 41 Minuten versuchten es die Steirer zum zweiten Mal in Person von Zeljko Balen.

52 - Marco Kofler war gegen den WAC 52 Minuten lang für den FC Wacker im Einsatz. In dieser Zeit hat er ein Eigentor erzielt und lediglich zwei Pässe gespielt. Immerhin sind beide angekommen...

53,3 - Die Spieler des SV Mattersburg starteten denkbar nervös in das Spiel gegen die Admira. Vor der Pause brachten die Burgenländer gerade einmal 53,3 Prozent ihrer Pässe kamen an. Philipp Steiner und Alois Höller brachten etwa gemeinsam drei Zuspiele an den Mann.

Torschüsse, Torschuss-Vorlagen, Zweikämpfe, Pässe, Ballkontakte - die Arbeitsnachweise aller eingesetzten Spieler findest du hier im Stat-Check!

TEAM DER RUNDE

Das ist unser Team der 36. Runde!

In diesem stehen immer jene Kicker, die im Bundesliga-Manager die besten Noten bekommen.

Ihre Positionen (Tor/Abwehr/Mittelfeld/Sturm) sind jene, die die Klubs dem Daten-Liferant IMPIRE, der auch die Bundesliga beliefert, übermittelt haben - deshalb müssen sie nicht zwangsläufig mit jener Position, auf der sie tatsächlich eingesetzt wurden, entsprechen.

Die Noten der Spieler werden auf rein statistischer Basis mittels eines Schlüssels, der auf die einzelnen Positionen (Tor/Abwehr/Mittelfeld/Angriff) angepasst ist, berechnet.

So habt ihr in den Spielberichten der Runde abgestimmt (Stand Mo., 14:45 Uhr).

MATTERSBURG-SPECIAL:

Pfiat Gott, Servas, d'Ehre, auf Wiedersehen!

Jeder Krimi braucht sein Opfer. Im unendlich spannenden Abstiegs-Krimi der Bundesliga-Saison 2012/13 hat es - doch ziemlich überraschend - den SV Mattersburg erwischt.

Wir sind deswegen doch ein wenig traurig, immerhin waren die Burgenländer zehn Jahre lang fixer Bestandteil der Liga.

Zum Abschied - wir wünschen den SVM-Fans, dass es nur ein vorübergehender ist - würdigen wir das Jahrzehnt der Mattersburger in der höchsten Spielklasse.

Anbei die erste (in Weiß) und vorerst letzte (in Rot) Startelf des Vereins in der obersten Liga:

 

Diese Spieler haben den Verein in der Bundesliga geprägt:

Woran wir uns außerdem gerne erinnern, wenn wir an den SVM in der Bundesliga denken:

  • DIE KONTINUITÄT: "Nichts ist so beständig wie der Wandel", sagte Heraklit. "Blödsinn", sagt man im Burgenland. Mit Thomas Borenitsch, Markus Böcskör, Adnan Mravac und Michael Mörz standen in der ersten Bundesliga-Saison vier Spieler im Kader, die immer noch bzw. wieder beim SVM tätig sind. Von der gefühlten Ewigkeit, die Franz Lederer auf der Bank saß, ganz zu schweigen.
  • DIE PLANE: Nein, Rasenheizung haben sie keine im Pappel-Stadion. Aber eine Plane, mit der sie ihr Grün abdecken, wenn Schlechtwetter droht. Und das hat bis jetzt immer wunderbar funktioniert. Wir können uns zumindest an kein abgesagtes Bundesliga-Spiel in Mattersburg erinnern.
  • DIE INTERVIEW-VERBOTE: Redeverbote der Kicker standen beim SVM - aus diversen Gründen, die sich uns nicht immer ganz erschlossen - an der Tagesordnung. So manchem Kollegen war das aber gar nicht so unrecht, weil dadurch weniger zu tun war. Spaß beiseite: Wir hätten gerne mehr Interviews mit Mattersburg-Profis gebracht. Wir hätten gerne via Mail von Vertragsverlängerungen und Neuzugängen erfahren. Wir hätten gerne gewusst, wie lange welche Verträge laufen...
  • DIE SCHNITZELSEMMEL: Um auch etwas Positives über die Mattersburg "Pressearbeit" zu schreiben: Die Schnitzelsemmel, die den Journalisten in den Pausen der Spiele serviert wurden, waren ein absolutes Highlight!
  • DIE TYPEN: Didi Kühbauer, Cem Atan, Ilco Naumoski - alleine diese drei Spieler haben polarisiert wie nur wenige andere in diesem Jahrzehnt. Sie waren bei Interviews immer für Sager gut und trieben den gegnerischen Fans nicht selten die Zornesröte ins Gesicht. Um eine klassische Floskel zu strapazieren: Solche Typen braucht der Fußball.
  • DER BALKON: Das Vereinsheim so in eine Ecke des Pappelstadions zu bauen, ist schon eine architektonische Seltenheit. Selten auch hat man stadionseitig so einen Balkon wie in Mattersburg gesichtet. Zwar ist das Sichtfeld aufgrund der seitlichen Lage eingeschränkt, doch er dient seinem Zweck. Unter anderem auch zur Pokalübergabe des ÖFB-Cups 2009. In lauen Sommernächten geliebt, in regnerischen Wintertagen verhasst.





"On Fire" - David Witteveen

17 Tore hat der Blondschopf in dieser Saison erzielt und damit maßgeblich zum Aufstieg des SV Grödig beigetragen. Zum Torschützenkönig hat es knapp nicht gereicht, weil Hannes Aigner einen Treffer mehr auf seinem Konto verbuchen konnte. Man muss aber auch erwähnen, dass der Altach-Stürmer fünf davon aus Elfmetern geschossen hat, während es bei Witteveen kein einziger war. Sein Vertrag in Grödig wird aber offenbar dennoch nicht verlängert, man soll sich nicht einigen können. Der Doppelpack beim 5:0 gegen BW Linz kann aber als weiteres Bewerbungsschreiben gewertet werden.

"On Ice" - Auswärtsteams

0:1, 0:1, 0:2, 0:4 und 0:5 - wirklich motiviert dürften die fünf Auswärtsteams bei ihren letzten Reisen in dieser Saison nicht gewesen sein. Nicht nur, dass weder Hartberg, doch der FC Lustenau, der Kapfenberger SV, die Vienna oder BW Linz einen Punkt einfahren konnten, sie haben nicht einmal einen einzigen Treffer erzielt. Wir gehen davon aus, dass die Urlaubsreisen nun ein wenig motivierter angetreten werden....

DER BLICK INS ARCHIV:

Im Frühjahr 2003 war Didi Kühbauer dabei, als der SV Mattersburg den Aufstieg in die Bundesliga schaffte. Damals als Spieler der Burgenländer. Im Frühjahr 2013 war er dabei, als der Klub den Abstieg in die Erste Liga hinnehmen musste. Nun als Trainer der Admira. Dazwischen hat der 42-Jährige unter anderem 152 Mal für den SVM in der höchsten Spielklasse gekickt und ist damit die Nummer sechs der ewigen Vereins-Rangliste.

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